Royals: Das sind die künftigen Königinnen und Könige von Europa

Jacques von Monaco, Leonor von Spanien und Prinz George aus dem Vereinigten Königreich - sie alle werden wahrscheinlich eines Tages an der (repräsentativen) Spitze ihres Landes stehen.
picture alliance/dpa; picture alliance/dpa/EUROPA PRESS; picture alliance/dpa/InvisionEuropas Monarchien stehen in den kommenden Jahrzehnten vor mehreren Generationswechseln. Einige Thronfolger übernehmen bereits regelmäßig Staatsaufgaben, andere besuchen noch die Schule.
Dabei werden nicht alle später den Titel König oder Königin tragen: In Luxemburg regiert ein Großherzog, in Monaco und Liechtenstein steht jeweils ein Fürst an der Spitze des Staates. Gemeinsam ist den hier vorgestellten Thronfolgern jedoch, dass sie voraussichtlich eines Tages die höchsten repräsentativen Ämter ihrer Länder übernehmen werden.
Elisabeth von Belgien

Der japanische Kaiser Naruhito (l) und die japanische Kaiserin Masako (M) werden von der belgischen Kronprinzessin Elisabeth auf dem Militärflughafen Melsbroek begrüßt.
picture alliance/dpa/BelgaPrinzessin Elisabeth, Herzogin von Brabant, ist die älteste Tochter von König Philippe und Königin Mathilde und steht an erster Stelle der belgischen Thronfolge. Die 24-Jährige wurde am 25. Oktober 2001 geboren und wuchs mehrsprachig auf: Neben Niederländisch, Französisch und Deutsch spricht sie auch Englisch. Nach ihrem internationalen Schulabschluss am UWC Atlantic College in Wales absolvierte sie eine militärische Grundausbildung an der Königlichen Militärakademie in Brüssel. 2024 schloss sie an der Universität Oxford ein Studium in Geschichte und Politik ab. Anschließend studierte sie Public Policy an der Harvard Kennedy School, wo sie 2026 ihren Masterabschluss machte. Als zukünftige Königin der Belgier nimmt Elisabeth schon seit mehreren Jahren zunehmend offizielle Termine wahr.
Christian von Dänemark

Die dänische Prinzessin Isabella (l-r), Prinz Vincent, Königin Mary, König Frederik und Kronprinz Christian posieren bei ihrer Ankunft zu ihrem traditionellen Sommeraufenthalt im Schloss Graasten.
picture alliance/dpa/Ritzau Scanpix via APKronprinz Christian ist der älteste Sohn von König Frederik X. und Königin Mary. Seit Frederik am 14. Januar 2024 den dänischen Thron bestieg, steht Christian an der Spitze der Thronfolge. Der am 15. Oktober 2005 geborene Kronprinz legte 2024 seinen Schulabschluss am Ordrup Gymnasium ab. Es folgte ein längerer Aufenthalt in Ostafrika, bei dem er auf zwei Farmen mitarbeitete und sich mit Natur- und Umweltschutz beschäftigte. Im Februar 2025 begann Christian seinen Militärdienst beim Garde-Husarenregiment und anschließend die Grundausbildung für Offiziere. Im Juni 2026 wurde der 20-Jährige zum Leutnant ernannt. Ab August soll er als Zugführer bei der Königlichen Leibgarde eingesetzt werden.
Alois von und zu Liechtenstein

Erbprinz Alois bei seiner Ansprache am Liechtensteiner Staatsfeiertag.
picture alliance/dpa/KEYSTONEErbprinz Alois ist der älteste Sohn von Fürst Hans-Adam II. und damit der direkte Thronfolger Liechtensteins. Obwohl Hans-Adam II. formal weiterhin Staatsoberhaupt ist, nimmt Alois bereits seit dem 15. August 2004 als Stellvertreter seines Vaters die Aufgaben des Staatsoberhauptes im In- und Ausland wahr. Der 58-Jährige ist somit seit mehr als zwei Jahrzehnten die zentrale politische Figur des Fürstenhauses. Alois absolvierte eine Offiziersausbildung an der Militärakademie Sandhurst, diente bei den Coldstream Guards und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg. Seit 1993 ist er mit Sophie Herzogin in Bayern verheiratet. Das Paar hat vier Kinder.
Joseph Wenzel von und zu Liechtenstein

Die liechtensteinische Erbprinzessin Sophie und Prinz Joseph Wenzel von Liechtenstein bei ihrer Ankunft zum Galadinner im Königspalast anlässlich der Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag von König Carl Gustaf in Stockholm, Schweden.
IMAGO/PPEPrinz Joseph Wenzel ist der älteste Sohn von Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie. Der am 24. Mai 1995 geborene Prinz steht hinter seinem Vater an zweiter Stelle der liechtensteinischen Thronfolge. Sobald Alois selbst Fürst wird, dürfte Joseph Wenzel den Titel des Erbprinzen übernehmen. Er wuchs mit seinen drei jüngeren Geschwistern Marie Caroline, Georg und Nikolaus auf und besuchte unter anderem das Malvern College in England. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Thronfolgern tritt der 31-Jährige bislang nur selten öffentlich auf. Das entspricht der traditionell zurückhaltenden Öffentlichkeitsarbeit des liechtensteinischen Fürstenhauses.
Charles von Luxemburg

Der neue Großherzog von Luxemburg, Guillaume und die neue Großherzogin Stephanie winken mit ihren Kindern Charles und Francois vom Balkon des Palastes.
picture alliance/dpaPrinz Charles ist seit dem Thronwechsel vom 3. Oktober 2025 der jüngste direkte Thronfolger Europas. An diesem Tag dankte Großherzog Henri ab und sein ältester Sohn Guillaume wurde neuer Großherzog von Luxemburg. Dessen 2020 geborener Sohn Charles rückte dadurch auf den ersten Platz der Thronfolge. Der sechsjährige Prinz ist das erste Kind von Großherzog Guillaume und Großherzogin Stéphanie und hat mit Prinz François einen jüngeren Bruder. Wegen seines jungen Alters beschränken sich seine öffentlichen Auftritte bislang auf ausgewählte familiäre und gesellschaftliche Veranstaltungen. Bis Charles selbst eine größere Rolle übernimmt, dürften noch viele Jahre vergehen.
Jacques von Monaco

Die Zwillinge Jacques (l) und Gabriella, Kinder von Fürst Albert II. von Monaco und Gattin Charlène, nehmen 2024 an der Eröffnung der neuen Monaco-Welt im Miniatur Wunderland teil.
picture alliance/dpaErbprinz Jacques wurde am 10. Dezember 2014 als Sohn von Fürst Albert II. und Fürstin Charlène geboren. Seine Zwillingsschwester Gabriella kam zwar zwei Minuten vor ihm zur Welt, dennoch wurde Jacques nach den monegassischen Thronfolgeregeln zum Erbprinzen ernannt. Gabriella steht unmittelbar hinter ihm an zweiter Stelle. Jacques trägt zusätzlich den traditionellen Titel Marquis des Baux. Der Elfjährige wird gemeinsam mit seiner Schwester schrittweise an das öffentliche Leben des Fürstentums herangeführt. Beide begleiten ihre Eltern gelegentlich zu Nationalfeiertagen, Sportveranstaltungen und weiteren offiziellen Anlässen. Sollte Jacques seinem Vater eines Tages nachfolgen, wird er nicht König, sondern souveräner Fürst von Monaco.
Catharina-Amalia der Niederlande

Prinzessin Amalia vor der Taufe des neuen Marineschiffs «Den Helder».
picture alliance/dpa/ANPPrinzessin Catharina-Amalia, meist Amalia genannt, ist die älteste Tochter von König Willem-Alexander und Königin Máxima. Seit der Thronbesteigung ihres Vaters im Jahr 2013 trägt sie den Titel Prinzessin von Oranien, der ausschließlich der direkten niederländischen Thronfolgerin beziehungsweise dem Thronfolger zusteht. Die 22-Jährige studierte zunächst Politik, Psychologie, Recht und Wirtschaft an der Universität Amsterdam. Seit 2025 absolviert sie dort ein weiteres Bachelorstudium im niederländischen Recht. Parallel nimmt sie an einem zweijährigen militärischen Arbeits- und Ausbildungsprogramm des Defensity College teil. Aufgrund einer konkreten Bedrohungslage musste Amalia zeitweise unter verstärktem Schutz leben und einen Teil ihres Studiums aus Madrid fortsetzen.
Haakon von Norwegen

Kronprinz Haakon (r) von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit im Vogelzimmer des Königlichen Palastes während des offiziellen Staatsbesuchs aus Belgien.
picture alliance/dpa/NTBKronprinz Haakon ist der Sohn von König Harald V. und Königin Sonja und steht an erster Stelle der norwegischen Thronfolge. Am 20. Juli 2026 feierte er seinen 53. Geburtstag. Haakon absolvierte seinen Militärdienst bei der Marine und studierte unter anderem Politikwissenschaft an der University of California in Berkeley sowie internationale Politik an der London School of Economics. Seit 2001 ist er mit Kronprinzessin Mette-Marit verheiratet. Als erfahrener Thronfolger verfügt Haakon über ein umfangreiches offizielles Programm. Ist König Harald krank oder im Ausland, übernimmt der Kronprinz regelmäßig als Regent die Aufgaben des Staatsoberhauptes.
Ingrid Alexandra von Norwegen

Kronprinz Haakon (l-r), Kronprinzessin Mette-Marit und Prinzessin Ingrid Alexandra nehmen an der Verleihung des Friedensnobelpreises im Osloer Rathaus teil.
picture alliance/dpa/NTBPrinzessin Ingrid Alexandra ist die älteste gemeinsame Tochter von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit. Sie steht direkt hinter ihrem Vater an zweiter Stelle der Thronfolge und könnte eines Tages die erste regierende Königin des modernen Norwegens werden. Möglich wurde dies durch eine Reform der Thronfolge, nach der auch erstgeborene weibliche Nachkommen berücksichtigt werden. Die 22-Jährige absolvierte bereits eine militärische Ausbildung und nimmt zunehmend offizielle Verpflichtungen wahr. Seit August 2025 studiert sie an der Universität Sydney Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten internationale Beziehungen und politische Ökonomie. Ihr Studium ist auf drei Jahre angelegt.
Victoria von Schweden

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r) empfängt 2025 den schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson (l) und die schwedische Kronprinzessin Victoria im Ehrenhof des Bundeskanzleramts.
picture alliance/dpaKronprinzessin Victoria ist die älteste Tochter von König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia. Die 49-Jährige wurde durch die Einführung der geschlechtsunabhängigen Thronfolge im Jahr 1980 zur Kronprinzessin. Zuvor hätte ihr jüngerer Bruder Carl Philip den Vorrang gehabt. Victoria studierte unter anderem Politikwissenschaft und Geschichte an der Yale University und absolvierte verschiedene Programme bei schwedischen Behörden und internationalen Organisationen. Seit 2010 ist sie mit Prinz Daniel verheiratet. Als Thronfolgerin gehört sie längst zu den aktivsten Mitgliedern des schwedischen Königshauses und übernimmt zeitweise auch die Funktion der Regentin. Zu ihren wichtigsten Themen zählen Nachhaltigkeit, Klima, Friedenspolitik und internationale Zusammenarbeit.
Estelle von Schweden

Prinz Daniel, Prinzessin Victoria und Prinzessin Estelle bei ihrer Ankunft zum Galadinner im Königspalast anlässlich der Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag von König Carl Gustaf in Stockholm.
IMAGO/PPEPrinzessin Estelle ist das älteste Kind von Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel. Die am 23. Februar 2012 geborene Prinzessin trägt den Titel Herzogin von Östergötland und steht hinter ihrer Mutter an zweiter Stelle der schwedischen Thronfolge. Die 14-Jährige wächst mit ihrem jüngeren Bruder Oscar auf Schloss Haga bei Stockholm auf und besucht die Campus-Manilla-Schule auf der Insel Djurgården. Obwohl Estelle noch keine eigenen offiziellen Verpflichtungen übernimmt, ist sie regelmäßig bei wichtigen Feierlichkeiten der Königsfamilie zu sehen. Sollte ihre Mutter wie erwartet Königin werden, würde Estelle zur neuen Kronprinzessin aufrücken.
Leonor von Spanien

Die spanische Prinzessin Leonor steht neben einem F-5-Kampfjet auf dem Luftwaffenstützpunkt Talavera la Real. Die Prinzessin durchläuft derzeit eine militärische Ausbildung.
picture alliance/dpa/EUROPA PRESSPrinzessin Leonor ist die älteste Tochter von König Felipe VI. und Königin Letizia. Seit der Thronbesteigung ihres Vaters im Juni 2014 trägt sie als spanische Thronfolgerin den Titel Fürstin von Asturien. Nach ihrem Schulabschluss am UWC Atlantic College begann die 20-Jährige eine dreijährige Ausbildung bei Heer, Marine sowie Luft- und Weltraumstreitkräften. 2026 absolvierte sie unter anderem Trainingsflüge an der Luftwaffenakademie in San Javier. Ab dem Studienjahr 2026 soll Leonor an der Universität Carlos III. in Madrid Politikwissenschaft studieren. Die spanische Verfassung bevorzugt innerhalb derselben Generation weiterhin männliche Nachkommen. Da König Felipe und Königin Letizia jedoch keinen Sohn haben, steht Leonor unverändert an erster Stelle.
Prinz William

Prinz William hält während der London Climate Action Week eine Rede bei der „Earthshot Prize Impact Assembly“ in der Guildhall.
picture alliance/dpa/PA WirePrinz William ist der älteste Sohn von König Charles III. und der 1997 verstorbenen Diana, Princess of Wales. Seit dem Tod von Königin Elisabeth II. im September 2022 steht er an erster Stelle der britischen Thronfolge und trägt den Titel Prince of Wales. Der 44-Jährige studierte Geografie an der Universität St Andrews, wo er auch seine spätere Ehefrau Catherine Middleton kennenlernte. Nach einer militärischen Ausbildung arbeitete William unter anderem als Rettungshubschrauberpilot. Heute unterstützt er den König durch offizielle Termine, Auslandsreisen und Investiturzeremonien. Zu seinen wichtigsten eigenen Projekten zählen der Umweltpreis Earthshot Prize und ein Programm zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit.
Prinz George

Der britische Prinz George benutzt während des Wimbledon-Finals der Männer einen kleinen Ventilator, um sich beim Zuschauen abzukühlen.
picture alliance/dpa/InvisionPrinz George ist das älteste Kind von Prinz William und Catherine, Princess of Wales. Der am 22. Juli 2013 geborene Prinz steht direkt hinter seinem Vater an zweiter Stelle der britischen Thronfolge. Am 22. Juli 2026 feiert er seinen 13. Geburtstag. George besuchte zunächst eine Montessori-Vorschule und wechselte später über die Thomas’s Battersea School zur Lambrook School bei Windsor. Ab September 2026 wird er das traditionsreiche Eton College besuchen, das bereits sein Vater Prinz William und sein Onkel Prinz Harry besuchten. Eigene königliche Pflichten hat George noch nicht, tritt aber zunehmend bei bedeutenden Familien- und Staatsveranstaltungen auf.
Europas Monarchien im Wandel
Die nächste Generation europäischer Monarchen ist ungewöhnlich vielfältig. Während erfahrene Thronfolger wie Victoria, Haakon, William und Alois bereits seit Jahrzehnten auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden, stehen Kinder wie Charles, Jacques, Estelle und George noch am Anfang dieses Weges.
Auffällig ist außerdem der hohe Anteil künftiger weiblicher Staatsoberhäupter. Elisabeth, Catharina-Amalia, Ingrid Alexandra, Victoria und Leonor könnten in ihren Ländern als regierende Königinnen Geschichte schreiben.
Wie groß ihr politischer Einfluss sein wird, hängt von den jeweiligen Verfassungen ab. Fest steht jedoch: Die Monarchien Europas werden in Zukunft deutlich stärker von einer gut ausgebildeten und international geprägten Generation vertreten werden.
