Waldbrände in Deutschland
: Jetzt brennt es auch in Merz' Heimat

Mehrere Waldbrände halten Nordrhein-Westfalen in Atem. Besonders betroffen ist ausgerechnet das Sauerland – die Heimat von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Von
Katrin Jokic
Arnsberg
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Waldbrand im Sauerland: HANDOUT - 12.08.2026, Nordrhein-Westfalen, Sundern: Flammen und Rauch steigen bei einem Waldbrand bei Sundern-Stemel auf. Das Feuer auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern ist inzwischen unter Kontrolle. Es sind aber weiterhin rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, um Glutnester zu löschen. Foto: -/Feuerwehr Sundern/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Flammen und Rauch steigen bei einem Waldbrand bei Sundern-Stemel auf. Das Feuer auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern ist inzwischen unter Kontrolle.

-/Feuerwehr Sundern/dpa

Jetzt brennt es auch in der Heimat des Bundeskanzlers: Gleich mehrere Waldbrände haben im Sauerland Großeinsätze der Feuerwehren ausgelöst. Besonders angespannt ist die Lage am Freitagmorgen bei Marsberg-Helminghausen im Hochsauerlandkreis. Wind und Funkenflug sorgen dort immer wieder für neue Wipfelfeuer. Eine weitere Ausbreitung kann nach Angaben des Kreises nicht ausgeschlossen werden.

Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist das Sauerland weit mehr als nur irgendeine Region in Nordrhein-Westfalen. Der heutige Regierungschef wurde 1955 in Brilon geboren und ist dort aufgewachsen. Brilon gehört ebenso wie Marsberg zum Hochsauerlandkreis. Heute lebt Merz mit seiner Familie im Arnsberger Ortsteil Niedereimer.

Besonders kritische Lage bei Marsberg

Am schwierigsten ist die Situation derzeit bei Marsberg-Helminghausen im Osten des Sauerlands. Dort hatte das Feuer zunächst auf einer Freifläche begonnen und war anschließend auf Wald übergesprungen.

In der Nacht sorgten Wind und Funkenflug für zusätzliche Wipfelfeuer. Die Behörden warnen, dass sich der Brand aufgrund der Wetterlage weiter ausbreiten könnte. Straßen rund um Helminghausen und die Diemeltalsperre bleiben gesperrt. Zwei Feuerwehrleute mussten während des Einsatzes bereits medizinisch behandelt werden.

Zwischenzeitlich waren bei dem Brand fast 500 Kräfte im Einsatz. Unterstützung kam auch von weiter entfernten Feuerwehren, darunter Spezialkräfte aus Düsseldorf.

Helminghausen ist rund 60 km vom Kanzler-Wohnort entfernt.

Waldbrand auch nahe Merz' heutigem Wohnort Arnsberg

Doch nicht nur der östliche Teil des Sauerlands ist betroffen. Bereits seit Mittwoch kämpfte die Feuerwehr gegen einen Waldbrand im Raum Sundern. Nach Angaben der Feuerwehr verbrannten dort rund 80.000 Quadratmeter Wald. Am Freitagmorgen galt das Feuer als gelöscht, letzte Einsatzkräfte waren noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Der Brandort liegt zwischen Sundern und Arnsberg.

In Arnsberg-Niedereimer befindet sich der private Wohnort des Bundeskanzlers. Merz hatte bereits vor seiner Kanzlerschaft angekündigt, seinen Hauptwohnsitz im Sauerland behalten zu wollen.

Eine unmittelbare Gefahr für den Wohnort des Kanzlers ist aus den vorliegenden Meldungen allerdings nicht abzuleiten.

Hunderte Einsatzkräfte auch am Möhnesee

Ein weiterer großer Waldbrand beschäftigt die Einsatzkräfte am Möhnesee, einem der bekanntesten Ausflugsziele der Region. Dort waren rund 58.000 Quadratmeter Wald betroffen. Zwischenzeitlich standen etwa 480 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen, THW und Polizei im Einsatz.

Am Freitagmorgen war das Feuer weiterhin unter Kontrolle und hatte sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet. Die Löscharbeiten dauern dennoch an.

Damit ziehen sich die aktuellen Brandstellen durch verschiedene Teile des Sauerlands – von Marsberg im Osten über den Raum Möhnesee bis in die Gegend um Sundern und Arnsberg.

Von Merz' Heimat bis zum Möhnesee sind es gerade einmal 20 Minuten mit dem Auto. Zu der aktuellen Lage in seiner Heimat hat er sich bislang nicht öffentlich geäußert. In der Sommer-Pressekonferenz Mitte Juli sagte Merz, er werde die Lage rund um die Hitze in Deutschland „weiter beobachten und dazu gegebenenfalls auch öffentlich etwas sagen“.