Bundestag: Ricarda Lang: Merz-Regeln zur Krankschreibung sind „Schnapsidee“

Ricarda Lang am Rande einer Parlamentssitzung.
Bernd Elmenthaler/Future Image/actionpress- Streit um Krankschreibung: Ricarda Lang kritisiert geplante Verschärfungen als „Schnapsidee“.
- Schwarz-rote Koalition will AU-Pflicht auf den ersten Krankheitstag vorziehen.
- Die telefonische Krankschreibung soll entfallen – Begründung ist ein niedrigerer Krankenstand.
- Lang warnt vor mehr Krankheitstagen und fordert Gespräche mit Hausärzten.
- Sie sieht Ablenkung von ungelösten Wirtschaftsproblemen und hofft auf Stopp der Pläne.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Grünen-Politikerin Ricarda Lang warnt die schwarz-rote Koalition davor, die geplanten strengeren Regeln für Krankschreibungen im Job umzusetzen. „Wenn die Regierung nicht komplett den Kontakt zur Realität verloren hat, dann wird sie das nicht beschließen, nur um davon abzulenken, dass die Regierung auf die eigentlichen Probleme der Wirtschaft keine Antwort hat“, sagte die Ex-Grünen-Chefin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Lang kenne die Situation, dass man im Koalitionsausschuss bei vielen zu verhandelnden Maßnahmen irgendwann „im Tunnel“ sei. „Wenn danach aber alle Betroffenen aus der Praxis sagen, das führt zu mehr Krankheitstagen, nicht weniger - dann dürfen Partei- und Koalitionslogik nicht dazu führen, dass so eine Schnapsidee trotz allem im Bundestag beschlossen wird.“

Der Kanzler hat aktuell nicht viel zu lachen – aber eine Bundestagsmehrheit für seine Gesetze.
Frederic Kern/Future Image/actionpressMerz-Kritik nicht nur von Ricarda Lang
Die schwarz-rote Koalition hatte vor einigen Tagen angekündigt, die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. An den Plänen gibt es auch Kritik aus den Reihen der Regierungsparteien.
„Merz sollte mal mit einem Hausarzt telefonieren“
Sowohl für Patienten, „die sich nicht angeschlagen in Arztpraxen quälen müssten“, als auch für ohnehin überlastete Ärzte wäre der Verzicht auf die Pläne besser, so Lang. „Ich würde Friedrich Merz wirklich empfehlen, mal zehn Minuten mit einem Hausarzt zu telefonieren, bestenfalls einem, der nicht nur Privatpatienten betreut. Es wäre ein gewinnbringendes Gespräch“, sagte Lang.
Mit Agenturmaterial
