Kommunalwahl in Niedersachsen
: VW-Stadt Wolfsburg bleibt in CDU-Hand

Unter dem Eindruck der VW-Krise entschieden sechs Millionen Niedersachsen über ihre Politik vor Ort. Nun gibt es erste Ergebnisse, auf die auch in Berlin sehr genau geschaut wird.
Von
dpa
Hannover
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Kommunalwahl in Niedersachsen - Auszählung: 13.09.2026, Niedersachsen, Oldenburg: Wahlhelfer zählen in einem Wahllokal, das in einer Grundschule untergebracht ist, die Stimmzettel für die Kommunalwahl in Niedersachsen. In ganz Niedersachsen werden die Abgeordneten in den kommunalen Vertretungen wie den Kreistagen, Stadt- und Gemeinderäten, Samtgemeinderäten, Stadtbezirksräten sowie Ortsräten gewählt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wahlhelfer zählen in einem Wahllokal, das in einer Grundschule untergebracht ist, die Stimmzettel für die Kommunalwahl in Niedersachsen.

Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Wolfsburg bleibt CDU-geführt: Dennis Weilmann gewann mit 50,1 Prozent das OB-Amt.
  • In Hannover deutet sich eine Stichwahl an, Belit Onay liegt vor Axel von der Ohe.
  • Wahlbeteiligung lag am Nachmittag bei 50,67 Prozent – mehr als vor fünf Jahren.
  • Erste landesweite Hochrechnung von Infratest dimap kündigte der NDR für kurz nach 22.00 Uhr an.
  • CDU sieht gute Chance auf Platz eins, AfD-Kandidaten teils nicht zugelassen, Beobachtung läuft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von der Nordseeküste bis zum Harz haben in Niedersachsen Millionen Menschen bei der Kommunalwahl ihre Stimmen abgegeben - und in den Berliner Parteizentralen wird genau auf das Ergebnis geschaut. 

Als eine der ersten Entscheidungen stand kurz vor 20.00 Uhr fest, dass das Rathaus in der VW-Stadt Wolfsburg in CDU-Hand bleibt: Bei der Oberbürgermeister-Wahl holte Amtsinhaber Dennis Weilmann (CDU) mit 50,1 Prozent knapp die absolute Mehrheit. Auf Platz zwei landete Karsten Schneider von der SPD mit 15,5 Prozent vor Thomas Schick von der AfD mit 14,1 Prozent. 

In der Landeshauptstadt Hannover deutete sich früh an, dass es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen wird. Nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen lag der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) deutlich vor seinem SPD-Herausforderer Axel von der Ohe. 

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) hofft auf eine Wiederwahl.

Michael Matthey/dpa

Höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Bis zum Nachmittag hatten mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren: Eine Wahlbeteiligung von 50,67 Prozent nannte die Wahlleitung um 16.30 Uhr. Rund 6,3 Millionen Menschen waren aufgerufen, in den Landkreisen, Städten und Gemeinden ihre Kommunalvertretungen zu wählen, außerdem wurden Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gewählt.

Gewählt werden mehr als 2.000 kommunale Vertretungen.

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Mit dem vorläufigen Endergebnis wird erst am Montagfrüh gerechnet. Erste Ergebnisse aus den Landkreisen werden ab etwa 22.30 Uhr erwartet. Kurz nach 22.00 Uhr soll am Sonntag aber eine vom NDR veröffentlichte Hochrechnung von Infratest dimap klarer zeigen, wie die Parteien landesweit abgeschnitten haben.

Lechner sieht sehr gute Chance für CDU, stärkste Kraft zu werden 

CDU-Landeschef Sebastian Lechner zeigte sich am Abend optimistisch, dass seine Partei am Ende landesweit vorn liegen wird. Er sei überzeugt, dass sich die Landes-CDU vom Bundestrend absetzen könne und auch wieder eine sehr gute Chance habe, stärkste Kraft in Niedersachsen zu werden. „Sie wissen ja, dass diese Kommunalwahl nicht gerade unter einfachen Umständen stattgefunden hat. Auch wir haben den Unmut über Berlin gemerkt“, sagte Lechner. Er attestierte seiner Union ein „Glaubwürdigkeitsproblem“, das es in den nächsten Wochen in Ruhe zu besprechen gelte.

Die Kommunalwahl galt nicht nur als ein Stimmungstest im von Rot-Grün regierten Niedersachsen vor der nächsten Landtagswahl. Eine Woche nach dem AfD-Erfolg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und eine Woche vor den nächsten Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind die Kommunalwahlen zudem ein Gradmesser, wie die AfD derzeit in einem westdeutschen Flächenland abschneidet. Bei den Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen hatte die AfD auf Kreisebene 4,6 Prozent erreicht.

Vier Kandidaten der AfD wurden wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht zur Wahl zugelassen.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Anders als damals wird der AfD-Landesverband inzwischen vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt geführt. Die Partei wehrt sich juristisch dagegen. Vier AfD-Kandidaten wurden jedoch wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht zur Wahl zugelassen. So darf etwa AfD-Landesvize Stephan Bothe nicht als Lüneburger Landrat kandidieren.

Die CDU schaut in Niedersachsen gespannt, ob Kanzler Friedrich Merz vor dem befürchteten Debakel in Mecklenburg-Vorpommern - dort sackte die CDU in Umfragen zuletzt auf 7 Prozent ab - und nach dem Fiasko von Sachsen-Anhalt durchatmen kann. 

Erste Kommunalwahl unter Ministerpräsident Lies

Die Kommunalwahlen sind auch die ersten landesweiten Wahlen, seit Olaf Lies in Niedersachsen das Amt des Ministerpräsidenten von Stephan Weil (beide SPD) im vergangenen Jahr übernommen hat. 

Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) gab seine Stimme in seiner Heimat Friesland ab.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Lies gab seine Stimmen in seiner Heimatgemeinde in Sande in Friesland ab. „Ich wünsche mir, dass die Wählerinnen und Wähler sich bewusst die Kandidaten vor Ort ansehen“, sagte der 59-Jährige der Deutschen Presse-Agentur nach der Stimmabgabe. „Es ist keine kleine Bundestagswahl, sondern eine echte Persönlichkeitswahl. Und es geht eben um die eigene Gemeinde, Stadt oder den Landkreis.“

So schnitten die Parteien bei der Wahl 2021 ab

Bei den Kommunalwahlen 2021 war die CDU auf Kreisebene mit 31,7 Prozent stärkste Kraft geworden, vor der SPD mit 30,0 Prozent. Die Grünen erreichten vor fünf Jahren 15,9 Prozent, die FDP 6,5 Prozent, die AfD 4,6 Prozent und die Linke 2,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 57,0 Prozent.