Manuela Schwesig über Friedrich Merz: Die Aussagen im Wortlaut

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin und SPD-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, bei einem Pressetermin nach dem Auftakt der Koalitionsverhandlungen.
Jens Büttner/dpaAm Montag, 12. Oktober 2026, gab Bärbel Bas ihren Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende bekannt. Als Gründe nannte sie den Tod ihrer Stieftochter und die damit verbundene persönliche Belastung. Zugleich beklagte sie öffentliche Angriffe auf ihre Person, die auch aus den Reihen des Koalitionspartners Union gekommen seien. Die Ankündigung löste innerhalb der SPD deutliche Reaktionen aus. Besonders scharf äußerte sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Schwesig bezeichnet CDU-Angriffe als „unmenschlich und rücksichtslos“
In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb Schwesig am 12. Oktober:
„Mein Mitgefühl gilt Bärbel Bas. Ich wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Situation. Persönlich danke ich Bärbel Bas für die gute Zusammenarbeit! Die Attacken der CDU - trotz ihrer persönlichen schweren Situation - waren unmenschlich und rücksichtslos.“
Mit ihrer Kritik richtete sich Schwesig zunächst allgemein gegen die CDU. Wenig später wurde sie gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk konkreter und nahm Bundeskanzler Friedrich Merz ausdrücklich in die Verantwortung.
Was Schwesig über Friedrich Merz sagte
Im Gespräch mit dem NDR am 12. Oktober warf Schwesig dem Bundeskanzler und weiteren CDU-Politikern vor, Bas trotz ihrer schwierigen persönlichen Situation angegriffen zu haben. Wörtlich erklärte sie:
„Und deshalb finde ich es auch unanständig von Herrn Merz und denen, die in der CDU mitgemacht haben, denn viele wussten um ihre persönliche Lage und haben sie trotzdem in dieser Zeit schwer attackiert.“
Damit erhob Schwesig einen direkten Vorwurf gegen den Bundeskanzler. Ihrer Darstellung zufolge wussten Beteiligte aus der CDU um die persönliche Belastung von Bas und setzten ihre politische Kritik dennoch fort.
Welche konkreten Äußerungen von Merz Schwesig dabei meinte, benannte sie in diesem Zitat nicht.
Friedrich Merz weist Schwesigs Vorwurf zurück
Bundeskanzler Friedrich Merz widersprach der Darstellung. Er betonte, dass sich seine Auseinandersetzungen mit Bärbel Bas auf politische Sachfragen beschränkt hätten.
Seine Antwort lautete:
„Ich kann für meine Person sagen, ich habe immer nur in Sachfragen mit ihr diskutiert, nie persönlich.“
Merz äußerte zugleich Respekt für die Rücktrittsentscheidung von Bas und würdigte die Zusammenarbeit mit ihr in der Bundesregierung.
