Schaffer und Häuslebauer: Minijob-Steuer steigt auf 5 Prozent - Handwerkerbonus sinkt

Beutel mit dem Logo der Minijob-Zentrale.
Marc Tirl/dpaWer im Nebenjob arbeitet oder im eigenen Zuhause modernisiert, renoviert oder repariert, muss sich auf spürbare Einschnitte gefasst machen. Aktuelle Beschlüsse der Koalition belasten private Haushaltskassen und das Handwerk gleichermaßen. Das Sparpaket trifft vor allem zwei Bereiche, die bisher bares Geld wert waren: den Handwerkerbonus und die Minijobs.
Rotstift beim Handwerkerbonus - nur noch 900 Euro
Bisher galt der Handwerkerbonus als verlässliche Stütze gegen Schwarzarbeit und als Anreiz für Sanierungen. Das Prinzip war einfach: Wer Handwerker für Erhaltungs-, Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen im eigenen Haushalt engagierte, konnte 20 Prozent der reinen Arbeitskosten voll von der Steuerschuld abziehen - also nicht nur das zu versteuernde Einkommen mindern. Bei maximal anrechenbaren 6.000 Euro im Jahr bedeutet das eine Steuerersparnis von bis zu 1.200 Euro.

Künftig weniger lukrativ: Minijobs im Straßencafé.
Frank Rumpenhorst/dpaDamit ist bald Schluss. Die steuerliche Absetzbarkeit wird von 20 Prozent auf 15 Prozent gekürzt. Der maximale Steuerbonus schrumpft damit auf höchstens 900 Euro pro Jahr. Für Häuslebauer und Modernisierer bedeutet das konkret 300 Euro weniger Erstattung vom Finanzamt für dieselbe Handwerkerleistung.
Minijobs mit 5 Prozent Pauschalsteuer
Auch bei den geringfügigen Beschäftigungen zieht die Koalition die Daumenschrauben an. Die einheitliche Pauschalsteuer für Minijobs, die Arbeitgeber bislang an die Minijob-Zentrale abführen, wird mehr als verdoppelt: Sie steigt von zwei auf fünf Prozent. Mittelfristig will die Koalition die Minijobs ohnehin abschaffen und nur noch voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zulassen. Das hatte die Rentenkommission so empfohlen.
Sie scheinen das Feindbild von SPD und Gewerkschaften, aber auch des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA zu sein. Sogar Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich schon persönlich gegen Minijobs ausgesprochen. Über ein mögliches Minijob-Aus war schon länger gemunkelt worden, obwohl die Nachrichtenagentur dpa entsprechende Vermutungen noch vor einem Jahr in einem „Faktencheck“ als „Fake News“ und „frei erfunden“ bezeichnet hatte.
Kürzlich wurde bereits bekannt, dass die Minijob-Sozialabgaben 2027 von 31 auf über 38 Prozent in die Höhe schießen sollen, unter anderem durch die erstmalige Einbeziehung der Pflegeversicherung. Dadurch und mit der Erhöhung der Pauschalsteuer auf 5 Prozent sind sie künftig die teuerste Beschäftigungsform überhaupt.


