Umfragewerte der AfD
: In diesen Bundesländern liegt sie vorn

Die AfD ist derzeit zumindest laut aktuellen Umfragen in fünf Bundesländern die stärkste politische Kraft.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Alice Weidel: ARCHIV - 05.07.2026, Thüringen, Erfurt: Alice Weidel, AfD-Bundesvorsitzende, steht auf dem Bundesparteitag der AfD in der Messe Erfurt in einem TV-Studio. (zu dpa: «Weidel: Spahns «Glaubwürdigkeit endgültig zerstört»») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In fünf Bundesländern führt die AfD aktuell laut den neuesten Umfragen.

Sebastian Kahnert/dpa

Nach den jeweils jüngsten veröffentlichten Landtagsumfragen führt die AfD in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Statistiken an. Besonders deutlich fällt der Vorsprung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD ebenfalls an erster Stelle, allerdings mit geringerem Abstand zur SPD.

In diesen 5 Bundesländern liegt die AfD laut Umfragen vorn.

In diesen 5 Bundesländern liegt die AfD laut Umfragen vorn.

Lukas Böhl mit ChatGPT

Sachsen: AfD erreicht 42 Prozent

Den höchsten Wert erzielt die AfD derzeit in Sachsen. In einer INSA-Umfrage vom 21. Mai 2026 kommt sie auf 42 Prozent. Die CDU folgt mit 21 Prozent und erreicht damit nur die Hälfte des AfD-Wertes.

SPD und Grüne liegen jeweils bei 6 Prozent, die Linke bei 9 Prozent und das Bündnis Sahra Wagenknecht bei 7 Prozent. Gegenüber der Landtagswahl im September 2024, bei der die AfD 30,6 Prozent erzielt hatte, entspricht der aktuelle Umfragewert einem Zuwachs von mehr als elf Prozentpunkten.

Sachsen-Anhalt: 18 Punkte Vorsprung auf die CDU

Auch in Sachsen-Anhalt liegt die AfD klar vorn. Die jüngste INSA-Umfrage vom 3. Juli 2026 sieht die Partei bei 41 Prozent. Die CDU erreicht 23 Prozent und liegt damit 18 Prozentpunkte zurück.

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Die Linke kommt auf 13 Prozent. SPD und BSW erreichen 6 beziehungsweise 5 Prozent, Grüne und FDP jeweils 4 Prozent. Bereits die beiden vorherigen Erhebungen vom Mai hatten die AfD mit 41 beziehungsweise 42 Prozent deutlich an der Spitze gesehen. Die Führung ist somit nicht nur das Ergebnis einer einzelnen Umfrage.

Für Sachsen-Anhalt sind die Zahlen besonders relevant, weil dort am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewählt wird. Aus dem ersten Platz in den Umfragen folgt allerdings nicht automatisch eine Regierungsmehrheit. Entscheidend sind neben dem tatsächlichen Wahlergebnis die Sitzverteilung und die Koalitionsbereitschaft der übrigen Parteien.

Thüringen: AfD steigt auf 40 Prozent

In Thüringen erreicht die AfD laut einer am 2. Juli 2026 veröffentlichten INSA-Umfrage 40 Prozent. Die CDU folgt mit 22 Prozent, die Linke mit 16 Prozent. Das BSW liegt bei 7 Prozent, die SPD bei 6 Prozent und die Grünen bei 4 Prozent.

Der Abstand zwischen AfD und CDU beträgt damit ebenfalls 18 Prozentpunkte. Zudem zeigt die Umfragereihe einen längerfristigen Aufwärtstrend: Im Februar lag die AfD bei 38 Prozent, im April bei 39 Prozent und Anfang Juli schließlich bei 40 Prozent.

Brandenburg: AfD deutlich vor der SPD

In Brandenburg liegt die AfD bei 37 Prozent. Das geht aus einer Umfrage von Infratest dimap hervor, die am 24. Juni 2026 veröffentlicht wurde. Die SPD folgt mit 22 Prozent. CDU und Linke erreichen jeweils 12 Prozent, die Grünen 6 Prozent und das BSW 4 Prozent.

Damit beträgt der Abstand zwischen AfD und SPD 15 Prozentpunkte. Bei der Landtagswahl im September 2024 war die SPD noch knapp vor der AfD stärkste Kraft geworden. In den seitdem veröffentlichten Erhebungen hat sich das Verhältnis umgekehrt: Die AfD lag im Januar und März 2026 jeweils bei 34 Prozent und stieg im Juni auf 37 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern: Engerer Abstand zur SPD

Weniger groß ist der Vorsprung in Mecklenburg-Vorpommern. Infratest dimap sieht die AfD in der jüngsten Umfrage vom 9. Juli 2026 bei 36 Prozent. Die SPD erreicht 29 Prozent. Dahinter folgen die Linke mit 12 Prozent und die CDU mit nur 9 Prozent.

Der Vorsprung der AfD auf die SPD beträgt somit sieben Prozentpunkte. Mehrere Erhebungen aus dem Jahr 2026 zeigen ein ähnliches Bild: Seit Januar bewegte sich die AfD zwischen 34 und 37 Prozent und lag durchgehend vor allen anderen Parteien.

In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September 2026 gewählt. Die Umfragen deuten damit zwar auf einen Wahlsieg der AfD hin, zugleich bleibt die SPD deutlich näher an der Partei als die jeweiligen Zweitplatzierten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

In Westdeutschland liegt die AfD nirgendwo an erster Stelle

Außerhalb dieser fünf Länder führt die AfD derzeit in keiner aktuellen Landtagsumfrage. In westdeutschen Ländern erreicht sie teilweise Werte von mehr als 20 Prozent, bleibt aber hinter mindestens einer anderen Partei.

In Hessen liegt sie beispielsweise bei 22 Prozent hinter der CDU mit 30 Prozent. In Baden-Württemberg erreicht sie ebenfalls 22 Prozent, während Grüne und CDU auf 32 beziehungsweise 26 Prozent kommen. Im Saarland liegt die AfD mit 23 Prozent hinter SPD und CDU. Auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein reicht es nicht für den ersten Platz.

Berlin bildet innerhalb Ostdeutschlands die Ausnahme. Dort liegt die AfD in der jüngsten Umfrage bei 16 Prozent und damit hinter der Linken mit 22 Prozent, der CDU mit 20 Prozent und den Grünen mit 17 Prozent.

Umfragen sind keine Wahlergebnisse

Die aktuellen Zahlen zeigen eine starke regionale Konzentration der AfD. In allen fünf ostdeutschen Flächenländern liegt sie an der Spitze, während ihr dies in Berlin und den westdeutschen Ländern nicht gelingt.

Die Werte sind dennoch mit Vorsicht zu interpretieren. Die Erhebungen stammen von unterschiedlichen Instituten und wurden zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt. Außerdem unterliegen Umfragen statistischen Unsicherheiten und bilden lediglich die politische Stimmung während des jeweiligen Befragungszeitraums ab. Ob die AfD ihre Führung bis zum Wahltag hält und daraus politische Gestaltungsmacht ableiten kann, bleibt offen.