VfB Stuttgart bei Bayer Leverkusen
: Warum Atakan Karazor nicht die Rote Karte erhält

Die Nullnummer zwischen dem Meister und dem Vizemeister verlief keineswegs langweilig. Auch der Schiedsrichter Daniel Siebert stand mehrfach im Mittelpunkt.
Von
Carlos Ubina
Stuttgart
  • Eine strittige Szene: der VfB-Mittelfeldspieler Atakan Karazor (links) hält den durchbrechenden Victor Boniface fest.

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  • Am 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga ging es für den VfB Stuttgart auswärts zum amtierenden Deutschen Meister. Zahlreiche VfB-Fans machten sich am Freitagabend auf den Weg nach Leverkusen.

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  • Shakehands der derzeit wohl beiden spannendsten Trainer der Fußball-Bundesliga: Leverkusens Xabi Alonso und VfB-Coach Sebastian Hoeneß. Letzterer schickte nach der Großrotation unter der Woche wieder sein Stammpersonal aufs Feld.

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  • Doch für einen der Stammkräfte war die Partie schnell vorbei: Jamie Leweling setzte in der dritten Spielminute zum Sprint an und fasste sich plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den linken Oberschenkel. Der Neu-Nationalspieler musste verletzungsbedingt vom Feld.

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  • Für ihn kam Fabian Rieder in die Partie, der sich zuletzt mit starken Einsätzen ohnehin aufgedrängt hatte.

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  • Die Leverkusener um Superstar Florian Wirtz erwischten den etwas aktiveren Start. Großchancen waren jedoch zunächst auf beiden Seiten Mangelware.

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  • Erstmals wirklich gefährlich wurde es nach einer Ecke der Leverkusener in der 18. Minute: Atakan Karazor und Maximilian Mittelstädt konnten Leverkusens Edmond Tapsoba nicht am Kopfball hindern. Sein Versuch rauschte nur knapp am langen Eck vorbei.

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  • In der 32. Minute zappelte der Ball dann nach einem Abschluss von Jeremie Frimpong im Stuttgarter Netz. Doch der Ball war bei der Vorarbeit von Victor Boniface bereits im Toraus; der Treffer zählte nicht. Weil es eindeutig war, folgten auf die Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert keine Leverkusener Proteste.

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  • Zum Ende der ersten Hälfte wurde Leverkusen zunehmend dominanter und vor allem durch Standards immer wieder gefährlich. In der 41. Minute war es erneut Tapsoba, der am ersten Pfosten zum Kopfball kam und die Latte traf; Sekunden vor dem Halbzeitpfiff traf Boniface nach einer Leverkusener Ecke ebenfalls Alu – doppelt Glück für den VfB vor der Pause.

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  • Und mit Leverkusener Alutreffern ging es in Hälfte zwei gleich weiter: Aus etwa elf Metern kam Boniface frei vor VfB-Keeper Alexander Nübel zum Abschluss; sein satter Schuss knallte an den rechten Pfosten. Die Führung für Leverkusen wäre zu diesem Zeitpunkt längst hochverdient.

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  • Die Stuttgarter Offensive um Deniz Undav hingegen fand kaum in die Partie.

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  • Nach einer Stunde sollte dann Chris Führich das VfB-Offensivspiel beleben. Er kam für Fabian Rieder, der nach seiner Einwechslung in der achten Spielminute von VfB-Coach Hoeneß schon wieder vom Feld geholt wurde.

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  • Und Führich leitete direkt mal die erste große Chance für den VfB ein: Im Sechzehner spielte er quer auf Undav, der den Ball gefühlvoll aus der Luft aufs lange Eck zog – die gefährlichste Aktion des VfB bis zu diesem Zeitpunkt.

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  • Dann musste der VfB aber direkt wieder zittern: Erst köpfte Leverkusens Frimpong freistehend aus fünf Metern knapp daneben (66.), dann ließ sich Anthony Rouault im Laufduell mit Boniface zu leicht abschütteln. Frei vor dem Tor scheiterte der Stürmer aber an VfB-Keeper Nübel, der sein Team im Spiel hielt (73.).

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  • Leverkusen lief in der Folge weiter an, doch die VfB-Defensive stabilisierte sich in der letzten Viertelstunde der Partie. Am Ende zitterte sich der VfB zum torlosen Remis gegen den amtierenden Deutschen Meister.

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Hochintensiv verlief die Begegnung zwischen dem Meister und Vizemeister. Hitzig und hektisch wurde es immer wieder, wenn Bayer Leverkusen angriff und der VfB Stuttgart mit allem, was er hatte, das 0:0 leidenschaftlich verteidigte. An der Grenze des Erlaubten bewegten sich die Fußballer beider Mannschaften dabei teilweise – und A takan Karazor hatte durchaus Glück. Denn der VfB-Kapitän hielt in einer Szene den durchbrechenden Victor Boniface als letzter Mann fest und und landete erst anschließend selbst auf dem Boden (51.). Der Schiedsrichter pfiff auch – und zur Empörung der Leverkusener Fans entschied Daniel Siebert auf Freistoß für die Gäste aus dem Schwabenland.

Was war passiert?

Siebert stand nach der Bundesligapartie beim übertragenden Streamingdienst DAZN vor der Kamera und klärte auf. „Da kam die Foulspielanzeige ein bisschen zu spät“, sagte der Unparteiische, da sich vor der Karazor-Aktion etwas abseits des Balles ereignet hatte. Florian Wirtz brachte den Stuttgarter Maximilian Mittelstädt in einem Laufduell zu Fall, erst danach gelangte Boniface an das Spielgerät. Folglich wurde auf Hinweis des Videoschiedsrichters das Vergehen von Wirtz geahndet.

„Ich habe eigentlich ein Foul von Karazor an Boniface gepfiffen“, gestand Siebert hinterher und hatte Verständnis dafür, dass sowohl auf dem Platz als auch auf den Auswechselbänken kräftig Unruhe entstand. „Das war hausgemacht“, meinte Siebert selbstkritisch. Denn statt der Riesenchance für die Werkself und einer möglichen Roten Karte für den Stuttgarter Mittelfeldspieler gab es für Karazor aufgrund seiner Beteiligung an der anschließenden Rudelbildung nur Gelb, ebenso wie für den protestierenden Bayer-Strategen Granit Xhaka.

Auch in zwei weiteren Situationen, die für den Referee knifflig erschienen, hatte der VfB keinen Grund sich zu beschweren. Weder bei Anrie Chase (Unterbindung einer Torchance, was einen Platzverweis nach sich gezogen hätte) in der Anfangsphase noch bei Josha Vagnoman (im Strafraum) später wurde auf ein strafbares Handspiel erkannt – eine Regelauslegung, die letztlich auch für die Gastgeber okay war, wie der Mittelfeldspieler Robert Andrich betonte.

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