Mercedes, Audi, Bosch und Co.: Diese Werke in Baden-Württemberg beteiligen sich am IG-Metall-Aktionstag

Die Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie stehen an – und die Gewerkschaft IG Metall ruft die Beschäftigten in der Autoindustrie bundesweit zu einem Aktionstag auf (Symbolbild).
Martin Schutt/dpa- IG Metall mobilisiert für den 21. September Beschäftigte der Autoindustrie zum Protest.
- In Baden-Württemberg beteiligen sich u. a. Mercedes, Porsche, Audi, Bosch, Mahle und Daimler Truck.
- Die Gewerkschaft wendet sich gegen Sparprogramme, Stellenabbau und Verlagerungen – Motto: Zusammenhalt.
- Streitpunkt ist die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, IG Metall lehnt dies ab und warnt vor Lohnkürzung.
- Erste Tarifverhandlungen starten ab dem 7. Oktober, Warnstreiks wären nach dem 31. Oktober möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen erhöht die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber. Am 21. September ruft die Gewerkschaft bundesweit Beschäftigte der Autoindustrie zu Protestaktionen auf. Allein in Baden-Württemberg sollen sich Mitarbeiter von Mercedes-Benz, Porsche, Audi, Bosch, Mahle und Daimler Truck beteiligen.
Unter dem Motto „Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ will die Gewerkschaft mit Kundgebungen vor den Werkstoren gegen Sparprogramme, Stellenabbau und Verlagerungen protestieren. „Wir sind nicht der Spielball großer Konzerne“, heißt es in einem vorab veröffentlichten Video.
40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich? IG Metall ist dagegen
„Nicht länger werden sie sich zu Sündenböcken machen lassen für eine Krise, die sie nicht verursacht haben. Nicht länger werden sie die Zeche für Managementfehler und die Folgen geopolitischer Konflikte zahlen“, kündigt die Gewerkschaft an.
Die Proteste finden wenige Wochen vor dem Start der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie statt. Die anhaltende Krise vieler Autohersteller und Zulieferer dürfte die Gespräche zusätzlich belasten. Für Konfliktstoff sorgt etwa die Debatte um die Arbeitszeit. Mercedes-Chef Ola Källenius spricht sich offen für eine 40‑Stunden-Woche aus, wobei die Beschäftigten weiterhin für 35 Stunden bezahlt würden.
Gewerkschaftschefin Christiane Benner weist solche Überlegungen zurück. „Wer die Abschaffung fordert, der erntet einen Proteststurm“, sagte sie kürzlich. Die 35-Stunden-Woche gehöre zum „Identitätskern“ der Gewerkschaft. 40 statt 35 Stunden ohne Entgeltausgleich zu arbeiten, käme einer Lohnkürzung von rund 14 Prozent gleich.
Zugleich signalisiert die Gewerkschaft Gesprächsbereitschaft für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. „Wir verlangen aber Gegenleistungen, nämlich Investitionen, Produktzusagen und die Sicherung von Arbeitsplätzen“, sagte Benner.

Christiane Benner, erste Vorsitzende der IG Metall, will die Tarifverhandlungen differenziert angehen: Denn nicht die ganze Metall- und Elektroindustrie steckt in einer Krise. Positive wirtschaftliche Entwicklungen gebe es etwa in Betrieben der Luft- und Raumfahrt, Rüstung, Schiffsbau oder Energie.
imagoIG-Metall-Aktionstag: Diese Betriebe in Baden-Württemberg machen mit
Nach Angaben der IG Metall Baden-Württemberg beteiligen sich bislang folgende Standorte am bundesweiten Aktionstag:
- Audi, Neckarsulm
- Bosch, Feuerbach
- Bosch, Reutlingen
- Daimler Truck, Gaggenau
- Mahle, Bad Cannstatt
- Mercedes-Benz, Untertürkheim
- Mercedes-Benz, Sindelfingen
- Mercedes-Benz, Rastatt
- Porsche, Zuffenhausen
Mit den Aktionen wollen die Beschäftigten nach Gewerkschaftsangaben ein Zeichen gegen „Spar- und Verlagerungsfantasien“ der Unternehmensführungen setzen. Gefordert werden Investitionen in neue Produkte, Qualifizierung und die Sicherung von Standorten statt kurzfristiger Kostensenkungen.
Die ersten Tarifverhandlungen sind ab dem 7. Oktober geplant. Die aktuellen Tarifverträge laufen am 31. Oktober aus. Da es in dieser Tarifrunde keine nachlaufende Friedenspflicht gibt, wären unmittelbar danach Warnstreiks möglich.

