Senkung der Stromsteuer: Wie viel Geld spart man?

Wie viel Geld spart man durch die Stromsteuersenkung?
Jens Büttner/dpaDie Stromsteuer in Deutschland soll deutlich sinken – und zwar nicht nur für Unternehmen, sondern auch für private Haushalte. Bundeskanzler Friedrich Merz will die Steuer auf das europäische Mindestniveau reduzieren. Das würde die Stromkunden entlasten. Doch wie viel Geld bleibt dadurch tatsächlich übrig?
Die Bundesregierung will die Stromsteuer von derzeit 2,05 Cent pro Kilowattstunde auf 0,1 Cent senken. Das entspricht einer Reduzierung um rund 95 Prozent. Bislang war die Entlastung vor allem für das produzierende Gewerbe vorgesehen. Nun sollen auch private Verbraucher davon profitieren. Damit würde die Bundesregierung ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umsetzen.
Wie viel Geld können Haushalte durch die niedrigere Stromsteuer sparen?
Obwohl die geplante Steuersenkung erheblich ausfällt, dürfte sich die Ersparnis auf der Stromrechnung in Grenzen halten. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale könnte ein durchschnittlicher Haushalt rund 68 Euro im Jahr sparen. Das entspricht knapp 5,70 Euro pro Monat.
Der Grund: Die Stromsteuer macht nur einen kleinen Teil des gesamten Strompreises aus. Ihr Anteil liegt bei etwa fünf Prozent. Selbst wenn sie nahezu vollständig entfällt, sinkt der Strompreis deshalb nur vergleichsweise wenig.
Wie hoch die individuelle Entlastung ausfällt, hängt vom Stromverbrauch ab. Je mehr Strom ein Haushalt benötigt, desto stärker profitiert er grundsätzlich von der Senkung.
Warum ist Strom in Deutschland so teuer?
Deutschland gehört im internationalen Vergleich weiterhin zu den Ländern mit besonders hohen Strompreisen. Nach Angaben des Vergleichsportals Finanztip zahlen private Verbraucher derzeit durchschnittlich knapp 36 Cent pro Kilowattstunde bei einer Preisgarantie von 24 Monaten.
Laut Verivox hat Deutschland unter den 20 größten Industrieländern die höchsten Strompreise. In Frankreich zahlen private Stromkunden im Durchschnitt etwa ein Drittel weniger. In den USA und Japan kostet Strom sogar nur ungefähr halb so viel.
Die Stromsteuer ist dabei nur einer von mehreren Kostenfaktoren. Der Strompreis setzt sich im Wesentlichen aus den Beschaffungskosten, Steuern und Abgaben sowie den Netzentgelten zusammen. Gerade die Kosten für den Umbau und Ausbau der Stromnetze treiben die Preise in Deutschland zusätzlich in die Höhe.
Was kostet die Stromsteuersenkung den Staat?
Für den Bundeshaushalt wäre die geplante Entlastung mit erheblichen Kosten verbunden. Nach Angaben aus der Wirtschaftsredaktion von NDR Info würde die Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau rund fünf Milliarden Euro kosten.
Bundeskanzler Merz setzt bei der Finanzierung auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Eine wachsende Wirtschaft soll dem Bund zusätzliche Steuereinnahmen bringen, mit denen die Entlastung finanziert werden könnte.
Ob diese Rechnung aufgeht, hängt allerdings von der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung ab.
Wann wird die Stromsteuer gesenkt?
Ein konkreter Zeitpunkt für die Senkung wird in der Ankündigung nicht genannt. Nach monatelangen Diskussionen soll das Vorhaben nun vorangetrieben werden. Für private Haushalte bedeutet das zunächst, dass die Entlastung angekündigt ist, aber noch nicht unmittelbar auf der Stromrechnung ankommt.
Fest steht: Die Senkung der Stromsteuer könnte die Stromkosten für Millionen Haushalte reduzieren. Große finanzielle Sprünge sind dadurch allerdings nicht zu erwarten. Mit durchschnittlich rund 68 Euro jährlich wäre die Entlastung spürbar, aber überschaubar.
