Höchster Feiertag im Judentum: Jom Kippur 2024 – Bedeutung und Bräuche

Welche Bedeutung hat Jom Kippur?
New Africa/ShutterstockWas ist Jom Kippur?
Jom Kippur, der höchste Feiertag im Judentum, ist als „Tag der Versöhnung“ bekannt. Er markiert das Ende der zehn Bußtage, die mit Rosch Haschana (dem jüdischen Neujahr) beginnen, und findet 2024 vom Abend des 11. Oktober bis zum Abend des 12. Oktober statt. An diesem Tag geht es darum, Sünden zu bereuen, um Vergebung zu bitten und die Beziehung zwischen Gott und den Menschen zu erneuern.
Die Bedeutung von Jom Kippur: Warum ist er so wichtig?
Die Bedeutung von Jom Kippur liegt in der Versöhnung und spirituellen Erneuerung. Historisch geht der Feiertag auf den Tag zurück, an dem Gott dem jüdischen Volk für die Anbetung des Goldenen Kalbes vergab – ein schwerer Verstoß gegen das Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“. Die Vergebung erfolgte am 10. Tischri, dem Datum, das heute als Jom Kippur bekannt ist.
Der Ausdruck „Sündenbock“, den wir heute im Alltag verwenden, stammt ebenfalls aus dieser Tradition: Ein Ziegenbock wurde symbolisch mit den Sünden des Volkes beladen und in die Wüste geschickt, um die Schuld zu beseitigen.
Jom Kippur ist kein trauriger, sondern ein ernster Feiertag. Es geht darum, sich selbst zu hinterfragen und inneren Frieden zu finden, sowohl mit Gott als auch mit den Mitmenschen. In den zehn Tagen zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur haben gläubige Juden Zeit, ihre Sünden zu bekennen und sich auf spirituelle und ethische Werte zu besinnen.
Wann ist Jom Kippur 2024?
Jom Kippur fällt jedes Jahr auf den 10. Tischri im jüdischen Mondkalender, was im gregorianischen Kalender zu wechselnden Terminen führt. Die Daten für die kommenden Jahre sind:
Jüdische Feiertage beginnen immer am Vorabend und enden mit dem Sonnenuntergang des folgenden Tages.
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Was macht man an Jom Kippur? Regeln und Bräuche
An Jom Kippur fasten gläubige Juden und Jüdinnen für 25 Stunden. Fasten bedeutet in diesem Fall nicht nur den Verzicht auf Essen, sondern auch auf Wasser. Zusätzlich gelten an diesem Tag strenge Regeln:
Diese Bräuche werden selbst von vielen Juden befolgt, die sonst weniger religiös leben. Es ist auch der einzige Fastentag, der auf einen Sabbat fallen darf – alle anderen Fastentage werden verschoben, wenn sie mit dem Sabbat zusammenfallen.
In vielen Synagogen dauert der Gottesdienst beinahe den ganzen Tag. In Israel ist es besonders ruhig an Jom Kippur: Restaurants und Läden sind geschlossen (außer arabische), sogar Grenzübergänge inklusive Flughäfen sind dicht. Die Straßen sind beinahe autofrei, Radio und Fernsehen strahlen kein Programm aus, Nachrichten und Verkehr gibt es nur in Ausnahme- und Notfällen. So kommt quasi das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen, auch in vermeintlich säkularen Städten wie Tel Aviv und Haifa.
Denn an Jom Kippur soll jeder in sich gehen, reflektieren und sich selbst hinterfragen.
Zum Abschluss von Jom Kippur, wenn die Sonne untergeht, wird das Schofar, ein Instrument aus einem Widderhorn, geblasen. Viele Familien versammeln sich dann zuhause zum gemeinsamen Festmahl, manchmal wird aber auch bereits in der Synagoge das Fasten mit einem kleinen Imbiss gebrochen.
Wie fastet man an Jom Kippur?
Der höchste Feiertag im Judentum ist ein Fastentag – Essen und Trinken sind streng verboten.
Da der Feiertag am Abend beginnt, nutzen viele Juden und Jüdinnen den jeweiligen Tagesbeginn, um ausgiebig zu essen und vor allem Speisen zu sich zu nehmen, die gut sättigen. So wird der Hunger an Jom Kippur nicht zu groß und man kann sich am Feiertag selbst auf das Wesentliche besinnen.
Ebenfalls ist es wichtig, vor dem Beginn von Jom Kippur ausreichend zu trinken, denn auch Wasser ist am Fastentag nicht erlaubt. Alkohol, Kaffee und Tee sollten dabei vermieden werden, weil sie dem Körper langfristig eher Flüssigkeit entziehen.
Was wünscht man sich zu Jom Kippur?
In der Zeit zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur wünscht man sich „chatima tova“ (חתימה טובה), was so viel bedeutet wie „Möge deine Einschreibung (in das Buch des Lebens) eingetragen werden“. Nach Jom Kippur wird der Gruß zu „gmar chatima tova“ (גמר חתימה טובה), was bedeutet „Möge deine Einschreibung endgültig besiegelt sein“.