Konflikt um Stuttgart 21
: Schwarzer Donnerstag – diese furchtbaren Bilder gingen vor 15 Jahren um die Welt

Vor 15 Jahren bildete der Schwarze Donnerstag mit Hunderten Verletzten den traurigen Tiefpunkt des Streits über das Bahnprojekt Stuttgart 21. Manche Bilder sind unvergessen.
Von
Jürgen Bock
Stuttgart
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  • Es ist das Bild, das zum Symbol für den Schwarzen Donnerstag geworden ist: Der inzwischen verstorbene Dietrich Wagner wird, nachdem er von einem Wasserwerfer im Gesicht getroffen worden war, mit blutenden Augen von zwei Helfern weggeführt.

    picture alliance/Marijan Murat
  • Wagner, der eigentlich nie zu den führenden Köpfen im Widerstand gegen Stuttgart 21 gezählt hatte, verlor sein Augenlicht bei dem Polizeieinsatz fast vollständig. Auf diese Weise ist er unfreiwillig zur Symbolfigur geworden. Fünf Jahre später wurden er und andere Opfer des Einsatzes vom neuen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) in der Villa Reitzenstein empfangen.

    dpa/Marijan Murat
  • Tausende Demonstranten versperren der Polizei den Weg. Die reagiert mit dem Einsatz von Wasserwerfern. Schirme und Planen schützen die Protestierenden nur wenig.

    dpa/Marijan Murat
  • Noch ein Foto, das es in viele Medien weltweit geschafft hat: Der Wasserstrahl trifft die Blockierer hart. Einige versuchen, sich mit Kapuzen oder Planen abzuschirmen, andere sind mit Helm unterwegs – wohl in Erwartung größerer Auseinandersetzungen.

    dpa/Uwe Anspach
  • Zwei Gruppen, die sich an diesem Tag unversöhnlich gegenüberstehen: Auf der einen Seite Tausende Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21, die Baumfällungen im Schlossgarten verhindern wollen. Auf der anderen Seite zahlreiche Polizisten, aus mehreren Bundesländern zusammengezogen.

    Foto: Michael Steinert
  • Klatschnass sind am Ende viele – und es gibt zahlreiche Verletzte auf beiden Seiten. Die Zahlen gehen weit auseinander, je nachdem wer sich dazu äußert. Doch es sind zumindest Hunderte.

    dpa/Uwe Anspach
  • Es wird kräftig zugelangt bei der Räumung der Blockade. Stundenlang versuchen die Einsatzkräfte, den Weg im Schlossgarten frei zu machen, während immer mehr Menschen dorthin kommen.

    dpa/Uwe Anspach
  • Zahlreiche Menschen werden weggetragen – auch solche, die zuvor noch nie auch nur annähernd einen solchen Polizeieinsatz miterlebt haben und völlig schockiert darüber sind. Auch viele ältere Menschen befinden sich darunter.

    Franziska Kraufmann
  • Pfefferspray und Wasserwerfern setzen vielen Demonstrierenden schwer zu – zum Symbolbild dafür ist auch dieses Foto geworden, auf dem zu sehen ist, wie einem Verletzten die Augen ausgewaschen werden.

    dpa/Uwe Anspach
  • Teilnehmer einer Schülerdemo werden zum Schlossgarten gelotst – und besetzen dort ein Polizeifahrzeug, das Gitter anliefert. Was sich für sie wohl anfangs wie ein Happening anfühlt, wird schnell bitterer Ernst.

    dpa/Uwe Anspach
  • Schülerinnen versuchen, einen Baum zu schützen. Zahlreiche Bäume im Schlossgarten sind an jenem Tag besetzt. Am Ende werden trotzdem etwa 25 in einem kleinen Teil des Parks gefällt, um dort die Baustelle für das Grundwassermanagement einrichten zu können.

    Kraufmann/Thomas Wagner
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Es ist tief in der Nacht, als im Stuttgarter Schlossgarten schließlich 25 Bäume gefällt werden, um Platz für die Baustelle des Grundwassermanagements für das Bahnprojekt Stuttgart 21 zu machen. Die Fällung markiert den Endpunkt eines Tages, der als Schwarzer Donnerstag in die Geschichte der Stadt eingeht. Als Tiefpunkt in der Auseinandersetzung um das Projekt.

Der Widerstand kulminiert an jenem 30. September 2010. Nachdem es in den Monaten zuvor schon Großdemonstrationen gegen den Abriss von Teilen des Kopfbahnhofs gegeben hatte, folgt nun der sensibelste Teil. Die ersten Baumfällungen im Schlossgarten stehen an. Tausende stellen sich der Polizei, die Kräfte aus mehreren Bundesländern zusammenzieht, entgegen. Darunter auch die Teilnehmer einer Schülerdemo.

Hunderte Verletzte bei Polizeieinsatz im Schlossgarten Stuttgart

Der Einsatz läuft völlig aus dem Ruder. Wasserwerfer spritzen in die Menge, Pfefferspray und Schlagstöcke werden eingesetzt. Am Ende des Tages sind nicht nur 25 Bäume gefällt, sondern auch Hunderte Menschen verletzt. Die Bilder jenes Donnerstags gehen um die Welt. Einige davon sind noch heute präsent – als Mahnmal, dass sich so etwas nicht wiederholen darf.

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