„35 Jahre im mittleren Management“: So humorvoll spricht Haakon über seinen neuen Job als König

Haakon im Jahr 2023, damals noch als Kronprinz - oder wie er selbst sagt: „im mittleren Management“.
Dusan Reljin / Det kongelige hoffDass König Haakon VIII. (53) auch in ernsten Zeiten seinen Humor nicht verliert, zeigte er am Donnerstagabend (22. Oktober) im norwegischen Königsschloss in Oslo. Dort empfing der Monarch die Mitglieder des Parlaments zum traditionellen Stortingsdinner – erstmals als König und damit in einer Rolle, die bis vor wenigen Wochen noch sein Vater Harald V. ausgefüllt hatte.
Der Tod seines Vaters Ende August und die damit verbundene Thronbesteigung haben Haakons Leben grundlegend verändert. Doch statt ausschließlich über die große Verantwortung zu sprechen, die nun auf seinen Schultern lastet, überraschte der neue König seine Gäste mit einer gehörigen Portion Selbstironie.
König Haakon scherzt über seine 35 Jahre im „mittleren Management“
„Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist es nicht ganz einfach, über Nacht König zu werden“, erklärte Haakon in seiner Rede. Zum Glück bringe er für seine neue Aufgabe bereits eine gewisse Berufserfahrung mit.
„Da ist es hilfreich, 35 Jahre Erfahrung als mittlerer Manager in einem mittelgroßen öffentlichen Unternehmen zu haben“, scherzte der Monarch.
Mit dem „mittelgroßen öffentlichen Unternehmen“ meinte Haakon natürlich das norwegische Königshaus. Und mit seiner langjährigen Tätigkeit im „mittleren Management“ spielte er auf seine Zeit als Kronprinz an.
Eine ungewöhnliche Beschreibung für einen royalen Lebenslauf, mit der Haakon deutlich machte, dass er seinen neuen Titel durchaus mit einem Augenzwinkern betrachtet.
„Ich hatte einen fantastischen Trainer“: Haakon zieht sportlichen Vergleich
Doch der neue König hatte noch einen weiteren Vergleich parat. Um zu erklären, wie er seine künftige Aufgabe angehen möchte, bediente sich der 53-Jährige einer sportlichen Metapher.
Sein verstorbener Vater habe ihn bestens auf die neue Verantwortung vorbereitet: „Ich hatte jedenfalls einen fantastischen Trainer“, sagte Haakon.
Nun gehe es vor allem darum, seine Kräfte richtig einzuteilen. Schließlich sei das Königsamt kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. „Jetzt kommt es nur darauf an, die Kräfte gut einzuteilen. Das ist schließlich eine Langstrecke, und ich setze auf ein gleichmäßiges Tempo und gute Ausdauer“, erklärte der Monarch.
Eine humorvolle, aber auch nachdenkliche Beschreibung seiner neuen Lebensaufgabe. Denn anders als bei vielen anderen Berufen gibt es für einen König keinen festgelegten Zeitpunkt, an dem seine Amtszeit endet.
Haakon teilt seine Familie in drei sportliche Kategorien ein
Bei seinem sportlichen Vergleich bezog Haakon auch seine Familie mit ein. Sein Vater hätte vermutlich gesagt, dass das Königshaus in drei Klassen antrete, erklärte er.
Da sei zunächst die „Superveteranin“ des Abends, Königin Sonja, die bereits über Jahrzehnte Erfahrung mit offiziellen Verpflichtungen verfügt. Dann komme die „Juniorin und Debütantin“, Kronprinzessin Ingrid Alexandra. Und schließlich er selbst.
„In meinem besten Alter“, ergänzte Haakon trocken.
Die scherzhafte Einteilung machte zugleich deutlich, wie sich die Rollen innerhalb der norwegischen Königsfamilie verändert haben. Während Sonja weiterhin ihre langjährige Erfahrung einbringt, übernimmt Ingrid Alexandra zunehmend repräsentative Aufgaben. Haakon selbst steht nun an der Spitze des Königshauses.
Seine Ehefrau Königin Mette-Marit konnte bei dem Abendessen nicht dabei sein. Sie muss sich weiterhin von ihrer Lungenoperation im Sommer erholen.
Der Humor seines Vaters lebt in Haakon weiter
Dass Haakon ausgerechnet bei diesem traditionsreichen Abendessen so viele Scherze machte, dürfte kein Zufall gewesen sein. Bereits zu Beginn seiner Rede hatte er daran erinnert, wie gerne sein Vater Harald die jährliche Veranstaltung besucht hatte.
Der verstorbene König sei für seine treffenden Kommentare, sein gutes Timing und seine „Dad Jokes“ bekannt gewesen. Gerade im Schloss habe Harald seinen Humor bei den Begegnungen mit den Parlamentsmitgliedern gerne ausgelebt.
Zum Abschluss seiner Rede erinnerte Haakon schließlich an einen ganz besonderen Ratschlag seines Vaters: „Lass niemals eine Gelegenheit verstreichen, einen trockenen Witz zu machen.“
Ob das tatsächlich ein guter Rat sei, wisse er nicht, fügte Haakon schmunzelnd hinzu. Ein netter Rat sei es aber auf jeden Fall.
Mit seiner ersten Rede bei dem traditionsreichen Parlamentsdinner als König zeigte Haakon jedenfalls, dass er sich diesen Teil des väterlichen Vermächtnisses bereits zu Herzen genommen hat.



