Bernd Prange (CDU): „Ich will, dass sie mich rausschmeißen“

Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt.
IMAGO/Christian Ohde- CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange spendete 10.000 Euro an die AfD und wirbt für sie.
- Er begründete dies mit Vertrauensverlust in die CDU und vermissten konservativen Werten.
- Prange will keinen Austritt, sondern provozieren – „Ich will, dass sie mich rausschmeißen“.
- Die CDU Sachsen-Anhalt leitet ein Parteiausschlussverfahren ein und verurteilt sein Handeln.
- Prange kündigte AfD-Stimme bei der Landtagswahl an; SPD fordert klare Brandmauer.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein ungewöhnlicher Vorgang sorgt kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für politische Turbulenzen. Der CDU Kommunalpolitiker Bernd Prange, Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe und Kreistagsabgeordneter in Stendal, hat der AfD insgesamt 10.000 Euro gespendet und öffentlich dazu aufgerufen, die Partei zu wählen. Der Schritt löste innerhalb der Union sowie bei anderen Parteien scharfe Reaktionen aus. Die Spende, die in zwei Tranchen zu jeweils 5.000 Euro an den AfD Landesverband floss, wurde von der Partei bestätigt und von Prange selbst in einem offenen Brief an die CDU Führung dargelegt. Der 59 Jahre alte Fuhrunternehmer begründete seinen Schritt mit „Sorge um das Land“ und einem massiven Vertrauensverlust in die eigene Partei.
Prange beklagt in seinem Schreiben, dass klassische konservative Werte wie Leistung, Ordnung, Sicherheit und wirtschaftliche Vernunft in der CDU kaum noch vertreten würden. Stattdessen wirft er der Parteiführung eine Verschiebung von Werten vor und kritisiert die strikte Brandmauer zur AfD bei gleichzeitiger Offenheit gegenüber linken Kräften.
Bernd Prange will provozieren
Prange erklärte offen, dass er sich in der CDU weder politisch noch persönlich mehr zuhause fühlt. Einen freiwilligen Austritt aus der Partei lehnte er jedoch bewusst ab. Stattdessen suchte er die offene Konfrontation mit den Worten: „Ich will, dass sie mich rausschmeißen“. Gleichzeitig kündigte Prange an, bei der Landtagswahl für die AfD zu stimmen und äußerte die Hoffnung auf eine absolute Mehrheit der Rechtspopulisten. Nur durch einen solchen Schock, so sein Kalkül, werde die Union erkennen, dass sie ihren Kurs korrigieren und wieder konservativere Positionen einnehmen müsse. Laut Umfragen ist jedoch eine klare Mehrheit der Deutschen gegen einen AfD-Ministerpräsidenten, und die Wirtschaft befürchtet erhebliche Standortnachteile durch mögliche AfD-Erfolge in Bundesländern.
CDU-Sympathien für AfD?
Die Parteiführung der CDU in Sachsen-Anhalt reagierte umgehend und unmissverständlich auf den Vorgang: Generalsekretär Mario Karschunke verurteilte das Handeln des Kommunalpolitikers scharf und kündigte an, ein Parteiausschlussverfahren einzuleiten. Wer eine konkurrierende Partei finanziell unterstütze und öffentlich zur Wahl einer anderen aufrufe, handele grob parteischädigend und habe in den Reihen der Christdemokraten keinen Platz mehr. Auch aus der Bundespolitik folgten Reaktionen. Vertreter der SPD forderten von der Union eine Grenzziehung gegen jede Form der Aufweichung der Brandmauer auf kommunaler Ebene. Indes soll es in Sachsen-Anhalt auch einzelne CDU-Abgeordnete geben, die mit der AfD sympathisieren. Trotzdem erhielten sie wieder einen Listenplatz.

