Mecklenburg-Vorpommern: Wer hat die Wahl gewonnen?

Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern - TV-Studio: Moderator Jörg Schönenborn zeigt im ARD-Wahlstudio die Hochrechnung von 21:47. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern fand am Sonntag (20.09.2026) statt. (zu dpa: «Historische Demütigung für die CDU - Kann Merz sich halten?»)
Marcus Brandt/dpa Pool/dpaStärkste Kraft ist die AfD. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis kommt sie bei den für die Sitzverteilung entscheidenden Zweitstimmen auf 38,2 Prozent. Die SPD erreicht 35,5 Prozent und landet damit auf dem zweiten Platz.
Der Abstand zwischen den beiden stärksten Parteien beträgt damit rund 2,7 Prozentpunkte. Insgesamt entfielen 388.026 Zweitstimmen auf die AfD und 360.393 auf die SPD. Auch bei den Erststimmen liegt die AfD mit 39,5 Prozent vor der SPD mit 37,4 Prozent.
AfD wird stärkste Kraft
Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 hat die AfD deutlich hinzugewonnen. Damals hatte sie 16,7 Prozent der Zweitstimmen erreicht. 2026 sind es 38,2 Prozent – ein Plus von rund 21,5 Prozentpunkten. Die SPD verliert dagegen gegenüber ihrem Ergebnis von 39,6 Prozent im Jahr 2021 gut vier Prozentpunkte.
Damit verschieben sich die Kräfteverhältnisse im Schweriner Landtag erheblich. Die AfD erhält nach der vorläufigen Mandatsberechnung 32 der 71 Sitze, die SPD kommt auf 29 Sitze. Die Linke und die Grünen erhalten jeweils fünf Mandate.
Eine absolute Mehrheit liegt bei 36 Sitzen. Keine Partei erreicht sie allein.
CDU und BSW scheitern knapp an der Fünf-Prozent-Hürde
Besonders folgenreich ist das Ergebnis für die CDU. Sie erreicht nach dem vorläufigen Ergebnis nur 4,9 Prozent der Zweitstimmen und verpasst damit den Wiedereinzug in den Landtag. 2021 hatte die Partei noch 13,3 Prozent erreicht. Auch das BSW bleibt mit 4,8 Prozent knapp unter der Fünf-Prozent-Marke.
Die FDP fällt von 5,8 Prozent im Jahr 2021 auf rund 1,0 Prozent und ist ebenfalls nicht mehr im Landtag vertreten. Die Linke erreicht 6,5 Prozent, die Grünen 5,7 Prozent. Damit sind nach dem vorläufigen Ergebnis nur noch vier Parteien im neuen Landtag vertreten: AfD, SPD, Linke und Grüne.
Die Fünf-Prozent-Hürde ist für die Zusammensetzung des Landtags entscheidend. Bei der Sitzverteilung werden grundsätzlich nur Parteien berücksichtigt, die mindestens fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen erhalten haben. Die Zweitstimme bestimmt dabei die Stärke der Parteien im Parlament.
Wer kann künftig regieren?
Dass die AfD die meisten Stimmen und Sitze erhalten hat, bedeutet nicht automatisch, dass sie auch die nächste Landesregierung stellt. Über eine Regierungsmehrheit entscheiden mögliche Koalitionen beziehungsweise die Mehrheitsverhältnisse im neu gewählten Landtag.
Rein rechnerisch verfügen SPD, Linke und Grüne gemeinsam über 39 der 71 Sitze und damit über eine parlamentarische Mehrheit. Ob und in welcher Konstellation eine neue Landesregierung gebildet wird, ist mit dem Wahlergebnis allein jedoch noch nicht entschieden.
Wahlbeteiligung steigt deutlich
Deutlich gestiegen ist die Wahlbeteiligung. Von rund 1,31 Millionen Wahlberechtigten gaben 1.024.251 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 78,1 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 hatte sie bei 70,8 Prozent gelegen.
Das Ergebnis vom 20. September 2026 ist zunächst vorläufig. Die Landeswahlleitung weist ihre derzeit veröffentlichten Zahlen ausdrücklich als „vorläufiges Ergebnis“ aus. Die endgültige Feststellung durch den Landeswahlausschuss ist für den 30. September 2026 vorgesehen.

