Reaktion auf Bundesregierung
: Moskau schließt Goethe-Institute und Konsulat in St. Petersburg

Moskau nimmt die deutschen Strafmaßnahmen nach dem Drohnenzwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle nicht hin. Es reagiert mit der Schließung aller Goethe-Institute und des Konsulats in St. Petersburg.
Von
red/dpa
Moskau
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Ukraine-Krieg - Putin: 07.09.2026, Russland, Moskau: Der russische Präsident Wladimir Putin hört dem amtierenden Präsidenten der Republik Dagestan, Fjodor Schtschukin, im Kreml in Moskau zu. Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Russlands Präsident Wladimir Putin antwortet auf die angekündigte Schließung des Russland-Hauses in Berlin.

Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Russland schließt alle Goethe-Institute und fordert Abreise bis spätestens 13. September.
  • Das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg muss bis 18. September schließen.
  • Moskau reagiert damit auf die Ankündigung, das Russland-Haus in Berlin zu schließen.
  • Auch das Generalkonsulat in Bonn sollte laut Berlin geschlossen werden.
  • Berlin machte Moskau für einen Drohnen-Anschlagsversuch in Leipzig/Halle verantwortlich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als Reaktion auf die von Deutschland angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin und des russischen Generalkonsulats in Bonn ordnet Russland Gegenmaßnahmen an. Alle Goethe-Institute in Russland werden laut einer Mitteilung des russischen Außenministeriums geschlossen, die Mitarbeiter müssen das Land bis spätestens 13. September verlassen. Dazu ordnete das russische Außenamt die Schließung des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg bis spätestens 18. September an, auch dessen Mitarbeiter wurden zum Verlassen Russlands aufgefordert.

Berlin macht Moskau für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat in einem Sanktionskatalog gegen Moskau das Ende des Russland-Hauses sowie des Konsulats in Bonn angekündigt. Russland bestreitet kategorisch, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben.

Kremlchef Wladimir Putin nannte die deutschen Strafmaßnahmen einen „schweren Fehler“ und sprach von gefälschten Belegen. Außenminister Sergej Lawrow nannte die deutschen Vorwürfe gegen Moskau wegen des versuchten Sprengstoffanschlags am Flughafen in Leipzig gar den „Beginn eines echten Krieges“. Die deutschen Sanktionen wie die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Kulturinstituts in Berlin erinnerten ihn an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, sagte Lawrow. Offenbar wollten die Deutschen wieder Krieg, wurde er auf der Website der Nachrichtensendung „Westi“ zitiert. Der russische Chefdiplomat ist für seine harte Wortwahl bekannt.

Das russische Außenamt erklärte, dass „gerade die deutschen Behörden erneut eine weitere Eskalationsstufe in den bilateralen Beziehungen ausgelöst haben“. Die gesamte Verantwortung für die Folgen liege nunmehr „voll und ganz“ bei der deutschen Bundesregierung.

Bundesregierung prüfte vier Wochen lang

Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine Drohne mit einem Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs gefunden worden. Eine Explosion gab es nicht. Später wurden zwei weitere Drohnen gefunden. Nach vier Wochen Prüfung schrieb die Bundesregierung Anfang September den versuchten Anschlag russischen Geheimdiensten zu.

Berlin geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine Ziel verdeckter Einsätze russischer Nachrichtendienste ist.

Bereits mehrere Konsulate geschlossen

Die Schließung in St. Petersburg steht im Zusammenhang mit einer Reihe gegenseitiger Einschränkungen der diplomatischen Präsenz. Bereits 2023 hatte die Bundesregierung Russland den Betrieb von vier seiner damals fünf Generalkonsulate in Deutschland untersagt. Zuvor hatte Moskau die Zahl der deutschen Staatsbediensteten in Russland auf 350 begrenzt. Deutschland schloss daraufhin seine Generalkonsulate in Kaliningrad, Jekaterinburg und Nowosibirsk; die Botschaft in Moskau und das Generalkonsulat in St. Petersburg sollten zunächst erhalten bleiben.

Die Bundesregierung verwies damals auf das Prinzip der Gegenseitigkeit, um eine Ausgewogenheit der beiderseitigen Vertretungen herzustellen. Russland hatte nach deutscher Darstellung mehrere Hundert deutsche Diplomaten, Lehrer und Beschäftigte der Goethe-Institute zur Ausreise gezwungen. Infolge der Spannungen wurden die Vertretungen beider Länder bereits stark ausgedünnt; konsularische Dienstleistungen waren teilweise nur noch eingeschränkt oder mit längeren Wartezeiten verfügbar.