Reichensteuer soll steigen, Spitzensteuersatz wird verschoben: Wer in Zukunft mehr Steuern zahlen soll

Die Bundesregierung will Spitzenverdiener stärker besteuern.
TOBIAS SCHWARZ/afpDie zusätzlichen Einnahmen sollen vor allem dazu beitragen, die geplanten Entlastungen bei der Einkommensteuer gegenzufinanzieren. Konkret soll die sogenannte Reichensteuer künftig früher greifen. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro soll ein Steuersatz von 45 Prozent gelten. Ab 280.000 Euro soll der Satz auf 47 Prozent steigen.
Gleichzeitig plant die Koalition Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen. Vorgesehen sind unter anderem ein höherer Grundfreibetrag, ein höherer Kinderfreibetrag, mehr Kindergeld, eine Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags und ein Abflachen der zweiten Progressionszone, die mit einer Rechtsverschiebung des Spitzensteuersatzes einhergeht.
Bis zu 600 Euro Steuerersparnis
Für Familien soll die Reform besonders spürbar werden. Eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro könnte ab 2028 um mehr als 600 Euro im Jahr entlastet werden. Das gesamte Entlastungsvolumen beziffert die Koalition auf rund zehn Milliarden Euro jährlich.
Politisch ist die neue Reichensteuer der zentrale Ausgleich im Steuerpaket: Unten und in der Mitte soll entlastet werden, sehr hohe Einkommen sollen dafür stärker beitragen. Für die meisten Steuerzahler ändert sich durch die höhere Reichensteuer nichts direkt. Betroffen sind nur Einkommen oberhalb der neuen Schwellen.
Offen bleibt, wie stark die Mehreinnahmen tatsächlich ausfallen und ob die Reform im Gesetzgebungsverfahren unverändert bleibt. Klar ist aber: Die Koalition setzt bei ihrer Steuerreform nicht nur auf Entlastung, sondern auch auf eine gezielte Mehrbelastung für Topverdiener.
