Reichensteuer soll steigen, Spitzensteuersatz wird verschoben
: Wer in Zukunft mehr Steuern zahlen soll

Die schwarz-rote Koalition will Spitzenverdiener künftig stärker belasten. Das geht aus dem Reformpaket hervor, auf das sich CDU, CSU und SPD im Koalitionsausschuss verständigt haben.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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GERMANY-POLITICS-GOVERNMENT-COALITION-COMMITTEE: (L-R) Bavaria's State Premier and leader of the conservative Christian Social Union (CSU) Markus Soeder, German Chancellor Friedrich Merz (CDU), German Minister for Labour and Social Affairs Baerbel Bas (SPD) and German Finance Minister and Vice Chancellor Lars Klingbeil (SPD) address a press conference, on July 2, 2026 in the garden of the Chancellery in Berlin, one day after their coalition committee consultations on a major package of reforms. (Photo by Tobias SCHWARZ / AFP)

Die Bundesregierung will Spitzenverdiener stärker besteuern.

TOBIAS SCHWARZ/afp

Die zusätzlichen Einnahmen sollen vor allem dazu beitragen, die geplanten Entlastungen bei der Einkommensteuer gegenzufinanzieren. Konkret soll die sogenannte Reichensteuer künftig früher greifen. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro soll ein Steuersatz von 45 Prozent gelten. Ab 280.000 Euro soll der Satz auf 47 Prozent steigen.

Gleichzeitig plant die Koalition Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen. Vorgesehen sind unter anderem ein höherer Grundfreibetrag, ein höherer Kinderfreibetrag, mehr Kindergeld, eine Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags und ein Abflachen der zweiten Progressionszone, die mit einer Rechtsverschiebung des Spitzensteuersatzes einhergeht.

Bis zu 600 Euro Steuerersparnis

Für Familien soll die Reform besonders spürbar werden. Eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro könnte ab 2028 um mehr als 600 Euro im Jahr entlastet werden. Das gesamte Entlastungsvolumen beziffert die Koalition auf rund zehn Milliarden Euro jährlich.

Politisch ist die neue Reichensteuer der zentrale Ausgleich im Steuerpaket: Unten und in der Mitte soll entlastet werden, sehr hohe Einkommen sollen dafür stärker beitragen. Für die meisten Steuerzahler ändert sich durch die höhere Reichensteuer nichts direkt. Betroffen sind nur Einkommen oberhalb der neuen Schwellen.

Offen bleibt, wie stark die Mehreinnahmen tatsächlich ausfallen und ob die Reform im Gesetzgebungsverfahren unverändert bleibt. Klar ist aber: Die Koalition setzt bei ihrer Steuerreform nicht nur auf Entlastung, sondern auch auf eine gezielte Mehrbelastung für Topverdiener.

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