Wahl in Berlin 2026
: Reaktionen und Stimmen zur Abgeordnetenhauswahl heute

Welche Reaktionen gibt es auf das Ergebnis zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin? Hier gibt es die Stimmen zur Wahl am heutigen Sonntag.
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Wahlen aus Bundessicht - CDU: 20.09.2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Konrad-Adenauer-Haus. Am Sonntag (20.09.2026) fanden in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die Wahlen zum Landtag beziehungsweise Abgeordnetenhaus statt. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich schon zur Wahl am Sonntag geäußert.

Michael Kappeler/dpa

In Berlin wurde am heutigen Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die ersten Zahlen zeigen ein enges Rennen zwischen Linken und CDU. Hier gibt es fortlaufend Reaktionen und Stimmen zum Wahltag in Berlin:

Stimmen und Reaktionen zur Wahl in Berlin

  • Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat sich bei ihren Anhängern für ihr Ergebnis bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin bedankt. „Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen daraus einen besseren Ort“, sagte Eralp bei der Wahlparty ihrer Partei. „In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen und dieses Signal geht raus in die Welt.“ Eralp bedankte sich bei den 19.000 Mitgliedern ihrer Partei in Berlin und bei den „vielen, vielen anderen Menschen, die uns unterstützt haben, weil sie Hoffnung auf ein besseres, ein bezahlbares Berlin, wo alle Menschen in Würde leben kommen, hatten“.
  • Der Spitzenkandidat der Berliner SPD, Steffen Krach, hat das historisch schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Abgeordnetenhauswahl als Zäsur bezeichnet. Die SPD sei jahrzehntelang die „Berlin-Partei“ gewesen, sagte Krach am Sonntagabend in der ARD. „Und heute kann man definitiv nicht mehr sagen, dass wir sie sind.“ Die SPD stürzte bei der Wahl in Berlin auf 12,0 Prozent ab. Das sei ein „katastrophales Ergebnis“, sagte Krach. Es sei nicht gelungen, die Berlinerinnen und Berliner von der SPD zu überzeugen, räumte er ein.
  • Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eine Fortsetzung des Reformkurses angekündigt. „Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld“, sagte Merz am Sonntag in der CDU-Parteizentrale in Berlin. „Ich werde das aufbringen als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes.“
  • AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker will in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass die Linke in Berlin wieder an Stimmen verliert. „Wir sind eine superstarke Oppositionsfraktion in dieser Legislatur, und wir werden den richtigen Weg zeigen“, sagte Brinker bei der Wahlparty ihrer Partei im Berliner Abgeordnetenhaus. „Die Linke wird hier wieder verlieren, dafür stehen wir.“ Bei der ARD zeigte sich Brinker mit dem Ergebnis ihrer Partei zufrieden: „Wir sind drittstärkste Kraft in einer Großstadt, in einem Milieu, das für alle Parteien offenbar schwierig ist.“
  • Berlins BSW-Spitzenkandidat Alexander King hat sich trotz des noch offenen Ausgangs der Abgeordnetenhauswahl optimistisch gezeigt. „Teilweise, ja, wurden wir totgesagt, und ihr, ihr habt das geschafft, dass wir jetzt an der Fünf-Prozent-Hürde zumindest kratzen“, sagte King bei der BSW-Wahlparty nach der Abgeordnetenhauswahl. „Wir sind abonniert auf spannende Wahlabende, wir wissen es. Wir können es schaffen - und es ist euer Verdienst.“
  • Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sieht im Abschneiden seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl ein durchwachsenes Ergebnis. „Wir haben für die Ausgangslage ein ganz ordentliches Ergebnis erzielt“, sagte Evers am Abend vor Parteimitgliedern. Mit Blick auf den Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl 2023 sagte Evers: „Wir haben heute deutlich verloren. Das ist kein Grund zur Freude.“ Evers stellte aber auch den Einsatz der CDU-Mitglieder im Wahlkampf heraus: „Wir haben gegen den Abwärtstrend zugelegt. Ein wilder Ritt liegt hinter uns“.
  • Nach den hohen Verlusten für die Koalition aus CDU und SPD in Berlin läuft aus Sicht von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) alles auf eine neue Koalition unter Führung der Linken hinaus. „So wie es aussieht, ist die Linke der klare Wahlsieger und das muss man erstmal tolerieren. Es ist sehr klar ein Votum für die Linke gegeben worden und erstmal ist der Wahlsieger dran, alle einzuladen“, sagte Giffey zu den Prognosen zur Berliner Wahl. Nun müsse man sehen, wie Sondierungsgespräche liefen, sagte Giffey. In der umstrittenen Frage der von der Linken geforderten Enteignung von Wohnungsbaukonzernen habe sie aber eine klare Gegenposition und werde die auch vertreten.
  • Die Grünen streben nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine rot-grün-rote Koalition an. „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai. Die Berlinerinnen und Berliner hätten sich für einen Politikwechsel entschieden. Schwarz-sei Rot klar abgewählt worden.
  • Nach den deutlichen Zugewinnen der AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat die Bundesvorsitzende Alice Weidel die Alternative für Deutschland als neue Volkspartei bezeichnet. Die CDU sei in dieser Funktion von der AfD abgelöst worden, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. „Wir sind stärkste Kraft und in der Mitte der Bevölkerung angekommen“, so Weidel. Mit Blick auf die starken Verluste der CDU kritisierte Weidel die Brandmauer-Politik der Abgrenzung zur AfD. Mitte-Rechts-Regierungen seien bereits auf Basis vergangener Wahlergebnisse möglich gewesen, sagte die Bundesvorsitzende. Die AfD sei bereit Gespräche zu führen. Dies sei Auftrag der Partei. „Unser Ziel ist natürlich, Koalitionsgespräche langfristig mit der CDU zu führen“, sagte Weidel. Verbiegen wolle sich die AfD allerdings nicht.
  • SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern von der Bundesregierung Korrekturen bei ihren Reformvorhaben gefordert. „Ich denke, dass die Bundesregierung insgesamt sich jetzt hinterfragen muss“, sagte Klüssendorf am Sonntagabend im ZDF. Die Diskussion der vergangenen Monate habe sich häufig zu sehr auf Kürzungen konzentriert und zu wenig auf die „strukturellen Reformen“, die Deutschland brauche, betonte Klüssendorf.
  • Berlins FDP-Landeschef Christoph Meyer bietet wegen des wahrscheinlichen Scheiterns seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Abgeordnetenhauswahl seinen Rücktritt an. „Das ist ein bitterer Abend für die FDP“, sagte Meyer am Abend in Berlin mit. „Wenn ich sage: Ich habe als Spitzenkandidat, wir haben nicht überzeugen können, dann heißt das auch, dass man Verantwortung übernimmt. Und Verantwortung bedeutet, dass ich den Landesvorsitz der FDP Berlin zur Verfügung stellen werde.“
  • Nach den großen Verlusten für die Berliner SPD bei der Abgeordnetenhauswahl hat Innensenatorin Iris Spranger ihre eigene Partei kritisiert. „Es ist natürlich völlig enttäuschend. Man hätte viel mehr rausstellen müssen, was auch die Senatoren der SPD, die Fraktion in den letzten dreieinhalb Jahren gemacht hat“, sagte Spranger der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist in der Kampagne nicht erfolgt. Und dann kriegt man natürlich auch eine Quittung. Wenn man selber nicht dran glaubt, dann glauben auch die Wähler nicht dran. Das ist so.“
  • Die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sucht nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin nach Gründen für das schlechte Abschneiden ihrer Partei. Im phoenix-Interview sagte sie: "Das ist ein erschütterndes Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern für uns. Wir sind zerrieben worden in dem polarisierten Wahlkampf von Manuela Schwesig mit der AfD. Daniel Peters und seine Mannschaft haben alles gegeben und hart gekämpft mit viel Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet der CDU. Deswegen ist es ein besonders schwieriges Ergebnis in Mecklenburg.“ In Berlin sehe es ihrer Meinung nach anders aus, Stefan Evers habe in einer schwierigen Phase für die CDU den Staffelstab als Spitzenkandidat in einer schwierigen Phase übernommen und eine „unglaubliche Aufholjagd hingelegt“. In Berlin komme es nun auf SPD und Grüne an, „eine Regierung zu formen zusammen mit der Union, die Stabilität und Sicherheit auch für Berlin garantiert und wo nicht Antisemitismus im Roten Rathaus sitzt.“
  • Berlins Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sieht die Abgeordnetenhauswahl als klare Abwahl der bisherigen schwarz-roten Koalition. „Es ist ein klares Zeichen, dass wir hier einen Wechsel in der Stadt wollen und brauchen“, sagte der Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion. Es sei ein Richtungswechsel gewählt worden. „Und genau den müssen wir jetzt umsetzen.“ Graf räumte ein: „Viele, die sichergehen wollten, dass die CDU nicht in der Regierung ist, haben die Stimme dann für die Linken gegeben.“

(mit Material von AFP und dpa)