Hohe Preise bei Gas und Heizöl: Wird es staatliche Entlastungen geben?

Wird es Entlastungen geben?
Quelle Techem/Techem GmbH/obs/dpaAutofahrer sollen ab Oktober wieder beim Tanken entlastet werden. Geplant ist, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis zum Jahresende um 14 Cent pro Liter zu reduzieren. Einschließlich der dadurch ebenfalls sinkenden Mehrwertsteuer soll die Entlastung rund 17 Cent pro Liter betragen. Das Bundeskabinett hat die Regelung bereits auf den Weg gebracht, Bundestag und Bundesrat müssen dem Vorhaben aber noch zustimmen.
Wer mit Gas oder Heizöl heizt, profitiert von diesem Tankrabatt allerdings nicht. Die geplante Steuersenkung bezieht sich ausdrücklich auf Benzin und Diesel. Eine vergleichbare Entlastung für Heizöl hat die Bundesregierung bislang nicht angekündigt. Auch für Erdgas ist derzeit keine neue Maßnahme vorgesehen, die mit dem Tankrabatt vergleichbar wäre.
BMF nennt keine konkrete Entlastung für Heizöl
Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte das Bundesfinanzministerium lediglich, man verweise auf die öffentlichen Äußerungen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz vom vergangenen Freitag. Eine gesonderte Begründung dafür, warum Heizöl von der aktuellen Steuersenkung nicht erfasst wird, nannte das Ministerium nicht.
Die entsprechenden Äußerungen von Merz und Klingbeil beziehen sich vor allem auf die Belastung durch die hohen Kraftstoffpreise. Merz verwies insbesondere auf Menschen, die täglich auf das Auto angewiesen seien. Klingbeil nannte Familien, Pendler und Handwerksbetriebe und erklärte, die Spritpreise müssten sinken.
Damit konzentriert sich das aktuelle Paket zunächst auf den Straßenverkehr. Die Bundesregierung kündigt allerdings an, die weitere Preisentwicklung und die wirtschaftlichen Folgen zu beobachten. Sollten einzelne Bevölkerungsgruppen oder Unternehmen besonders stark betroffen sein, könnten später gezieltere Hilfen folgen. Dazu sollen die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlungsmechanismus geschaffen werden. Konkrete Zahlungen oder Hilfen speziell für Gas- und Heizölkunden sind damit bislang jedoch nicht beschlossen.
Auch Gas und Heizöl sind deutlich teurer geworden
Dass die Frage nach einer Entlastung beim Heizen aufkommt, liegt an der Entwicklung der Energiepreise. Nach Daten, auf die der NDR verweist, kostete Gas für Neukunden am 22. September im Mittel rund 12,5 Cent je Kilowattstunde. Die Preise sind seit Beginn des Iran-Kriegs gestiegen.
Hinzu kommt die Lage bei den deutschen Gasspeichern. Sie waren zuletzt nur zu rund 57 Prozent gefüllt und damit etwa 27 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Heizperiode erhöht das den Druck, weiteres Gas einzulagern. Der NDR kommt deshalb in einem aktuellen Beitrag zu dem Schluss, dass angesichts der noch zu füllenden Speicher und der Lage am Persischen Golf damit gerechnet werden müsse, dass die Preise hoch bleiben oder sogar weiter steigen.
Auch Heizöl ist erheblich teurer geworden. Der bundesweite Durchschnittspreis lag am 22. September nach Daten von HeizOel24 bei rund 167,50 Euro je 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern. Drei Monate zuvor waren es rund 57 Euro weniger.
Bei Gas gibt es bereits eine Entlastung
Ganz ohne staatliche Entlastung bleiben Gaskunden allerdings nicht. Seit dem 1. Januar 2026 wird die Gasspeicherumlage nicht mehr von den Verbrauchern erhoben. Nach Angaben der Bundesregierung sollen Gasverbraucher dadurch im Jahr 2026 insgesamt um mehr als drei Milliarden Euro entlastet werden. Auf private Haushalte und kleinere Abnehmer entfallen davon rund eine Milliarde Euro.
Diese Maßnahme wurde allerdings bereits vor dem jüngsten erneuten Anstieg der Energiepreise beschlossen. Eine zusätzliche kurzfristige Entlastung aufgrund der aktuellen Preisentwicklung ist bislang nicht angekündigt.
Für Heizölkunden fällt die Antwort noch eindeutiger aus: Eine Senkung der Energiesteuer oder ein Heizölrabatt nach dem Vorbild des Tankrabatts ist derzeit nicht vorgesehen.
Ob sich daran noch etwas ändert, hängt damit vor allem von der weiteren Entwicklung der Energiepreise ab. Die Bundesregierung hält sich zusätzliche zielgerichtete Hilfen ausdrücklich offen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es aber weder für Heizöl noch für Gas ein neues Entlastungspaket, das zum 1. Oktober parallel zur geplanten Steuersenkung für Benzin und Diesel starten würde.
