Merz nennt Rente Basisabsicherung: So sollen die Deutschen stattdessen vorsorgen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Jahresempfang 75 Jahre Bundesverband deutscher Banken e.V.
Foto: Kay Nietfeld/dpaBei einer Rede am 20. April 2026 in Berlin, gehalten beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die gesetzliche Rentenversicherung werde künftig allein nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Wörtlich sagte Merz, die gesetzliche Rente werde „allenfalls noch die Basisabsicherung“ darstellen.
Mit dieser Aussage stellt der Kanzler das bisherige Verständnis der gesetzlichen Rentenversicherung infrage. Sie solle seiner Meinung nach künftig vor allem eine Grundversorgung im Alter gewährleisten. Hintergrund sind strukturelle Probleme des Systems, etwa die demografische Entwicklung mit weniger Beitragszahlern und mehr Rentenempfängern. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer umfassenden Rentenreform. Vorschläge einer Expertenkommission werden im Sommer erwartet.
Was Merz stattdessen fordert
Als Ergänzung zur gesetzlichen Rente setzte Merz im Rahmen seiner Rede auf eine stärkere Rolle kapitalgedeckter Systeme. Dazu zählen sowohl die betriebliche Altersvorsorge über Arbeitgeber als auch private Vorsorgeformen. Diese Elemente müssten „in weit größerem Umfang“ ausgebaut werden als bisher, betonte der Kanzler. Eine kapitalgedeckte Vorsorge bedeutet, dass Bürger eigenes Geld ansparen und am Kapitalmarkt anlegen – etwa in Aktien oder Fonds –, um daraus später Rentenzahlungen zu finanzieren.
Staat will Anreize schaffen
Parallel dazu hat der Bundestag bereits neue staatlich geförderte Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge beschlossen. Ziel ist es, mehr Menschen dazu zu bewegen, zusätzlich zur gesetzlichen Rente eigenständig vorzusorgen.
Teil einer größeren Reformagenda
Die Rentenpläne sind Teil einer umfassenderen Reformstrategie der Bundesregierung. Neben der Altersvorsorge sollen auch andere Sozialversicherungssysteme angepasst werden, um steigende Beiträge zu begrenzen und die langfristige Finanzierbarkeit zu sichern.
