Wahl im Kreis Ludwigsburg: Wer die vier Ludwigsburger Abgeordneten sind und wofür sie stehen

Von links oben im Uhrzeigersinn: Steffen Bilger, Sandra Detzer, Macit Karaahmetoglu und Martin Hess.
vat/Werner Kuhnle/Simon GranvilleDer Wahlkreis Ludwigsburg ist im neuen Bundestag erneut mit vier Abgeordneten vertreten. Wir werfen einen Blick auf die Mandatsträger.
Steffen Bilger: Keine Jubelstürme beim Platzhirschen
Steffen Bilger ist der Platzhirsch im Wahlkreis. Der Ludwigsburger hat mit 36,5 Prozent der Erststimmen und 32 Prozent bei den Zweitstimmen besser abgeschnitten, als die CDU im Bundesschnitt. Jubelstürme blieben bei dem Juristen, der seit 2009 den Wahlkreis in Berlin vertritt, aber aus. Das lag vor allem am Bundesergebnis, bei dem er sich mehr erhofft hatte.
Dabei kann sich der 46-Jährige nun Hoffnungen machen, erneut zur Bundesregierung zu gehören. Von 2018 bis 2021 war er Staatssekretär im Verkehrsministerium. „Dafür ist es noch zu früh“, sagte Bilger am Wahlabend. In der vergangenen Legislaturperiode war Bilger einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU. Ein Thema, das ihm im Wahlkampf zu kurz kam, war der Wirtschaftsstandort Ludwigsburg und die Region. Er hatte sich für Technologieoffenheit bei Autos ausgesprochen.
Martin Hess: Verdoppelt aber unter Landesschnitt
Das zweitbeste persönliche Ergebnis im Wahlkreis erreichte Martin Hess. Der Polizeihauptkommissar ist zum dritten Mal in Folge für den Wahlkreis in den Bundestag eingezogen, jeweils aufgrund guter Listenplätze bei seiner Partei AfD. Der gebürtige Hechinger, der auch schon in Bietigheim-Bissingen wohnte, lebt nun in Berlin.

Großer Wahlgewinner ist die AfD. Im Kreis Ludwigsburg hat sich Martin Hess für die Partei durchgesetzt.
Foto: dpa-Pool/Sören StacheSandra Detzer: Guter Listenplatz sichert Mandat
Die frühere Landesvorsitzende der Grünen, Sandra Detzer, schafft dank Listenplatz 5 erneut den Einzug ins Parlament. Seit 2021 vertritt die Heidelbergerin den Wahlkreis in Berlin – und die Wirtschaftsexpertin hatte gleich ein wichtiges Amt inne: Sie war wirtschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion und Mitglied im Wirtschaftsausschuss. „Die Zukunft des Autos ist elektrisch“, sagte sie im Bundestag. Detzer hat sich wie Bilger auf die Fahne geschrieben, den Wirtschaftsstandort im Kreis zu sichern. „Wie wir dahin kommen, unterscheidet sich aber.“
Sollten sich die Grünen in der Opposition wieder finden, wird abzuwarten sein, wie sich Detzers Weg fortsetzt. Sie hat im Vergleich zu 2021 etwas an Prozentpunkten verloren, liegt aber noch über dem Landesschnitt ihrer Partei.
Macit Karaahmetoglu: Starke Konkurrenz trübt Einzelergebnis
Nach einigen Anläufen gelang Macit Karaahmetoglu erstmals 2021 der Einzug in den Bundestag. Damals auf der Welle des SPD-Hochs um Kanzler Olaf Scholz. Nun hat der Gerlinger dank Listenplatz 10 sein Mandat verteidigen könne, wenn auch knapp. Nur 13 SPD-Kandidaten aus Baden-Württemberg werden ins neue Parlament einziehen. Der 56 Jahre alte Gerlinger war in den vergangenen Jahren Mitglied im Rechtsausschuss und ist glühender Unterstützer von Olaf Scholz.
Bei den Erststimmen blieb er mehr als drei Prozentpunkte hinter seinem Ergebnis von 2021 zurück und liegt auch knapp unter dem Landesschnitt. Das ist wohl vor allem mit der starken Konkurrenz im Wahlkreis zu erklären. Der gebürtige Türke muss nun aber in der Zeit nach Scholz sein Profil schärfen.
