10.000 Euro
: „Kameradenschwein“ – CDU-Schlammschlacht nach AfD-Spende

Hohe Wellen in der Union: Ausgerechnet ein „vorbelasteter“ Landtagsabgeordneter beschimpft Bürgermeister Bernd Prange.
Von
Michael Maier
Stuttgart
Ulrich Thomas (CDU): ARCHIV - 19.09.2024, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Ulrich Thomas (CDU) spricht im Plenarsaal des Landtages von Sachsen-Anhalt zu den Abgeordneten. (zu dpa: «Wo klemmt es in Sachsen-Anhalt? CDU startet Bürokratiemelder») Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zu Zeiten von Ministerpräsident Haseloff (Hintergrund) galt der Abgeordnete Ulrich Thomas noch selbst als Kritiker der Brandmauer – nun beleidigt er einen scheidenden Parteikollegen.

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
  • CDU in Sachsen-Anhalt ringt mit AfD-Spende: Bürgermeister Bernd Prange zahlte 10.000 Euro.
  • Prange kündigte an, die AfD bei der Landtagswahl zu wählen – er wollte den Rauswurf provozieren.
  • CDU reagiert scharf: Ein MdL nannte ihn „Kameradenschwein“, der Ton in der Partei ist rau.
  • Kreisverband treibt ein Parteiausschlussverfahren voran, organisatorische Schritte laufen.
  • MdL Ulrich Thomas betont Distanz: CDU-Stimmen für Ulrich Siegmund seien „ausgeschlossen“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nachdem bekannt geworden ist, dass der Bürgermeister Bernd Prange 10.000 Euro an die AfD gespendet hat, schlagen die Wellen in der CDU Sachsen-Anhalt immer höher. Bisherige Parteikollegen attackieren den Kommunalpolitiker aus Sachsen-Anhalt frontal und bezeichnen ihn öffentlich als „Kameradenschwein“. Bernd Prange hatte nicht nur eine fünfstellige Summe an die AfD überwiesen, sondern auch angekündigt, sie bei der Landtagswahl zu wählen, um seinen Rauswurf aus der CDU bewusst zu provozieren.

Inzwischen folgt die Quittung, und der Ton wird dabei extrem rau. Der Landtagsabgeordnete Ulrich Thomas fand bei „Bild“ drastische Worte für das Verhalten des Kommunalpolitikers: „Früher, bei der Armee, hätte man jemanden wie ihn als Kameradenschwein bezeichnet.“ Das Vorgehen mitten in der entscheidenden Phase vor der Wahl sei schlicht niederträchtig.

„CDU ist nicht mehr Heimat und Zukunft“

Prange selbst machte aus seinen Motiven keinen Hehl: Der Schritt sei ein bewusster Bruch mit der eigenen Partei. Er beklagte einen angeblichen Linkskurs der Union und erklärte unverhohlen: „Ich will, dass sie mich rausschmeißen. Die CDU ist nicht mehr meine Heimat und Zukunft.“ Neben den gefallenen Kraftausdrücken zieht die Partei auch organisatorische Konsequenzen. Der zuständige Kreisverband treibt die Schritte für ein Parteiausschlussverfahren mit Hochdruck voran.

CDU–AfD: Annäherung oder Distanzierung?

Bemerkenswert ist die Schärfe der Kritik von MdL Ulrich Thomas auch deshalb, weil er selbst in früheren Zeiten mit Debatten über den Umgang mit der AfD in Verbindung gebracht wurde. Mit seiner Attacke weist Thomas nun jeden Verdacht einer Annäherung verbal zurück. CDU-Stimmen für Ulrich Siegmund bei der Wahl zum Ministerpräsidenten seien auch im zweiten oder dritten Wahlgang „ausgeschlossen“ – auch von anderen Fraktionskollegen, unter denen in der Vergangenheit der eine oder andere mehr Dialog und Austausch mit der AfD befürwortet hatte.

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Anstatt über Inhalte zu sprechen, muss sich die Union nun teilweise mit Injurien und internen Grabenkämpfen auseinandersetzen. Gleichzeitig nutzen die politischen Mitbewerber die Lage, um die Geschlossenheit der CDU im Umgang mit der AfD öffentlich anzuzweifeln.