Leihmutterschaftsaffäre: Was macht Jens Spahn nach seinem Rücktritt?

CDU-Politiker Jens Spahn
Kay Nietfeld/dpaJens Spahn hat sein Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aufgegeben. Aus dem Bundestag zieht er sich damit jedoch nicht zurück. Der CDU-Politiker bleibt direkt gewählter Abgeordneter und kann sein Mandat weiterhin ausüben. Konkrete Angaben dazu, welche politische Rolle er künftig anstrebt, gibt es bislang nicht.
Der Rücktritt betrifft zunächst ausschließlich den Fraktionsvorsitz. Damit verliert Spahn seine herausgehobene Führungsfunktion innerhalb der Unionsfraktion und die damit verbundene zusätzliche Vergütung. Seine regulären Abgeordnetenbezüge erhält er weiterhin. Auf seiner Transparenzseite bezifferte Spahn die monatliche Abgeordnetenentschädigung mit 11.227,20 Euro; diese Angabe bezog sich allerdings auf den Stand vom 1. Juni 2024. Hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale, die der Finanzierung mandatsbedingter Ausgaben dient.
Weiterhin Bundestagsabgeordneter
Spahn ist damit auch nach seinem Rücktritt Berufspolitiker. Als Abgeordneter kann er weiterhin an Sitzungen des Bundestages und seiner Fraktion teilnehmen, über Gesetze abstimmen und seinen Wahlkreis vertreten. Ob er künftig eine neue Funktion in der Fraktion, in der Partei oder in einem Bundestagsausschuss übernehmen wird, geht aus den bislang vorliegenden Informationen nicht hervor.
Auch ein vollständiger Rückzug aus der Politik wurde von ihm nicht angekündigt. In seinem Rücktrittsschreiben stellte Spahn vor allem seine Familie in den Mittelpunkt. Sein persönliches Glück und seine neue Verantwortung als Vater seien für ihn nicht mehr mit dem Amt des Fraktionsvorsitzenden vereinbar. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass er auch sein Bundestagsmandat aufgeben möchte.
Weitere Einkünfte neben dem Mandat
Neben seinen Abgeordnetenbezügen verfügt Spahn laut seiner eigenen Transparenzdarstellung über mehrere weitere Einkommensquellen. Seit mehr als zehn Jahren ist er an zwei Bürgersolaranlagen im Münsterland beteiligt. Daraus erzielte er nach eigenen Angaben üblicherweise jährliche Beteiligungseinkünfte zwischen 1.000 und 5.000 Euro.
Hinzu kommen kleinere Honoraranteile aus früheren Buchveröffentlichungen und Textbeiträgen. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2022: Für ein damals veröffentlichtes Buch erhielt Spahn nach eigenen Angaben ein Honorar von 63.750 Euro. Insgesamt wies sein Steuerbescheid für dieses Jahr Einkünfte aus selbstständiger Arbeit in Höhe von 64.200 Euro aus. Im darauffolgenden Jahr verzeichnete er in dieser Kategorie einen Verlust von 4.539 Euro.
Spahn besitzt außerdem Immobilien. In seiner Heimatstadt Ahaus verfügt er seit 2002 über eine selbst genutzte Eigentumswohnung. Eine 2015 erworbene Berliner Wohnung wurde nach seinen Angaben von 2017 bis 2025 vermietet. Inzwischen wohnen Spahn und sein Ehemann wieder selbst dort. Für 2023 führte er Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 21.233 Euro auf.
Darüber hinaus erzielt er Kapitalerträge aus Wertpapieren und Dividenden von Genossenschaftsbanken. Diese Einnahmen schwankten in den veröffentlichten Jahren deutlich. Für 2021 gab Spahn Kapitalerträge von 262.365 Euro an, für 2023 dagegen 1.031 Euro. Sein Ehemann verfügt laut der Transparenzseite über eigene Einkünfte.
