Schlechte Umfragewerte für den Kanzler
: So schneidet Friedrich Merz aktuell ab

Eine Übersicht der neuesten Umfragen zeigt, dass Friedrich Merz' Zustimmung in der Bevölkerung weiter abnimmt.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Bundeskanzler Merz: ARCHIV - 24.07.2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) während zu einer Pressekonferenz im Kanzleramt in Berlin zu personellen Veränderungen in Regierung und CDU. (zu dpa: «Merz nimmt weiteren Personalwechsel im Kanzleramt vor») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bundeskanzler Friedrich Merz.

Sebastian Gollnow/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz steckt weiter in einem ausgeprägten Umfragetief. Mehrere aktuelle Erhebungen zeigen, dass nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung seine Arbeit positiv bewertet. Die Institute kommen aufgrund unterschiedlicher Fragestellungen zwar zu verschiedenen Prozentwerten. In der grundsätzlichen Tendenz stimmen die Ergebnisse jedoch überein.

Nur 14 Prozent sind mit Merz zufrieden

Die jüngsten Zahlen stammen vom Meinungsforschungsinstitut Forsa. Im am 4. August 2026 veröffentlichten RTL/ntv-Trendbarometer geben lediglich 14 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden zu sein. 85 Prozent bewerten seine Arbeit kritisch.

Für die repräsentative Erhebung wurden zwischen dem 28. Juli und dem 3. August insgesamt 2.501 Menschen befragt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus oder minus 2,5 Prozentpunkte.

Kritik auch unter CDU- und CSU-Anhängern

Besonders brisant ist das Ergebnis aus Sicht des Kanzlers bei den eigenen Anhängern. Unter den Wählerinnen und Wählern von CDU und CSU sind 48 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. 50 Prozent äußern sich unzufrieden.

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Bei den Anhängern anderer Parteien fällt die Zustimmung noch deutlich geringer aus. Unter SPD-Anhängern bewerten 19 Prozent die Arbeit von Merz positiv. Bei den Grünen sind es neun Prozent, bei der Linken drei Prozent und bei der AfD zwei Prozent.

Damit fehlt Merz selbst im eigenen politischen Lager eine klare Rückendeckung. Wegen der statistischen Fehlertoleranz sollte der Abstand von zwei Prozentpunkten zwischen zufriedenen und unzufriedenen Unionsanhängern allerdings nicht überinterpretiert werden. Festhalten lässt sich dennoch: Die Anhängerschaft von CDU und CSU ist bei der Bewertung des Kanzlers nahezu genau gespalten.

Politbarometer: 70 Prozent bewerten seine Arbeit negativ

Auch das ZDF-Politbarometer vom 31. Juli stellt dem Kanzler ein schlechtes Zeugnis aus. 70 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Merz seine Arbeit eher schlecht macht. 26 Prozent bewerten seine Leistung als eher gut.

Kritisch beurteilt wird auch sein Umgang mit den jüngsten personellen Veränderungen in der Bundesregierung. Nur 21 Prozent meinen, Merz habe dabei eine eher gute Figur gemacht. 57 Prozent bewerten sein Vorgehen als eher schlecht. Selbst unter den Anhängern der Union überwiegt bei dieser Frage mit 43 zu 39 Prozent knapp die Kritik.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte dafür zwischen dem 28. und 30. Juli 1.405 Wahlberechtigte.

Ipsos misst 16 Prozent Zustimmung

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Institut Ipsos. In dessen Minister-Ranking vom Juli sind 16 Prozent der Deutschen mit der Arbeit von Merz zufrieden. 84 Prozent bewerten sie negativ.

Seit Beginn der schwarz-roten Regierung hat der Kanzler damit erheblich an Zustimmung verloren. Im Juni 2025 waren laut Ipsos noch 39 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Innerhalb von rund einem Jahr sank der Wert um 23 Prozentpunkte. Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Mai 2026 verlor Merz weitere zwei Punkte.

Im Ranking der 18 Mitglieder des Bundeskabinetts liegt der Kanzler damit lediglich auf Platz 16. Befragt wurden vom 3. bis 5. Juli 1.000 Wahlberechtigte im Alter zwischen 18 und 75 Jahren.

Historischer Tiefstand im DeutschlandTrend

Den bislang niedrigsten Zustimmungswert der aktuellen Erhebungen verzeichnet Merz im ARD-DeutschlandTrend vom 2. Juli. Dort erklärten lediglich 13 Prozent der Befragten, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein. Gegenüber dem Vormonat bedeutete dies einen Rückgang um drei Prozentpunkte.

Nach Angaben der ARD hatte in der fast 30-jährigen Geschichte des DeutschlandTrends noch kein amtierender Bundeskanzler einen schwächeren Wert erreicht. Fünf von sechs Befragten äußerten sich unzufrieden. Für die Erhebung befragte Infratest dimap vom 29. Juni bis zum 1. Juli insgesamt 1.317 Wahlberechtigte.

Warum die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen

Die Prozentwerte der einzelnen Institute lassen sich nicht unmittelbar miteinander vergleichen. Forsa, Ipsos und Infratest dimap fragen nach der Zufriedenheit mit der Arbeit des Kanzlers. Beim Politbarometer sollen die Befragten dagegen beurteilen, ob Merz seine Arbeit eher gut oder eher schlecht macht.

Auch die Erhebungsmethoden, die Zusammensetzung der Stichproben und die Antwortmöglichkeiten unterscheiden sich. Es wäre deshalb methodisch falsch, aus den Ergebnissen einen gemeinsamen Durchschnittswert zu bilden.

Die politische Aussage der Umfragen ist dennoch eindeutig: Je nach Institut bewerten derzeit lediglich 13 bis 26 Prozent der Deutschen die Arbeit des Bundeskanzlers positiv. Die negativen Bewertungen liegen zwischen 70 und 85 Prozent.

Auch die Union steht unter Druck

Die schwachen persönlichen Werte des Kanzlers fallen mit schlechten Ergebnissen für CDU und CSU zusammen. In der jüngsten Forsa-Sonntagsfrage erreicht die Union 21 Prozent. Die AfD liegt mit 28 Prozent sieben Punkte vor ihr. Das ZDF-Politbarometer sieht die AfD ebenfalls bei 28 Prozent, die Union kommt dort auf 23 Prozent.

Aus Umfragen lässt sich nicht eindeutig ableiten, in welchem Umfang Merz persönlich für die Verluste der Union verantwortlich ist. Die Zahlen zeigen jedoch, dass die Kritik am Kanzler längst nicht mehr nur von den Anhängern der Opposition kommt. Auch in den eigenen Reihen ist sein Rückhalt inzwischen brüchig.