Spahn-Nachfolge
: Thorsten Frei soll neuer Chef der Unions-Fraktion werden

Friedrich Merz und Markus Söder sollen sich laut übereinstimmenden Medienberichten auf den Baden-Württemberger als neuen Fraktionsvorsitzenden geeinigt haben.
Von
Igor Steinle
Ulm
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Bundeskabinett: 22.07.2026, Berlin: Thorsten Frei (CDU), Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben, nimmt vor der Sitzung des Bundeskabinetts Platz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Thorsten Frei (CDU), ist derzeit noch Chef des Bundeskanzleramts. Er soll künftig die Unionsfraktion im Bundestag führen.

Sebastian Gollnow/dpa
  • Medienbericht: Thorsten Frei soll neuer Unions-Fraktionschef im Bundestag werden.
  • „Bild“: Merz und Söder einigten sich auf den bisherigen Kanzleramtschef.
  • Bestätigung steht noch aus, CDU will den Vorschlag gegen Mittag bekannt geben.
  • Nachfolge im Kanzleramt und mögliche Kabinettsumbildung sind unklar.
  • Frei ist seit 2013 im Bundestag, Merz-Vertrauter und bei Abgeordneten beliebt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vier Tage nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) als Unions-Fraktionsvorsitzender im Bundestag soll laut übereinstimmenden Medienberichten sein Nachfolger feststehen. Thorsten Frei (CDU), bisher Chef des Bundeskanzleramtes, soll die Abgeordneten von CDU und CSU künftig führen. Darauf sollen sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und CSU-Chef Markus Söder geeinigt haben.

Offiziell bestätigt ist dieser Bericht bisher nicht. Gegen Mittag, heißt es, werde die CDU den Vorschlag bekannt geben. Wer Frei im Kanzleramt nachfolgen und ob es eine Kabinettsumbildung geben soll, sei noch unklar.

Vorangegangen waren zudem Gespräche in den Parteigremien der Union und in der Bundestagsfraktion. Merz hatte nach Spahns Rückzug angekündigt, in Abstimmung mit der Schwesterpartei „relativ bald“ einen Personalvorschlag zu machen. Offiziell ins Amt kommt der Nachfolger erst durch Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll. Dem Vernehmen nach soll dann auch erst in der kommenden Woche die Nachfolge von Frei verkündet werden. Unklar ist bisher, ob es neben der Nachbesetzung im Kanzleramt auch noch zu weiteren Änderungen im Kabinett kommen wird.

Rückkehr in den Bundestag

Frei kehrt damit in seinen angestammten Bereich in der Bundespolitik zurück. Er war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens. Der gebürtige Bad Säckinger und Volljurist Frei war bis 2013 Oberbürgermeister von Donaueschingen, ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und vertritt dort den Wahlkreis Schwarzwald-Baar. Schon nach der Bundestagswahl 2025 war er für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt.

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Dort hat er nur schwer Fuß gefasst. Frei wurde von einigen in der Union vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen dann die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm bekommt Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze.

Spahn-Rückzug nach wachsendem Druck

Spahn war am Wochenende nach wachsendem parteiinternem Druck von seinem Amt als Fraktionschef zurückgetreten. Er und sein Mann Daniel Funke hatten bekanntgegeben, mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Das wurde kritisiert, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Er selbst hatte das in der Vergangenheit auch getan.

Nach Gesprächen mit Merz hatte der 46-Jährige seinen Rücktritt per Schreiben an die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU erklärt. Der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an ihn als Fraktionschef sei größer geworden, als von ihm erwartet.

Bis zur offiziellen Neuwahl des Nachfolgers führt Spahns bisheriger Stellvertreter, der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann die Amtsgeschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.

Mit Informationen der dpa.