Zustimmung in der Bevölkerung bleibt niedrig: Wie lange ist Merz noch Kanzler?

Bundeskanzler Friedrich Merz ist regulär noch bis zum Frühjahr 2029 im Amt.
Britta Pedersen/dpaBundeskanzler Friedrich Merz steht politisch weiter unter erheblichem Druck. Seine persönlichen Zustimmungswerte bewegen sich auf niedrigem Niveau, auch die schwarz-rote Bundesregierung wird von einer großen Mehrheit kritisch beurteilt. Gleichzeitig liegt die Union in den aktuellen Wahlumfragen deutlich hinter der AfD.
Wie lange ist Merz regulär noch Bundeskanzler?
Friedrich Merz wurde am 6. Mai 2025 zum Bundeskanzler gewählt. Ohne eine vorzeitige Auflösung des Bundestages findet die nächste Bundestagswahl 2029 statt. Die laufende Wahlperiode begann mit der konstituierenden Sitzung des Bundestages am 25. März 2025. Nach den Vorgaben des Grundgesetzes muss die nächste reguläre Bundestagswahl deshalb zwischen dem 26. Januar und dem 25. März 2029 stattfinden. Bis dahin bleibt Friedrich Merz Bundeskanzler.
Vorzeitiges Ende ist möglich – aber an hohe Hürden gebunden
Dass ein Bundeskanzler während einer laufenden Wahlperiode sein Amt verliert, ist in Deutschland vergleichsweise schwer. Der Bundestag kann Merz nicht einfach abwählen, ohne gleichzeitig einen neuen Kanzler zu bestimmen. Für ein sogenanntes konstruktives Misstrauensvotum müsste eine Mehrheit der Abgeordneten einen Nachfolger wählen.
Daneben könnte Merz selbst zurücktreten. Auch ein Scheitern der Regierungskoalition könnte eine politische Situation schaffen, in der ein Kanzlerwechsel wahrscheinlicher wird. Eine weitere Möglichkeit wären vorgezogene Bundestagswahlen nach einer gescheiterten Vertrauensfrage und einer anschließenden Auflösung des Bundestages durch den Bundespräsidenten. Automatisch führt eine verlorene Vertrauensfrage allerdings nicht zu Neuwahlen.
Trotz des erheblichen politischen Drucks gibt es derzeit keinen Automatismus, der auf ein baldiges Ende seiner Kanzlerschaft hinausläuft. Unionsfraktionschef Thorsten Frei erklärte erst Ende August, ein Rückzug sei für Merz bislang kein Thema gewesen.
Nur 18 Prozent Zustimmung für Merz
Politisch komfortabel ist die Lage für den Kanzler dennoch nicht. Die aktuell von ilium zusammengefassten Umfragedaten weisen für Friedrich Merz lediglich 18 Prozent Zustimmung aus. 79 Prozent bewerten ihn negativ. Auch die Bundesregierung insgesamt erreicht dort nur 17 Prozent Zustimmung bei 79 Prozent Ablehnung.
Damit bleibt Merz weit von einer mehrheitlich positiven Bewertung seiner Arbeit entfernt. Auch einzelne Erhebungen der vergangenen Monate zeichneten ein ähnliches Bild. Im ARD-DeutschlandTrend war die Zufriedenheit mit dem Kanzler im Sommer zeitweise auf 13 beziehungsweise 14 Prozent gefallen. Ende August berichtete die ARD weiterhin von sehr schwachen persönlichen Werten für Merz.
Die verschiedenen Institute stellen ihre Fragen allerdings unterschiedlich. Die Ergebnisse sind deshalb nicht immer direkt miteinander vergleichbar. Der grundsätzliche Trend ist dennoch eindeutig: Eine große Mehrheit der Befragten bewertet Merz und die Arbeit seiner Regierung derzeit kritisch.
AfD in aktuellen Umfragen klar vor der Union
Auch bei der Sonntagsfrage hat sich die Lage für CDU und CSU weiter verschlechtert. Ende August liegt die AfD bei den großen Instituten bundesweit überwiegend zwischen 27 und 29 Prozent, während CDU und CSU nur noch Werte zwischen 20 und 22,5 Prozent erreichen.
Die jüngste INSA-Erhebung vom 29. August sieht die AfD beispielsweise bei 29 Prozent und die Union bei 20 Prozent. Die SPD kommt dort auf 12 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent und die Linke auf 10 Prozent. Andere Institute zeigen ein ähnliches Kräfteverhältnis.
Im zusammengefassten Wahltrend vom 29. August erreicht die AfD rund 28 Prozent, CDU und CSU kommen auf knapp 21 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit rund 14 Prozent, die SPD mit knapp 13 Prozent und die Linke mit gut 11 Prozent.
Damit hat sich der Abstand zwischen AfD und Union gegenüber dem Frühsommer noch einmal vergrößert. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die Union mit 28,5 Prozent noch deutlich vor der AfD gelegen, die damals 20,8 Prozent erreichte.
