Zustimmung in der Bevölkerung nimmt weiter ab: Wie lange ist Merz noch Kanzler?

Pressekonferenz zu Ergebnissen des Koalitionsausschusses: 02.07.2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht im Garten des Kanzleramtes auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Koalitionsausschusses. Die Spitzen von Union und SPD stellen die Reformvorhaben der Bundesregierung vor. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Michael Kappeler/dpaFriedrich Merz steht unter Druck. Knapp anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt als Bundeskanzler befindet sich die schwarz-rote Bundesregierung in einem deutlichen Stimmungstief. Die jüngsten Umfragen sehen die Union hinter der AfD, die Zufriedenheit mit der Regierung ist auf einem sehr niedrigen Niveau und auch Merz selbst erreicht so schlechte persönliche Werte wie nie zuvor.
Schlechte Umfragen für den Kanzler
Im aktuellen ARD-DeutschlandTrend kommt die CDU/CSU nur noch auf 22 Prozent, während die AfD mit 27 Prozent erstmals deutlich vorne liegt. SPD (12 Prozent), Grüne (15 Prozent), Linke (11 Prozent) und FDP (4 Prozent) verändern das Kräfteverhältnis kaum.
Auch die Bewertung der Bundesregierung fällt vernichtend aus: Lediglich 13 Prozent zeigen sich zufrieden, 86 Prozent sind unzufrieden. Friedrich Merz selbst erreicht nur noch 13 Prozent Zustimmung bei gleichzeitig 84 Prozent Unzufriedenheit.
Dabei handelt es sich nicht um einen Ausreißer. Auch andere Meinungsforschungsinstitute sehen seit Monaten ein ähnliches Bild: Die AfD liegt bundesweit meist vor der Union oder gleichauf, während CDU/CSU überwiegend nur noch zwischen 23 und 25 Prozent erreichen. Die SPD verharrt im Bereich von 12 bis 13 Prozent.
Wie lange ist Merz noch Bundeskanzler?
Nach der Bundestagswahl 2025 wurde Merz am 6. Mai 2025 vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Regulär endet die Wahlperiode erst im Frühjahr 2029, wenn der nächste Bundestag gewählt wird. Bis dahin bleibt Friedrich Merz Bundeskanzler.
Dass ein Kanzler vorzeitig aus dem Amt scheidet, ist in Deutschland die Ausnahme. Dafür gibt es grundsätzlich nur wenige realistische Möglichkeiten:
- Die Regierungskoalition zerbricht.
- Der Bundestag wählt mit einem konstruktiven Misstrauensvotum einen neuen Kanzler.
- Merz tritt freiwillig zurück.
- Nach einer verlorenen Vertrauensfrage käme es zu Neuwahlen.
Für keines dieser Szenarien gibt es derzeit aber konkrete Anzeichen.
