1. Stuttgarter Buchmesse Großer Ansturm der Bücherwürmer

Die nächste – größere – Ausgabe der Buchmesse ist schon in Planung. Foto: Gottfried Stoppel

Nach einer halben Stunde können die Veranstalter der 1. Stuttgarter Buchmesse in Fellbach vorübergehend niemand mehr hineinlassen. Vor allem viele junge, weibliche Bücherfans reisten von weit an.

Der Name ist etwas irreführend. Ebenso wie das Logo, das einen Fernsehturm in einem aufgeschlagenen Buch zeigt. Denn die Premiere der 1. Stuttgarter Buchmesse am Samstag fand in Fellbach statt, das sich nun in eine Reihe mit Frankfurt und Leipzig stellen kann. „Wir sind groß gestartet, und wir werden noch größer“, sagte Stefan Zeh zufrieden. Der Krimiautor aus Reichenbach/Fils hat gemeinsam mit Ann-Katrin Zellner, die in der Nähe von Stuttgart wohnt und deren Krimis in ihrer Heimatstadt Nürtingen spielen, die Messe initiiert.

 

Ansturm wie in Leipzig oder Frankfurt

Die Schlange der Bücherwürmer wand sich von der Kasse am Eingang zu den Sälen Mörike und Hesse über den Parkplatz, die Treppe zum Daimlerzimmer hinunter und um die Schwabenlandhalle herum. Nach einer halben Stunde mussten die Veranstalter die Notbremse ziehen und die Tore für eine Weile schließen. „Damit hätten wir nicht gerechnet“, sagte Margit Müller vom Organisationsteam. Stuttgart habe noch nie eine Buchmesse gehabt, aber offensichtlich sehr vermisst, sagte Stefan Zeh.

„Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet und bin überrascht über die Resonanz“, sagte Annika Wirtz, Romanzenautorin aus der Nähe von Köln. Einen Ansturm wie in Fellbach habe sie nur auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt erlebt. „Die Leute lesen noch“, sagte Anna Lummfeld mit einem Lächeln. Auch ihre Urban-Fantasy-Romane wie „Die Hausflüsterin“ oder „Die Haushörerin“, die in Hamburg spielen, sind gefragt. „Mir kam die Idee dazu, als mein Großvater starb und meine Mutter sein altes Haus geerbt hat. Ich dachte, wie viele Geschichten dieses Haus wohl erzählen kann.“

Mischung aus Liebe und Fantasy kommt gut an

Fantasiereich ist auch „Rebuazrutan – die Zauberbefreiungsanleitung“ von Sabine Dal Cero und Barbara Frank aus Stuttgart-Feuerbach. Die zwei Frauen waren mit offenen Augen in Wäldern unterwegs und haben auf ihren Fotos geheimnisvolle Naturwesen und Gestalten festgehalten, die sie nun der Fantasie der Betrachter anheim legen.

Fantasybücher der Gattungen Future, Urban oder Dark sowie Romantasy-Romane, bei denen es um Liebe und Leidenschaft in magischen Fantasiewelten geht, waren in Fellbach zahlreich vertreten. Sie sind gerade auch bei der Jugend sehr beliebt. Viele junge, vor allem weibliche Leser reisten von weit an um ihre Lieblingsautorinnen und -autoren, 122 waren insgesamt da, hautnah zu erleben. Autogramm und Foto inklusive.

Zweite Auflage der Stuttgarter Buchmesse wird größer

Auch die Augen von Timo Grassl haben geleuchtet. Der Zwölfjährige aus Sindelfingen war am Samstag bei der 1. Stuttgarter Buchmesse in seinem Element. Nicht nur, weil er gerne liest. Timo Grassl schreibt auch selbst. Seinen ersten Fantasy-Roman, 140 Seiten stark, hat den Titel „Welt der Elemente“. Er spiele in einer Fantasiewelt und handle von Fantasiewesen wie den Eisbrechern, riesige Vögel, die ihren Schnabel wachsen und schrumpfen lassen können, von Meermännern und Seerosenfrauen und der Held heißt Narius, erzählte der Zwölfjährige. „Der Roman ist gerade fertig geworden, ich suche gerade einen Verlag, und im nächsten Jahr will ich hier dabei sein“, sagte er selbstbewusst.

Der Nachwuchsautor wird sich sputen müssen, denn der Andrang aufseiten der Autoren und Verlage war bei der Erstauflage ebenso groß, wie der der Besucherinnen und Besucher. Bereits im November waren alle Ausstellerplätze vergeben. Die 2. Stuttgarter Buchmesse am 22. Februar 2025 wird deshalb größer geplant. „Da haben wir dann noch das Foyer dazu“, sagte Stefan Zeh. Es wird also mehr Platz für Ausstellende und Besuchende geben. Damit steigt auch die Chance für Nachwuchsschriftsteller, dass sie im nächsten Jahr als Autorinnen und Autoren dabei sein können.

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