100 Jahre ifa Rückenwind für eine „weltoffene Kraft“

Von Von Jan Sellner 

Das Insitut für Auslandsbeziehungen hat eine 100-jährige Geschichte hinter und viel Arbeit vor sich, denn angesichts der vielen Krisen in der Welt ist der Kulturaustausch wichtiger denn je – darin waren sich die prominenten Redner am Dienstagabend beim Festakt im Neuen Schloss einig. Für eine Überraschugn sorgte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Die Redner  und die Gastgeberin beim Festakt im Neuen Schloss: Steinmeier, Seiler-Albring, Kretschmann und Kuhn (von li.) Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Redner und die Gastgeberin beim Festakt im Neuen Schloss: Steinmeier, Seiler-Albring, Kretschmann und Kuhn (von li.) Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Mit einem Festakt im ­Neuen Schloss hat das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) am Dienstagabend seinen 100. Geburtstag gefeiert. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ­würdigte die Einrichtung, die ihren Hauptsitz im ehemaligen Waisenhaus am Charlottenplatz hat, als Kompetenzzentrum für kulturelle Zusammenarbeit. „Angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation brauchen wir Kulturaustausch mehr denn je. Das ifa habe sich als „weltoffene, lebendige und dynamische Kraft in der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“ bewährt, sagte Steinmeier vor den 400 Festgästen. Der Bundesaußenminister stellte in dem Zusammenhang die Bedeutung von kultureller Arbeit heraus. „Kultur ist nicht nice to have, sondern unverzichtbarer Bestandteil von Außenpolitik.“

Das Land nimmt das ifa-Gebäude „in Obhut“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte das ifa „eine der wichtigsten Institutionen, um Kultur über alle Grenzen zu tragen“. Es sei ein Brückenbauer. „Wir haben größtes Interesse daran, dass das ifa in Stuttgart bleibt.“ Als Zeichen der Wertschätzung kündigte er an, das Land werde „die Verantwortung für das Gebäude sowie seinen Unterhalt in eigene Obhut nehmen“. Das ifa – ein Verein – finanziert sich vor allem durch das Auswärtige Amt, das Land und die Landeshauptstadt.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn ­(Grüne) betonte: „Wie das ifa das Miteinander der Kulturen weltweit fördert, so ­versteht sich die Stadt Stuttgart als ein Ort, an dem unterschiedliche Kulturen friedlich und tolerant zusammenleben.“ Stuttgart und das ifa befurchteten sich gegenseitig. Die Stadt sei stolz auf diese Einrichtung.

Ein Höhepunkt des Festakts war der Auftritt von Musikern der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast mit dem Ensemble Jisr (Brücke), dem Musiker unter anderem aus Syrien, Ägypten, Marokko angehören.

Schwerpunktthema „Kulturen des Wir“

Das noch bis Juli von Präsidentin Ursula Seiler-Albring geführte Institut für Auslandsbeziehungen wurde am 10. Januar 1917 in Stuttgart von dem Unternehmer und Wissenschaftsförderer Theodor Wanner gegründet. Ziel war es unter anderem, das beschädigte Ansehen Deutschlands als Kulturnation wiederherzustellen. Der württembergische König Wilhelm II. nannte die Gründung ein „Werk des Friedens inmitten des Kriegs“. Heute beschäftigt das ifa in Stuttgart und in Berlin rund 123 Mitarbeiter. Seine wichtigsten Tätigkeitsfelder sind Kunst, Zivilgesellschaft und Information. Im Jubiläumsjahr geht es schwerpunktmäßig um die „Kulturen des Wir“. Im Juli erfolgt der Wechsel an der Spitze. Nachfolger von Seilber Albring wird der bisherige Leiter des Royal&Albert Museums in London und gebürtige Stuttgarter Martin Roth.

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