15. August: So war es vor einem Jahr Fernweh, Durchbruch, Pleite und Zerstörung

Von Julia Theermann 

Wohin gehen die Bürgermeister der Kreisgemeinden im Urlaub? Was macht „Sibylle“ im Albvorlandtunnel? Und was passiert mit dem Busunternehmen Rexer? Diesen Fragen ist unsere Zeitung vor einem Jahr nachgegangen.

Die Rexer-Pleite bewegte vor einem Jahr die Esslinger. Foto: Roberto Bulgrin 5 Bilder
Die Rexer-Pleite bewegte vor einem Jahr die Esslinger. Foto: Roberto Bulgrin

Kreis Esslingen - Mallorca, Ungarn, Italien – vor genau einem Jahr, am 15. August 2019, stand in unserer Zeitung der Urlaub im Vordergrund. Aber nicht der der Reporter. Nein, unsere Redakteure fragten bei den Bürgermeistern des Kreises Esslingen nach, wie die ihren Urlaub verbringen. Bis auf Andreas Jarolim, den Verwaltungschef der Schurwaldgemeinde Aichwald, hatten die Bürgermeister ihren Sommerurlaub damals alle noch vor sich. Die meisten zog es in andere Länder. Nur Baltmannsweilers Schultes Simon Schmid und Plochingens Bürgermeister Frank Buß planten, in der Nähe zu urlauben. In diesem Corona-Sommer ist Urlaub ein bittersüßes Thema, der Blick zurück auf Erzählungen von unbeschwerten Besuchen auf der Landesgartenschau oder Urlaub auf dem Bauernhof ein leicht melancholischer.

Gefeiert wurde vor einem Jahr in Wendlingen. „Sibylle“ hatte rund 7700 Meter der Nord-Röhre des Albvorlandtunnels zwischen Kirchheim und Wendlingen gegraben. Am 15. August schaffte sie den Durchbruch. Der Tunnel ist Teil der Bahn-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Im Januar 2018 hatte „Sibylle“ begonnen, sich in den Untergrund zu bohren. Auch heute beschäftigt das Bahn-Projekt noch die lokale Presse. Für die Bahntrasse wird aktuell die Autobahn-Anschlussstelle Esslingen umgebaut.

Ermittlungen sind abgeschlossen

Ein weiteres Verkehrsthema trieb am 15. August 2019 die Esslinger um. Nachdem Anfang Juli das Amtsgericht Tübingen über das Vermögen der Unternehmensgruppe Rexer ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet hatte, bedienten die Rexer-Busse weiterhin acht Buslinien und zwei Nachtlinien in Esslingen. Drei Monate sollte das vorläufige Insolvenzverfahren dauern, bis entschieden werden könne, ob es zur Insolvenz oder zu einer anderen Lösung kommt. Der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) bereitete sich damals auf alle Eventualitäten vor. Inzwischen ist bekannt geworden, dass sich die Calwer Firma, die ein privater Subunternehmer des SVE ist, definitiv aus dem Esslinger Busverkehr zurückziehen muss. Als Konsequenz nutzt die Stadt die Gunst der Stunde. Bis 2024 will sie im innerstädtischen Busverkehr komplett auf Dieselbusse verzichten und das Netz als erste Stadt in Deutschland vollständig über batterie-ergänzte Oberleitungsbusse erschließen.

Kriminell ging es im vergangenen Jahr in der Ausstellung des Künstlers Rob Voerman zu. In seiner Ausstellung „Good Space“, die er in der Halle des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes (EAW) aufgebaut hatte, hatten Unbekannte Verwüstung angerichtet. Als einer unserer Reporter am 15. August 2019 darüber berichtete, hatte Voerman seine Installationen wiederhergestellt. „Ich kann immer noch viele Schäden sehen“, sagte der Künstler damals. „Aber ich bin zufrieden mit dem, wie das Werk wieder zusammenmontiert worden ist.“ Inzwischen, so heißt es von einem Sprecher des für Esslingen zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen, seien die Ermittlungen abgeschlossen. Sie wurden „gegen Unbekannt an die Staatsanwaltschaft Stuttgart weitergeleitet“, so der Sprecher. „Es konnten leider keine Tatverdächtigen ermittelt werden.“




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