Nach Spiel gegen RB Leipzig Andy Buck kritisiert Lautern-Fans scharf

Andy Buck ist regelmäßig für die VfB-Traditionself aktiv. Foto: Pressefoto Baumann
Andy Buck ist regelmäßig für die VfB-Traditionself aktiv. Foto: Pressefoto Baumann

Der ehemalige VfB-Spieler Andreas Buck hat sich via Facebook zu den Geschehnissen vom Montagabend auf dem Kaiserslauterer Betzenberg geäußert und die Fans scharf kritisiert.

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Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern hat am Montagabend den Aufstiegsaspiranten RB Leipzig zum Top-Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga empfangen. Im Leipziger Trikot dabei: Willi Orban, Lauterer Jugendspieler und später auch in der ersten Mannschaft aktiv. Orban ist DFB-U21-Nationalspieler und wechselte vor der Saison nach 18 Jahren Kaiserlautern nach Leipzig. Die Fans der „Roten Teufel“ aus Kaiserslautern empfingen ihren ehemaligen Liebling mit gellenden Pfiffen und buhten ihn aus, solange er auf dem Platz stand. Das waren exakt 63 Minuten – dann kassiert Orban die Gelb-Rote-Karte und musste unter die Dusche. Leipzig, bis dahin in Führung, kassierte dann in Unterzahl den Ausgleich. Leipzigs Trainer Ralf Rangnick, ehemals beim VfB Stuttgart in diversen Funktionen aktiv, sprach danach von einer „neuen Dimension der Geschmacklosigkeit“ bezüglich der Schmähungen der Fans.

Andy Buck ledert im Netz los

In die gleiche Kerbe schlug auch Andy Buck. Buck, der mit dem VfB Stuttgart 1992 Deutscher Meister wurde und auch für Kaiserslautern die Kickstiefel schnürte, griff die Lauterer Fans scharf an. „Aus gegebenem Anlass:  was sich heute im Stadion abgespielt hat, geht gar nicht. Da wird ein 23-jähriger Spieler (Willi Orban) aufs Schlimmste niedergemacht, der seine ganze Jugend die Knochen für den FCK hingehalten hat.  Was war passiert (für diejenigen, die sich mit Fußball nicht auskennen)? Er hat die Frechheit besessen, seinen Arbeitgeber zu wechseln, weil er dort besser bezahlt wird und bessere Perspektiven hat. Hmm ... würden vermutlich viele so machen“, beginnt Buck seine Brandrede.

„Alle beim FCK (Führungsetage, Mitarbeiter, Fans ... einfach alle, die im Stadion waren) hatten heute Abend die Wahl: Entweder man zeigt Größe und empfängt einen ehemaligen Spieler und echten Lautrer, wie es sich gehört oder man gibt ein solches Bild ab, wie es heute Abend vor Abertausenden von Zuschauern live im Fernsehen zu sehen war. Das war echt beschämend!! Als FCK-Verantwortlicher sollte man sich schnellstens ins Fernsehen stellen und sich bei Willi Orban öffentlich entschuldigen ... auch wenn man dann vielleicht von den sog. "Fans" eins auf die Mütze bekommt.“, fordert Buck.

„Es war eine große Chance, ganz Fußballdeutschland zu zeigen, dass der FCK als Ganzes ein großer Verein ist. Was hätten wir für einen tollen Eindruck hinterlassen, wenn das gesamte Stadion Willi Orban freundlich empfangen hätte. DAS hätte (positive) Wirkung hinterlassen!!“, echauffiert sich Buck weiter und schließt mit dem bemerkenswerten Fazit: „Und für alle, die solche Hasstiraden immer mit Tradition (FCK) bzw. fehlender Tradition (z.B. RB Leipzig) rechtfertigen ... wenn Ihr Euch schon auf solche Werte und auch auf Fritz Walter beruft ... glaubt ernsthaft irgendjemand, dass Fritz Walter so etwas wie heute Abend gewollt hätte!! Ich hatte die Ehre, ihn kennengelernt zu haben ... er hätte sich heute Abend genauso geschämt!!“

Löw-Berater Eitel stellte den Text ins Netz

Bucks flammender Appell ist nicht für Jedermann im Netz zu sehen, nur mit ihm befreundete Personen können ihn abrufen. Roland Eitel, der Berater von Bundestrainer Joachim Löw und US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, stellte den Text über seine Facebook-Seite „Der Fussballist“ ins Netz und machte ihn damit öffentlich.




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