20 Jahre Bottwartal-Marathon Holger Bäßler ist der wahre Marathonmann

Mehr als 5000 Läuferinnen und Läufer bringt der Bottwartal-Marathon alljährlich in Bewegung. Foto: Werner Kuhnle

Seit Mitte März ist die Anmeldung möglich zum Bottwartal-Marathon. Der wird im Herbst 20 Jahre alt. Und der Organisationschef Holger Bäßler freut sich auf viele Läuferinnen und Läufer.

Er ist der Marathonmann. Holger Bäßler zeichnet seit vier Jahren für den Bottwartal-Marathon als Organisationschef verantwortlich. Das Laufevent ist freilich älter, feiert 2024 einen runden Geburtstag: Am 12. und 13. Oktober findet der Bottwartal-Marathon zum 20. Mal statt. Bäßler hat Anteil daran, dass das Jubiläum möglich ist. Einst von Werner Neumann vom Sport- und Kulturverein (SKV) Oberstenfeld als Stadtlauf ins Leben gerufen und zum Bottwartal-Marathon gewachsen, wurde die Veranstaltung von Gerhard Petermann, dem „Mann mit den blauen Haaren“, zehn Lenze lang geleitet. „Als Gerhard mir mitteilte, dass er aufhört, warf ich meinen Hut in den Ring. Ich sagte, wenn es keinen Nachfolger gibt – und es gab keinen – dann mache ich das.“ War er doch zu diesem Zeitpunkt bereits ehrenamtlich für die Betreuung der Homepage und der Sozialen Medien zuständig, einem Aufruf in der Marbacher Zeitung folgend. „Das Bottwartal braucht dieses sportliche Highlight; und das wollte ich unterstützen.“ Mit Nachdruck fügt er hinzu: „Als ich das damals sagte, war ich selbst noch kein Läufer.“ Vor drei Jahren startete er dann damit – dieses Jahr im April wagt er seinen ersten Marathon. Er habe einen sehr hartnäckigen Trainer, der ihm einen Plan schreibe mit vier Einheiten in der Woche, erläutert der 46-Jährige. Und regelmäßig am Donnerstag gehe er außerdem zum Lauftreff. Auch das motiviere sehr.

 

Foto: Werner Kuhnle

„Wenn man gemeinsam läuft, wird es einfacher, weil man sich gegenseitig anspornt. Das tun auch die Laufveranstaltungen, über die man sich auf Plattformen informiert.“ Dadurch habe er viele Menschen kennengelernt und auch einige neue Freunde gewonnen. Längst sei Laufen für ihn ein echter Ausgleich zum Beruf geworden. Jedes Jahr setze er sich ein Ziel, um besser zu werden.

Ein Tänzer und Pfleger

Apropos Beruf: Auch da ist der gebürtige Ludwigsburger, der in der Residenzstadt mit dem barocken Zentrum aufgewachsen ist, viel auf den Beinen. Seit zwölf Jahren arbeitet er im Klinikum Stuttgart in der Pflege. Davor war er nach seiner Ausbildung zum Rettungsassistenten lange beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Ludwigsburg tätig. Und dort betrieb er einst einen anderen Sport. „In meiner Jugend habe ich beim Tanzsportclub (TSC) Residenz Ludwigsburg Lateinformation getanzt.“ Das tut er immer noch gerne. Mit einer guten Freundin, seiner damaligen Tanzpartnerin, gehe er manchmal auf das Parkett. Er lacht: „Ich bin überrascht, wie viele Figuren da doch noch hängengeblieben sind.“ Bevor er zum Laufen kam, betrieb er zudem Schießsport beim Schützenverein Affalterbach, war dort Pressesprecher. Letztere Position machte ihn denn auch zum idealen Kandidaten, um die Öffentlichkeitsarbeit, Webseite und Sozialen Medien beim Bottwartal-Marathon zu betreuen. Und freilich, um das Projekt schließlich zu leiten. Dafür „springe“ er durch die Sportvereine des Bottwartals, sagt er und lacht. „Dem Verein, der es jeweils ausrichtet, stehe ich zur Verfügung.“

Auf das Laufereignis angesprochen, wird er leidenschaftlich, beschreibt, wie nach dem Marathon vor dem Marathon ist. „Im Januar fangen wir wieder an, neu zu planen, im Februar wird die Strecke beim Landratsamt eingereicht zur Prüfung und zur Genehmigung.“ Anfang des Jahres begännen auch stets die Trainingsläufe, die zur Vorbereitung auf den Marathon im Herbst angeboten werden. Sie gehen über Teile der Strecke.

„Wir wollen immer dieselbe, das haben wir eigentlich auch. Manchmal ändert sich diese aber durch Umleitungen oder Baustellen, die nicht fertig werden, wie vergangenes Jahr. Entsprechend passen wir die Strecke an.“ Ab Mitte März können sich Läuferinnen und Läufer dann registrieren lassen. Im August werden bereits die Anzeigen für das darauf folgende Jahr geschaltet. „Noch bevor die Veranstaltung im aktuellen Jahr stattgefunden hat“, sagt Bäßler.

Die jüngsten Läufer sind drei Jahre alt

Die startet mit dem MZ Run & Fun Day für Kinder und Jugendliche im Riedstadion von Steinheim an der Murr. „Da laufen schon die Jüngsten ab drei Jahren mit über 500 Meter. Dann geht es hoch auf 1,5 Kilometer und die längste Strecke ist 4,2 Kilometer für Jugendliche.“ An Tag zwei, also dem 15. Oktober 2024, geht es zum Süwag-Urmensch-Ultramarathon über 50 Kilometer, klassischen Marathon, Staffel-Marathon, Kaufland Halbmarathon, zu den „10 km OptiMove by Pudel-Herbstlauf/Walking“ sowie den „TRZ Siegele 5 km“.

Mehr als 5000 Teilnehmende jeder Altersklasse sind da alljährlich in Bewegung. „Der Älteste war vergangenes Jahr 83 Jahre“, sagt Bäßler. Er hofft, dass die Zahl in diesem Jahr wieder geknackt wird, zumal ja Jubiläum gefeiert wird. Der überwiegende Teil der Laufenden komme aus dem Bottwartal und der Region, also aus Stuttgart oder auch aus Böblingen. Aber auch von außerhalb reisten einige an, so schildert er. „Aus dem ganzen Bundesgebiet. Manche schwappen aus der Pfalz herüber oder aus der Region Frankfurt. Sie nutzen unsere Veranstaltung, um sich für den Frankfurt-Marathon vorzubereiten.“ Der findet ungefähr zwei Wochen danach statt. Der Marathonmann: „Es ist wahnsinnig schön, die Leute im Ziel jubeln zu sehen, vor allem wenn sie zum ersten Mal ihre Strecke geschafft haben, ihre ersten fünf Kilometer, ihre ersten zehn Kilometer, ihren erster Halbmarathon, ihren erster Marathon.“

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Bottwartal Marathon