2:2 bei VfB gegen BVB Der erste Schritt aus der Krise

Mit einem 2:2-Unentschieden fährt der VfB Stuttgart aus Dortmund nach Hause. Dabei waren die Schwaben nach dem Doppelpack von Didavi dem Sieg so nah. Doch Aubameyang und Immobile sorgten für den Dortmunder Ausgleich.

Der VfB Stuttgart hat sich am Mittwochabend im Signal Iduna Park in Dortmund 2:2 vom BVB getrennt. Hier gibts die Bilder vom Spiel. Foto: dpa 19 Bilder
Der VfB Stuttgart hat sich am Mittwochabend im Signal Iduna Park in Dortmund 2:2 vom BVB getrennt. Hier gibt's die Bilder vom Spiel. Foto: dpa

Dortmund - Am Ende eines verrückten Fußballtages, der so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird, stehen die Spieler des VfB Stuttgart auf dem Rasen des Dortmunder Stadions und können es nicht fassen. Die mit Abstand beste Leistung in dieser Saison haben sie gezeigt und unmittelbar nach der Entlassung des Managers Fredi Bobic mit 2:0 beim Champions-League-Teilnehmer  geführt. Doch zum ersten Sieg reichte es wieder nicht.

Am Ende muss der VfB mit dem 2:2 (0:0) sogar noch zufrieden sein, weil Antonio Rüdiger in der Nachspielzeit auf der   Linie gerettet hat. Ein Fehler des Torhüters Sven Ulreich hatte in einem mitreißenden Bundesligaspiel kurz vorher  zum Ausgleich für die Borussia geführt. „Wir haben eine gute Leistung gezeigt“, sagt der VfB-Trainer Armin Veh hinterher, „aber wenn man 2:0 führt, möchte man den Sieg natürlich  auch nach Hause bringen."

Von Beginn an zeigte sich die Stuttgarter Mannschaft komplett unbeeindruckt von den großen Turbulenzen im Vorfeld der Partie.  Wie ein verunsicherter Abstiegskandidat jedenfalls traf Vehs Elf keineswegs auf – im Gegenteil: Mutig und  selbstbewusst gelang dem VfB vor 79 500 Zuschauern das Vorhaben, das Spiel  nicht nur möglichst offen zu gestalten, sondern  immer wieder auch eigene Akzente zu setzen.

Carlos Gruezo war für  Martin Harnik in die Startelf gekommen – zusammen mit Oriel Romeu und Moritz Leitner  machte der Ecuadorianer im defensiven Mittelfeld die Räume eng. Und davor versuchten Daniel Didavi und Christian Gentner erfolgreich, Timo Werner, die einzige Spitze im 4-3-2-1-System, in Szene zu setzen. Das sah nicht nur ordentlich aus, das wurde bisweilen auch sehr gefährlich. Aus spitzem Winkel scheiterte der sehr aktive Werner am BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller (23.), nachdem zuvor Gentner mit einem sehenswerten Volleyheber die Chance zur Führung vergeben hatte.

Weil der VfB auch in der Abwehr  stabil stand, war lange Zeit wenig zu sehen von der gefürchteten Offensivkraft der Borussia. Zwar gingen die Dortmunder stark ersatzgeschwächt ins Spiel – konnten es sich aber dennoch erlauben, in Mats Hummels, Erik Durm und Matthias Ginter  drei Weltmeister auf die Ersatzbank zu setzen. Das verdeutlicht die unterschiedlichen Kräfteverhältnis zwischen beiden Clubs.

VfB geht mit viel Leidenschaft zu Werke

An diesem unterhaltsamen Abend jedoch kam der Unterschied nicht  zum Tragen, weil der VfB nicht nur eine gute Ordnung hatte, sondern auch mit  viel Leidenschaft zu Werke ging und sich als geschlossene Einheit präsentierte.  In der ersten Halbzeit  wurde es vor dem VfB-Tor nur einmal richtig gefährlich: Nach einer Unachtsamkeit von  Rüdiger stand Shinji Kagawa allein vor dem Tor – die Stuttgarter hatten Glück, dass   der Lupfer des Japaners   an die Latte  ging (33.).

Kurz nach der Pause kam es für den VfB noch besser:  Im Anschluss an einen Eckball nutzten die Stuttgarter die Konfusion in der BVB-Abwehr zur  Führung, indem Didavi einen Querpass von Gentner verwertete (48.). Es war der erst zweite VfB-Treffer in dieser Saison – doch der dritte sollte nicht lange auf sich warten lassen. Erneut war es Didavi, der einen Fehler von Marcel Schmelzer nutzte und    zum 2:0  traf (68.).

In der Schlussphase wurde es  turbulent. Pierre-Emerick Aubameyang  verkürzte  und leitete den Dortmunder Sturmlauf ein (73.). Gentner vergab  die große Chance zur Entscheidung, was Ciro Immobile umgehend mit dem  Ausgleich bestrafte (86.). Ulreich hatte zuvor eine Freistoßflanke unterlaufen – sehr zum Verdruss von Armin Veh:  „Das ärgert mich maßlos, denn das Tor war absolut verhinderbar.“