24-Stunden-Hindernislauf in Uhingen Die Fils ist „nur“ ein 150 Meter langer Weg

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Der traditionelle 24-Stunden-Benefizlauf wird in Uhingen erstmals als Hindernisrennen ausgetragen. Es ist das erste seiner Art, das in Deutschland mitten in einer Stadt über die Bühne geht. Die Vorbereitungen sind dementsprechend aufwendig.

Eine Wand aus Lkw-Reifen wartet auch in Uhingen auf die Läuferinnen und Läufer: Diese muss jedoch nicht durchkrochen, sondern überklettert werden. Foto: ZRS Agentur GmbH/Veranstalter
Eine Wand aus Lkw-Reifen wartet auch in Uhingen auf die Läuferinnen und Läufer: Diese muss jedoch nicht durchkrochen, sondern überklettert werden. Foto: ZRS Agentur GmbH/Veranstalter

Uhingen - Rennen, schwitzen, keuchen – und das rund um die Uhr für einen guten Zweck: In Uhingen hat das seit mehr als 20 Jahren Tradition. Klettern und hangeln, kriechen und krabbeln, schleppen und waten sind allerdings ganz neue Herausforderungen, weshalb die Athleten und die Besucher auf die Premiere des 24-Stunden-Benefizlaufs als Hindernisrennen mehr als gespannt sein dürfen. An diesem Wochenende ist es so weit. Von Samstag, 16 Uhr, bis Sonntag, 16 Uhr, werden 36 Teams die 2,2 Kilometer lange Strecke durch die 14 000-Einwohner-Stadt so oft wie möglich absolvieren.

Der Rundkurs ist gespickt mit zwölf offiziellen Hindernissen und etlichen weiteren Gemeinheiten, die neben einer Menge Ausdauer auch Kraft, Beweglichkeit, Geschick und vor allem einen unbändigen Willen erforderlich machen. Die Athletinnen und Athleten werden auf hohe Wände und Gerüste, auf niedrige Netze und Gitter, auf Schlamm und Wasser, auf Strickleitern und Sandsäcke treffen, die es zu überwinden oder auf andere Weise zu bewältigen gilt. Vier Akteure pro Mannschaft teilen sich Tag und Nacht nach Belieben ein. Am Ende geht es aber nicht nur um den Sieg, sondern in erster Linie darum, den Spendentopf voll zu machen.

Dafür sorgen, wie in den vergangenen Jahren, die Sparda-Bank, die jeden gelaufenen Kilometer mit einem Euro sponsert, sowie zehn Uhinger Betriebe, die gemeinsam noch mal einen Euro oben drauf legen. „Wir wollten nach 22 Jahren einfach mal etwas Neues versuchen, um die Veranstaltung attraktiver zu machen“, nennt Sven Strahlendorf, der Filialleiter der Göppinger Sparda-Filiale, den Grund, warum aus dem bisherigen, ohnehin schon anspruchsvollen Flachstreckenrennen ein noch anspruchsvollerer Hindernislauf gemacht worden ist.

Ein Rädchen greift bei der Organisation ins andere

Die Organisatoren, darunter die Leichtathleten vom Sparda-Team Rechberghausen, vom Handel- und Gewerbeverein Uhingen sowie von der Stadt, waren von der Idee schnell angetan und sicherten sich in der Person von Björn Hahn einen Experten als sportlichen Leiter. Der 33-Jährige, der im Stadtteil Nassachmühle lebt, hat selbst schon etliche Hindernisläufe absolviert, kennt sich in der Szene aus und weiß, worauf es für die Teilnehmerschar und das Publikum ankommt. „Besonders reizvoll war es für mich, dass ein solches 24-Stunden-Event erstmals nicht irgendwo auf dem freien Feld, sondern mitten in einer Stadt über die Bühne gehen soll“, erklärt er seine Motivation. Zumindest in Deutschland habe es etwas Vergleichbares bisher noch nicht gegeben, fügt Hahn hinzu.

Was an Arbeit auf ihn zurollen würde, hat der junge Unternehmer, der in Stuttgart eine Agentur für Bewegtbildkommunikation betreibt, „in etwa gewusst“. Dass all das nur gestemmt werden kann, wenn ein Rädchen ins andere greift, ebenfalls. „Und das funktioniert hier in Uhingen perfekt, weil schon gewachsene Strukturen da sind. Vom Bauhof bis zur Feuerwehr, vom Rettungsdienst bis zur DLRG, von der Stadtverwaltung bis zu den Firmen und Betrieben, die uns bei der praktischen Umsetzung unterstützen, haben alle Lust auf so was und hängen sich rein“, lobt Hahn.

Björn Hahn: Teamwork ist in dieser Disziplin selbstverständlich

So sind zu den ursprünglich zwölf geplanten Hindernissen – mit Schlammgrube, Sandsackparcours, Wassercontainer, und Pyramide – noch ein paar weitere dazugekommen, „weil sich das eben so angeboten hat“, wie der sportliche Leiter sagt. Die 150 Meter, die von den Akteuren in der Fils zurückgelegt werden müssen, gehören ausdrücklich nicht dazu. „Das gilt als Teil der Strecke – und damit als Weg“, betont er.

Trotz des veränderten Konzepts und der zu erwartenden Strapazen – oder vielleicht gerade deshalb – halten viele der bisherigen Teilnehmer dem 24-Stunden-Lauf auch unter veränderten Voraussetzungen die Treue. Und es sind etliche neue Teams hinzugekommen, aus der Region und darüber hinaus. „Dazu gehören nicht nur die klassischen Läufer, sondern beispielsweise die Ringer aus Ebersbach, die das mal austesten wollen“, sagt Björn Hahn, der einen etwas­ anderen Charakter der spektakulären Veranstaltung verspricht.

So liege die Faszination des Hindernislaufs nicht nur im Ausloten der eigenen Grenzen. „Vielmehr herrscht in dieser boomenden Disziplin nach wie vor ein besonderer Geist. Da hilft auch mal der Führende einem anderen über eine Wand oder einen Graben, weil Teamwork selbstverständlich ist“, spricht Hahn aus Erfahrung.

Es wird nicht nur gerannt, sondern auch gefeiert

Der Startschuss zum ersten 24-Stunden-Hindernislauf in Uhingen wird an diesem Samstag um 16 Uhr durch die beiden Göppinger Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens­ (SPD) und Hermann Färber (CDU) gegeben. Insgesamt 36 Viererteams gehen auf die 2,2 Kilometer lange Strecke, die mit mehr als einem Dutzend Hindernissen gespickt ist. Am Sonntag um 16 Uhr steht dann fest, welches Quartett die meisten Kilometer­ abgespult hat. Um 17.30 Uhr findet die Sieger­ehrung statt. Rund um die Uhr wird aber nicht nur gerannt, sondern im Start- und Ziel­bereich rund um das Uditorium auch gefeiert.

Parallel zum Lauf findet der 72. Uhinger Sonntag statt. Zwischen 13 und 18 Uhr präsentieren sich rund 90 Betriebe­, Organisationen und Vereine mit einem bunten Rahmenprogramm für alle Altersklassen­ den Besuchern. Diese können sich an vielen Stellen bereits zuvor zum Mittagessen niederlassen