30 000 Euro von Robert Bosch Stiftung Hannelore Hoger tut Gutes mit Stuttgarter Preis

Von Heidi Hechtel 

Die Schauspielerin engagiert sich seit vielen Jahren für alte Menschen. Bei einer Feierstunde in Stuttgart erhält Hannelore Hoger den Otto-Mühlschlegel-Preis. Die 30 000 Euro gibt sie an erstaunliche Projekte weiter.

Hannelore Hoger mit der Büste des Preisstifters, des Stuttgarter Unternehmers Otto Mühlschlegel. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Hannelore Hoger mit der Büste des Preisstifters, des Stuttgarter Unternehmers Otto Mühlschlegel. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Darf man mit Hannelore Hoger über das Alter sprechen? Aber ja. Nicht nur, weil die Schauspielerin, die auf eine fast sechzigjährige Bühnen-, Film- und Fernsehkarriere zurückblickt, die biografische Tatsache selbst souverän und gelassen nimmt. Von Bella Block, ihrer populärsten Rolle, stammt schließlich der Satz „Alter ist nichts für Feiglinge“.

Man muss sogar darüber reden, weil Hoger sich seit vielen Jahren für alte Menschen engagiert: Bei der Hilfsorganisation namens HelpAge und als Schirmherrin der Kampagne „Jede Oma zählt“. Gemeint sind da-mit die Großmütter in Afrika, ohne die ihre in Krieg und durch Katastrophen wie Aids elternlos gewordenen Enkel verloren wären. Für dieses Engagement ist Hannelore Hoger jetzt mit dem Otto Mühlschlegel Preis 2020 der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet worden und zur Preisverleihung nach Stuttgart gekommen.

Otto Mühlschlegel (1898–1995) war ein Unternehmer, der mit seiner Frau Edith 1978 die Mühlschlegel-Stiftung gegründet hat. Das kinderlose Ehepaar konzentrierte den Stiftungszweck bewusst auf die Altenhilfe, die sie durch den Bau von Wohnanlagen voranbringen wollten. Das erste große Projekt war das „Haus am Weinberg“ in Stuttgart, dem weitere in Bühlertal und Weinstadt folgten. Heute ist die Stiftung unter dem Dach der Robert-Bosch-Stiftung.

Ein feierlicher Festakt im kleinen Kreis

Corona geschuldet, wurde aus dem geplanten großen Festakt in der Robert Bosch Stiftung eine fast intime Feier im kleinen Kreis, in dem sich alle Gäste, darunter auch Ursula Klauser, die Nichte von Edith Mühlschlegel, als große Bewunderer von Hannelore Hoger bekannten. „Sie begleiten mich seit Jahren, als Schauspielerin und als Mensch, der die Gesellschaft voranbringt“, würdigte Joachim Rogall, der Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, die Preisträgerin als mutige und kreative Frau, die es sich erlaube, auch mal frech zu sein. Die Jury, so erklärte Donata Schenck zu Schweinsberg stellvertretend für dieses Gremium, habe sich für Hannelore Hoger entschieden, weil sie „stets ein großes und tatkräftiges Herz für andere“ zeige: „Es hat uns beeindruckt, dass sie ihre Popularität in den Dienst für soziale und gesellschaftliche Aufgaben gestellt hat.“

„So viel Lob ist für mich immer schwer zu verkraften“, bedankte sich Hannelore Hoger und bekannte, sie sei von dieser Ehre überrascht, aber auch sehr gerührt und berührt. Nun wird eine Büste von Otto Mühlschlegel die Sammlung ihrer vielen Auszeichnungen vervollständigen. Das Preisgeld von 30 000 Euro geht auf Wunsch der Hamburgerin zu gleichen Teilen an die Hamburgische Brücke – Gesellschaft für private Sozialarbeit, die sich für Demenzkranke engagiert, und die Türkische Gemeinde Hamburg und Umgebung, die sich um ihre Senioren kümmert. „Es hat mir große Freude gemacht, das Geld zu verteilen“, versicherte Hoger. Sie hätte gern noch ein Frauenhaus bedacht. Aber das Alter habe Vorrang.




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