72. Fellbacher Herbst Die große Fellbacher Flaniermeile erblüht

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Der Herbstsonntag zieht Tausende in die Stadt – und manchmal herrscht Gedränge wie in einem Bienenstock – passend zur Remstal-Gartenschau. Händler und Dienstleister freuen sich über Kaiserwetter und Besucherschwärme.

Tausende Besucher zogen am verkaufsoffenen Sonntag durch Fellbach. Foto: Patricia Sigerist 40 Bilder
Tausende Besucher zogen am verkaufsoffenen Sonntag durch Fellbach. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Es scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Vor wenigen Tagen schüttete es noch aus Kübeln – pünktlich zum Fellbacher Herbst wendete sich die Wetterlage und ließ noch mal spätes Sommerfeeling aufleben. Sommerparty gab es schon im vergangenen Jahr – dieses Mal sah man wieder zahlreiche Bummler in kurzen Hosen und Sommeroutfit durch die autofreien Straßen schlendern.

Der verkaufsoffene Sonntag beim Fellbacher Herbst hat Tradition

Ja, viele Besucher waren ausgeschwärmt zu diesem Herbstsonntag während der Remstal-Gartenschau. Und es war teils ein Gedränge wie in einem Bienenstock.

Der verkaufsoffene Sonntag beim Fellbacher Herbst hat Tradition – ist aber nicht automatisch ein Selbstläufer. Der Einzelhandel hat es bekanntlich nicht leicht in diesen Zeiten – umso mehr Einsatz steckt dahinter, um jedes Mal verschiedenste Aktionen beim verkaufsoffenen Sonntag zu stemmen und die große Fußgängermeile zu bespielen. Bei Sonja Zielke, der Sprecherin der Werbegemeinschaft nördliche Bahnhofstraße, laufen viele Informationen schon Wochen vorher zusammen.

Kindertrampolin und Karussell lockten an der Pauluskirche

Da die Rettungshunde-Staffel in diesem Jahr nicht von der Partie war, war das Kinder-Gokart-Angebot näher an den Stuttgarter Platz gerückt. Und einiges mehr war los: Kindertrampolin und Karussell lockten an der Pauluskirche, Ballonkünstlerin Tine Steinchen war mit luftigen Micky-Maus-Figuren da und wieder der so genannte Astronautentrainer – diesmal war er umgezogen in die Nähe der Boutique Candy. „Es ist toll, dass für die Kinder immer viel geboten ist“, sagt Cataldo Fazio. Der Mann aus Fellbach kommt mit seiner kleinen Tochter regelmäßig zum Herbstsonntag. „Mehr Besucher kann man sich nicht wünschen“, freute sich Sonja Zielke über die Besucherschwärme. „Doch könnten noch mehr ortsansässige Händler diese prima Plattform nutzen“, fügte sie an.

Die Fellbacher Flaniermeile erblühte

Gedränge gab es auch in der Confiserie K & M. Inhaberin Michaela Mahn sucht eine Nachfolge, da sie das Geschäft sonst aus persönlichen Gründen zum Jahresende schließt. „Kleine Läden braucht man, um gemütlich einzukaufen“, sagt Angelika Wegener, die aus Stuttgart-Münster hergekommen ist. In einem anderen, kleinen Fachgeschäft – bei Bücher-Lack – ist es ebenso rappelvoll. „Es ist grandios. Und die Leute kommen wieder mehr bewusst zum Einkaufen“, so Buchhändlerin Gudrun Lack, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Rathaus-Carrée. Vor dem Geschäft signierte Fotograf Martin Frischauf sein Buch zur Remstal-Gartenschau „Unendlich erleben“, der vor rund einem halben Jahr mit seiner Firma von Stuttgart nach Oeffingen gezogen ist.

Der Musikteppich war ebenso bunt

Die Fellbacher Flaniermeile erblühte – passend zur Remstalgartenschau, die am 20. Oktober endet. Der Kunsthandwerkermarkt war zwar mangels Beteiligung ausgefallen, dafür schritt Jennifer Ochs als „Vinja die Wildrebe“ auf ihren Stelzen durch die Straßen und war ein gefragtes Fotomotiv mit ihrem Kostüm mit Trauben und farbigen Blättern. Ein paar Meter weiter zauberte Jürgen Metzger mit Kindern kleine Tricks, am Berliner Platz gab es ein Flugzeug der Fliegergruppe Fellbach zu bestaunen. Der Musikteppich war ebenso bunt – so spielten unter anderem die Zwillinge Marco und Dario Klein als Used auf, die Sax-Key-Band und Paradoxx von der Popmusic-School. In einer Ladenfläche – der Schuh- und Second-Hand-Laden am Cannstatter Platz hat bekanntlich geschlossen – gibt es wieder Belebung – dort öffnet demnächst eine „Beauty Lounge“.

„Sollen wir bei dem traumhaften Wetter radeln oder wandern?“, das hatte sich ein sportliches Paar aus Fellbach am Herbstsonntag gefragt wie es erzählte. Um sich dann die Antwort zu geben: „Nein, wir müssen ins Getümmel – vor allem bei dem Wetter.“ So ging es wohl vielen. Florian Gruner vom Stadtmarketing jedenfalls war zufrieden mit dem Herbstsonntag zur Gartenschau: „Es war gigantisch und eine angenehme Stimmung.“