„Wir haben in der vergangenen Nacht und heute bereits rund 500 Hektar abgesucht“, berichtete der DRK-Kreisbereitschaftsleiter Heiko Lebherz am Samstagnachmittag unserer Redaktion. Zusammen mit einem Team aus weiteren Rettungskräften besetzte er die Einsatzzentrale in der Bitzer Festhalle.
Jeder Stein, jedes Gewässer und jedes Erdloch wurde akribisch abgesucht
Unter seinem Kommando waren am Samstag 280 Männer und Frauen verschiedener Hilfsorganisationen sowie 40 Hunde im Einsatz. 80 Fahrzeuge mussten koordiniert werden – und ein Hubschrauber der Polizei.
Gemeinsam durchkämmten die Retter das gesamte Gemeindegebiet rund um den Wohnort des Vermissten. Mehr als ein halbes Dutzend Drohnen, ausgerüstet mit Kamera, Wärmebild und Scheinwerfer, kreisten über Wohngebieten und Wiesen.
In Ketten und mit Hunden durchkämmten die Einsatzkräfte die Wälder. Sogar die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes im Zollernalbkreis war angerückt, um den Tümpel am Wanderparkplatz beim Schützenhaus abzusuchen.
Jeder Stein wurde umgedreht und in jedes Erdloch wurde geschaut. Obwohl der Mann bereits seit Stunden vermisst wurde, war Heiko Lebherz optimistisch: „Wenn wir keine Hoffnung hätten ihn zu finden, würden wir nicht so groß nach ihm suchen.“
War der 80-jährige Bitzer zuletzt beim Ebinger Waldheim unterwegs?
In einer Ansprache an die ehrenamtlichen Helfer erklärte er am Samstagabend, wie es zu diesem Großeinsatz gekommen war: Die Polizei sei aufgrund der Vorerkrankungen von akuter Lebensgefahr ausgegangen. Daher wurde, nach einer ersten Unterbrechung am frühen Samstagmorgen gegen 3 Uhr, am Samstagnachmittag die Suche erneut aufgenommen. Bis in die Nacht hinein waren jedoch alle Bemühungen vergeblich. Ob die Suche weitergeht, liegt im Ermessen der Polizei: „Wenn wir ihn auch im Gebiet zwischen Ebingen und Bitz nicht finden, muss die Kripo die Lage neu einschätzen“, erläuterte Lebherz gegen 22 Uhr.
Ein Spürhund – ein sogenannter „Mantrailer“ – hatte zuvor nach einem Hinweis aus der Öffentlichkeit am Ebinger Bürgerturm die Fährte des Vermissten aufgenommen und seine Hundeführerin sowie zwei Retterinnen über sechs Kilometer bis hinter das Waldheim geführt. „Unter anderem darum gehen wir inzwischen davon aus, dass er dort zuletzt unterwegs war“, sagte der Einsatzleiter.
Auch der stellvertretende Landesdirektor der DRK-Bereitschaften, Klaus Schliz, war nach Bitz geeilt, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Immerhin waren Kräfte aus halb Baden-Württemberg, vom Bodensee über Riedlingen und Biberach, den Schwarzwald-Baar-Kreis und die Alb bis Freudenstadt im Schwarzwald, angerückt.
„Wir müssen sauber und mit Struktur weitermachen, damit wir uns sicher sein können, dass wir ihn nicht übersehen haben“, gab er den Ehrenamtlichen mit auf den Weg. Das taten sie auch – und schafften es dennoch nicht, den Vermissten zu finden.
Nachdem ein Hubschrauber, die Drohnen und weitere Hunde das komplette Gebiet neben der Landstraße mit Unterstützung der Motorradstaffel des Kreisverbands zum schnellen Überprüfen verdächtiger Stellen bis in den frühen Sonntagmorgen abgesucht haben, wurde die Suche an dieser Stelle beendet. Die Suche nach Karl-Heinz Lebherz aber geht weiter.
Wer hat den Vermissten gesehen?
Wer Hinweise
zum gegenwärtigen Aufenthaltsort des Vermissten geben kann, wird gebeten, sich beim Polizeirevier Albstadt, Telefon 07432/955-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Ein Foto
des Vermissten kann auf der Fahndungsseite der Polizei unter diesem Link abgerufen werden.