87. Bietigheimer Pferdemarkt Rummelplatz trifft Reitsport

Der Bietigheimer Pferdemarkt hält auch ein Showprogramm bereit: Mit dabei ist auch der Islandpferdehof aus Prevorst inklusive Loris als Pippi Langstrumpf. Foto: KS-Images.de/Karsten Schmalz

Der Bietigheimer Pferdemarkt vereint zwei Welten: Während die Festbesucher sich auf dem Jahrmarkt vergnügen, zeigen auf dem Turnierplatz große und kleine Pferdefreunde ihr Können.

Stille, Perfektion und sportliche Höchstleistungen stehen dem aufgeregten Trubel und dem wilden Tanz der Fahrgeschäfte gegenüber. Timo Schmid läuft aufmerksam den Weg Richtung Viadukt entlang. Sein Blick schweift dabei konzentriert über das Gelände des 87. Bietigheimer Pferdemarkts. Er nickt und sagt: „Das sieht super aus.“ Und damit meint er nicht die Besucher, die am Freitagnachmittag bereits bestens gelaunt über das Festgelände strömen. Schmid hat nämlich nur Augen für die Sicherheit der Festbesucher.

 

Das Notstromaggregat steht für alle Fälle bereit

Timo Schmid, stellvertretender Leiter des Bietigheimer Ordnungsamtes und Mit-Organisator des Pferdemarktes, kontrollierte zu Festbeginn ein weiteres Mal ob alle Sicherheitsmaßen passen. Denn der Aufwand hat sich in den vergangenen Jahren diesbezüglich deutlich erhöht. Zufahrten müssen gesperrt werden, an manchen Stellen sogar mit Betonpfeilern. Das DRK steht bereit, ebenso das THW mit Notstromaggregat und Notbeschallung im Falle eines Unwetters.

Doch zum Glück brauchte man letztere Notfallhilfen an diesem wunderschönen Festwochenende wieder nicht. Denn die Sonne strahlte größtenteils mit den Besucherinnen und Besuchern des Bürgerfestes aus Nah und Fern um die Wette. So konnte also gemütlich gefestet werden. Östlich des Viadukts zwar gänzlich anders – nämlich wilder und lauter – als westlich, wo es ruhiger und entspannter zuging. Dennoch der Spaß und die gute Laune war an allen Ecken und Enden des Festgeländes zu spüren.

Opa Erich lässt sich nicht zwei Mal bitten

Schon Freitagnachmittag, kurz nach der Eröffnung, stürmten die ersten Besucher den Rummel und damit auch die Fahrgeschäfte. Can und Maxim battelten sich mit ihren Freunden bei ihrer ersten Boxautofahrt und gegenüber jubelte Paul freudig lachend im Feuerwehrauto. Nebenan versuchte derweil Papa Kerim einen Riesenteddy für seine Tochter zu gewinnen. Das typische Treiben auf der Kirmes eben. Während bei den Kleinsten die Kinderkarusselle im Reich der Begierde standen, sich Moritz und Celina fast schon handgreiflich um den Platz im roten Flieger stritten, beäugten die älteren Festbesucher interessiert die Attraktionen wie die Riesenschaukel „Konga“ und den „Devil Rock“.

Opa Erich – fast 70 - ließ sich nicht zwei Mal bitten mit seinen 14- und 15-jährigen Enkelinnen im „Devil Rock“ Platz zu nehmen. Alle Achtung, denn das Ding drehte sich nicht wie beim bekannten Break Dance nur wie wild im Kreis, nein auch kopfüber – eine Rolle nach hinten und vorne gab es auch noch. Doch Opa Erich blieb mehr als cool. Seine Enkelinnen hingegen weniger. Das ständige Gekreische hier, wie auch nebenan, in der sich in mehrere Richtungen drehenden Schiffsschaukel namens „Konga“, war also vorprogrammiert.

Die Pony-Springprüfungen sind erstmals mit dabei

Nur wenige Meter weiter vollführten die Reiterinnen und Reiter Höchstleistungen bei unterschiedlichen Prüfungen und Leistungsklassen des Springturniers. Trotz des Regens war es dem Reiterverein Bietigheim-Bissingen gelungen den Rasen rechtzeitig in eine gute Qualität zu bringen. So freute sich auch die Reiter-Elite am Samstag bei den Springprüfungen der Klasse S** – zugleich die Qualifikation zum BW-Bank Hallenchampionat – und Sonntag bei den Springprüfungen der Klasse S***, dem Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen, über perfekte Bedingungen.

Erstmalig ins Turnier aufgenommen: Die Pony-Springprüfungen samt Finale des baden-württembergischen Ponymasters, sowie der Kindercup für den Nachwuchs bis zwölf Jahren. „Die Kinder- und Jugendarbeit steht bei uns klar im Vordergrund. Wir müssen den Nachwuchs fördern“, sagte Öffentlichkeitssprecherin Gabriele Hubl. Deshalb war es für den Reiterverein wichtig diese Prüfungen erstmals in diesem Rahmen ausgerichtet zu bekommen. Denn da waren natürlich auch die Kleinen mit viel Eifer und großer Vorfreude dabei. Wann kann man auch sonst schon einmal auf demselben Platz und vor so viel Publikum reiten wie die Stars der Szene?

Ein Turnier in ganz anderem Ambiente

Diese Kulisse beim Pferdemarkt-Turnier ist einmalig. Darüber freuen sich auch immer wieder die Profis, welche gerne und regelmäßig zur Veranstaltung kommen. „Das Drumherum und die Atmosphäre sind einmalig“, so Nico Leber, gebürtig aus Maulbronn. Er weiß: „Die Pferde lernen hier sehr viel.“ Im Hintergrund drehte sich das Riesenrad und hin und wieder hallen grelle Schreie von den Fahrgeschäften auf den Turnierplatz herüber. Das erforderte natürlich auch höchste Konzentration bei den Pferden. „Ein ganz anderes Ambiente. Es ist eben vor allem ein Bürgerfest“, erklärte auch Hubl.

Ein Fest das sportliche Höchstleistungen und jede Menge Spaß vier Tage lang bestens miteinander vereinte. Bis auf den letzten Platz gefüllte Tribünen mit staunenden Zuschauern beim Reitturnier, fröhliche Festbesucher auf dem Rummel. Für den einen war vielleicht der Hello-Kitty-Luftballon oder aber die dritte Fahrt in der Geisterbahn das Highlight, für den anderen die Pferde beim Springen über die Hürden zu beobachten. Für Klein und Groß: Es war ordentlich was los auf dem Bietigheimer Pferdemarkt!

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Bietigheim Fest Bürgerfest Reiten Pferde