Der erste Restmüll und andere Abfallarten im Landkreis Böblingen sind im neuen Jahr entsorgt. Ob die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) weniger zu tun hatten als gewöhnlich, weil es vielleicht mancher Bürger verschwitzt hat, die Tonne an den Straßenrand zu stellen? „Die ersten Touren im neuen Jahr unterscheiden sich nicht zu den Vorjahren. Das Aufkommen der unterschiedlichen Mülltonnen entspricht den Vorjahreswerten und zeigt keine Besonderheiten beziehungsweise Unterschiede, weder quantitativ noch regional“, sagt Benjamin Lutsch, Pressesprecher im Landratsamt Böblingen.
30 Jahre lang ist es im Landkreis eine Tradition gewesen, dass von Anfang Dezember bis Weihnachten alle Haushalte mit einer Druckversion des Abfallkalenders versorgt wurden. Diesen Service für die Bürgerinnen und Bürger hatte der Abfallwirtschaftsbetrieb für das neue Jahr eingestellt und somit auf den Druck von mehr als 200 000 Kalendern verzichtet. Nicht zur Freude der CDU-Fraktion im Kreistag, die einen Antrag gestellt hatte, diesen Schritt noch einmal zu überdenken. Jetzt soll nach dem ersten Quartal eine Bilanz gezogen werden.
Landkreis verweist auf Online-Angebot
„Die Zahl der Anrufer beim AWB ist im Rahmen der letztjährigen Januar-Monate und auch insgesamt ruhig“, sagt Lutsch. Auf einem Rekordstand sei die Zahl der Downloads für die Abfall-App. „Diese hat inzwischen rund 81 000 Nutzer, über den Jahreswechsel hat es noch mal einen Schwung an Downloads gegeben“, so der Pressesprecher.
Das Abfallwirtschaftsamt verweist auf den digitalen Zugang über eine App oder auf der Homepage des Abfallwirtschaftsbetriebes. Doch so einfach ist es für viele Menschen nicht. Manche haben vielleicht gar keinen Online-Zugang. Manche benötigen Hilfe, um sich auf der Homepage zurechtzufinden. Also sind insbesondere die Rathäuser in die Offensive gegangen und lassen sich allerhand einfallen.
Fünf Seiten im Böblinger Amtsblatt
Im Böblinger Amtsblatt brauchte es wegen der verschiedenen Müllabfuhr-Bezirke dazu sogar fünf Seiten. „Zudem kann man eine gedruckte Version an vielen städtischen Stellen abholen – zum Beispiel im Bürgerreferat, im Treff am See oder im Tetragon“, wie der städtische Pressesprecher Gianluca Biela erläutert. Im Leonberg will man sogar noch einen Schritt weitergehen, sagt Pressesprecher Sebastian Küster. Aktuell werde geprüft, die Abfuhrtermine für die Kernstadt in einer neuen Rubrik im Amtsblatt wöchentlich zu veröffentlichen. Man stehe diesbezüglich mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen in Verbindung.
Auf dem Rathaus abholen ja, aber nicht im Gemeindeblatt abdrucken – diese Variante fährt man zum Beispiel in Holzgerlingen. „Wir bieten gerne den Service an, dass der Kalender bei uns an der Zentrale ausgedruckt bereitliegt“, sagt eine Rathaus-Sprecherin. Doch man habe sich gegen eine Veröffentlichung im Gemeindeblatt entschieden. „Es kann ja auch nicht sein, dass der Landkreis sich das spart und wir das dann machen sollen.“