Abi in Vaihingen feiert Jubiläum Hier erleben Kinder seit 50 Jahren Abenteuer

Tiere füttern, streicheln und pflegen – auch das gehört zum pädagogischen Konzept des Abi Vaihingen. Foto: Abi Vaihingen/Dennis Driehaus

Der Abi in Vaihingen soll für Kinder ein Ort sein, an dem sie sich frei entfalten und Erfahrungen in der Natur sammeln können. Doch der Verein steht vor einigen Herausforderungen.

Familie/Bildung/Soziales: Alexandra Kratz (atz)

Ein Brand, ein Umzug, die Pandemie – der Abenteuerspielplatz in Vaihingen hat eine bewegte Geschichte. Im September 1973 – vor 50 Jahren – gründeten Eltern im Gasthaus Rosental den Verein. Etwa ein halbes Jahr später stellte die Stadt diesem kostenlos ein Gelände im Gebiet Unterer Grund zur Verfügung. Der Verein gestaltete den Platz in Eigenregie und in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Die offizielle Eröffnung war am 14. Juni 1975.

 

Dennis Driehaus kennt den Abi seit vielen Jahren. Anfang der 90er kam er als Bub auf das Gelände. Später machte er dort seinen Zivildienst. Mittlerweile gehen seine Kinder auf den Abi, uns seit dem Frühjahr ist Dennis Driehaus Vorstandsmitglied. Für ihn ist der Abi ein Gegenpol zum formalen Bildungssystem. „Das non-formale Lernen steht hier auf dem Platz im Vordergrund. Hier können die Kinder ihr eigenes Ding machen. Es gibt Angebote, aber die sind eher eine Anregung, um sich entsprechend der eigenen Neigungen und Interessen auszuleben“, sagt der Familienvater. Gerade Corona habe gezeigt, wie wichtig für Kinder Orte sind, an denen sie sich frei entfalten und praktische Erfahrungen in der Natur sammeln können. Diesen ursprünglichen Ansatz der freien Jugendarbeit zu erhalten und zu verteidigen, ist dem Abi-Team wichtig. Doch für viele Eltern stehe mehr und mehr eine verlässliche Betreuung im Vordergrund. Ähnlich wie die Jugendfarmen hat auch der Abi darauf reagiert, zum Beispiel mit speziellen Nachmittags- und Ferienangeboten. Dennis Driehaus betont aber: „Wir sind kein Hort oder Kindergarten in der Trägerschaft der Stadt.“

Ein Verein lebt von aktiver Mitarbeit

Damit ist das Vorstandsmitglied gleich beim nächsten Punkt: „Wir sind ein Verein“, und als solcher lebe man vom aktiven Engagement. Doch es werde immer schwieriger, Ehrenamtliche für konkrete Aufgaben zu gewinnen. Den Verein „wieder besser zum Laufen zu bringen“, ist für ihn „eine Aufgabe für die Zukunft“.

Dass zusammen viel möglich ist, das hat die Abi-Familie in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Zum Beispiel nach dem Brand im Januar 1981, als alle Hütten den Flammen zum Opfer fielen. Vermutlich war es Brandstiftung, aufgeklärt wurde das aber nie. Der Verein ließ sich den Mut nicht nehmen, und baute vieles in kurzer Zeit wieder auf. Ein Schicksalsschlag war auch das Jahr 1988, als klar wurde, dass die geplante Vaihinger Ortsumfahrung direkt über den Abi führen würde. Der Verein legt beim Stadtplanungsamt Widerspruch ein und verlangt ein Ersatzgelände. Damals schien alles noch in weiter Ferne zu sein, doch als 1990 die Computerfirma Hewlett-Packard erklärte, im Gebiet Unterer Grund bauen zu wollen, und gleichzeitig ein Parkhaus und eine S-Bahn-Station für das Verkehrskonzept der Internationalen Gartenbauausstellung benötigt wurden, ging plötzlich alles sehr schnell. Viele Monate lang verhandelte der Verein mit der Stadt über die Zukunft des Abis – am Ende mit Erfolg. 1992 erfolgte der Umzug in das nahe gelegene Gebiet In der Lüsse, wo der Abi bis heute beheimatet ist.

50 Jahre Abi

Kinder- und Jugendfest
Das Abi-Team feiert das 50-jährige Vereinsbestehen am Samstag, 7. Oktober, von 14 bis 18 Uhr mit einem Kinder- und Jugendfest. Es gibt viele Mitmach-Angebote. Um 16 Uhr kommt Bürgermeisterin Isabel Fezer für ein Grußwort vorbei.

Vereins- und Ehemaligenfest
Von 18 bis 22 Uhr feiern der Verein und die Ehemaligen. Es ist keine geschlossene Veranstaltung, aber Erinnerungen und alte Geschichten stehen dann im Mittelpunkt.

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