Acrocomia-Palme Alternative zu herkömmlichem Biosprit

Die Acrocomia-Palme Foto: Oberländer
Die Acrocomia-Palme Foto: Oberländer

Die Acrocomia-Palme wächst auf ärmeren Böden als andere Palmen und aus ihrem Öl lässt sich Biodiesel herstellen. Forscher der Universität Hohenheim haben ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, die Acrocomia-Palme in Plantagen anzubauen.

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Stutttgart - Die Früchte der stacheligen Palme Acrocomia aus Lateinamerika versprechen ein einträgliches Geschäft: Man kann sie nicht nur essen, sondern auch hochwertiges Öl aus ihnen pressen, das sich unter anderem zu Biodiesel weiterverarbeiten lässt. Die ertragreiche Pflanze wird jedoch bisher nicht auf Plantagen kultiviert, da es bei ihrem Anbau ein langwieriges Problem gibt: Es dauert bis zu fünf Jahre, bis ihre Samen keimen.

Wissenschaftlern von der Universität Hohenheim ist es in Zusammenarbeit mit der katholischen Universität von Paraguay in Hohenau/Itapúa gelungen, sie schneller sprießen zu lassen. Dafür unterziehen sie jeden einzelnen Samen einer wachstumsfördernden Behandlung: „Durch diese Methode haben wir es geschafft, dass 50 Prozent der zwei Jahre alten Samen bereits nach sechs Wochen keimen. Das ist ein großer Schritt nach vorne für den verstärkten Anbau dieser Palme“, sagt Dieter Oberländer, der Koordinator der Acrocomia-Forschung am Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim.

Für die Afrikanische Ölpalme wird Regenwald gerodet

Ziel des Projekts ist es, die Palme als Nutzpflanze zu etablieren und weltweit zu domestizieren. Sie soll damit eine Alternative zur Afrikanischen Ölpalme bieten. Im Gegensatz zu dieser Palmenart ist die Acrocomia robuster und ihre Kultivierung umweltfreundlicher, da sie auch auf ärmeren Böden und in subtropischen Klimazonen gedeiht: „Anders als die Afrikanische Ölpalme, für deren Anbau große Flächen des Regenwalds abgeholzt werden, kann der Anbau der Acrocomia-Palme zur Wiederaufforstung und zur Diversifizierung der Landnutzung beitragen“, erläutert Barbara Ramsperger, Geschäftsführerin des Tropenzentrums der Universität Hohenheim.

Außerdem ist Acrocomia interessant für die Produktion von regenerativem Treibstoff. Thomas Hilger vom Institut für Pflanzenproduktion und Agrarökologie in den Tropen und Subtropen an der Universität Hohenheim nimmt an, dass Paraguay innerhalb weniger Jahre seinen kompletten Dieselbedarf durch den Anbau der Acrocomia decken könnte.

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