Ägypten Festgehaltener Deutscher zurück bei seiner Familie

Von red/dpa 

Zwei Wochen lang bangte eine Familie aus Göttingen um ihren Sohn. Der Student war bei der Einreise nach Kairo von den ägyptischen Behörden festgehalten worden. Nun ist er wieder bei seiner Familie - doch es gibt Vorwürfe gegen ihn

Das Auswärtige Amt bestätigte zudem, dass sich ein weiterer Deutscher noch in ägyptischem Gewahrsam befindet. Foto: dpa
Das Auswärtige Amt bestätigte zudem, dass sich ein weiterer Deutscher noch in ägyptischem Gewahrsam befindet. Foto: dpa

Göttingen - Der in Ägypten von den Behörden festgehaltene 23 Jahre alte Göttinger Student ist nach Angaben seiner Familie seit Freitag wieder in Deutschland. Das sagte sein Bruder der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben machte er nicht. Bei Facebook hatte der 24-Jährige geschrieben, sein Bruder werde von der Mutter und zwei Geschwistern auf einem Flughafen abgeholt. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, er sei auf dem Weg nach Göttingen.

Wegen Terrorverbindungen abgeschoben

Nach Darstellung der staatlich gelenkten ägyptischen Zeitung „Al-Ahram“ vom Freitag war der 23-Jährige wegen mutmaßlicher Terrorverbindungen nach Deutschland abgeschoben worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte am Vormittag in Berlin keine Angaben dazu machen, wie die deutschen Behörden die Terrorvorwürfe beurteilen.

Die Zeitung „Al-Ahram“ berichtete, der Mann solle nach Angaben der ägyptischen Behörden versucht haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf der Sinai-Halbinsel anzuschließen. Der Student war vor zwei Wochen bei der Einreise nach Kairo von den ägyptischen Behörden festgehalten worden und galt anschließend zunächst als verschwunden. Der 23-Jährige besitzt die deutsche und ägyptische Staatsbürgerschaft.

18-Jähriger weiter in Gewahrsam

In einem anderen Fall hatte das Auswärtige Amt am Donnerstag bestätigt, dass sich ein seit mehreren Wochen vermisster 18-jähriger Deutscher aus Gießen ebenfalls in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befindet. Die Sicherheitsbehörden sollen nach dem Bericht der Zeitung „Al-Ahram“ Karten der Sinai-Halbinsel bei ihm gefunden haben. Der junge Mann hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Zwischen beiden Fällen besteht aber keinerlei Zusammenhang.