Äpfel sollen nicht verderben Pflückaktionen mit flatternden Bändern

Von Claudia Leihenseder 

In einigen Kommunen werden mit der Pflück-mich-Kennzeichnung nicht abgeerntete Bäume für Erntewillige freigeben.

In mehreren Orten darf an gekennzeichneten Bäumen gepflückt werden. Foto: /Jan Potente
In mehreren Orten darf an gekennzeichneten Bäumen gepflückt werden. Foto: /Jan Potente

Obst - Wer kennt das nicht? Voll hängt der Baum, auf der Wiese breitet sich schon beinahe ein Teppich aus Fallobst aus, doch weit und breit scheint sich niemand um den Baum zu kümmern. Gerne würde so mancher Spaziergänger bei Apfel, Birne oder Zwetschge zugreifen, doch ohne Erlaubnis des Stücklesbesitzers oder –pächters ist das eigentlich nicht erlaubt.

Damit das schöne Obst doch nicht am Baum oder im Gras vergammelt und lieber sinnvoll geerntet und gegessen wird, beteiligen sich nun einige Kommunen im Kreis an der Pflück-Mich-Aktion. Wie zum Beispiel Urbach: Dort erhalten interessierte Bürger, die ihre Bäume zum Ernten freigeben wollen, seit der vergangenen Woche im Servicebüro des Rathauses in der Konrad-Hornschuch-Straße kostenlos weiße Bänder mit der Aufschrift „Pflück mich“. Wahlweise können sie auch eigene weiße Bänder an ihren Pflückbäumen anbringen.

Weiße Bänder in Urbach, Plüderhausen und den Berglen

Auch Plüderhausen macht bei der Aktion mit. Dort gibt es die weißen Bänder bereits seit Anfang September im Rathaus am Marktplatz. Die Gemeinde stellt zudem ihre eigenen Bäume für die Aktion zur Verfügung. Wer kommunales Obst ernten will, findet die gekennzeichneten Bäume an der Zufahrt zum Hohbergschulzentrum und auf zwei Grundstücken im Gebiet Burghalde.

In Berglen kann jeder, der seine Bäume freigeben möchte, diese mit orangenen Bändern kennzeichnen. Kostenlos erhältlich sind diese im Bürgerbüro des Rathaus Oppelsbohm, Beethovenstraße. Einen wichtigen Hinweis hat die hügelige Gemeinde an die Erntewilligen: „Die Erntehelfer müssen darauf achten, die Grundstücke nicht zu verschmutzen und so zu hinterlassen, wie sie vorgefunden wurden. Es ist zudem nicht erlaubt, Äste an den Bäumen abzubrechen“, heißt es dazu im örtlichen Amtsblatt. Die Aktion solle nicht nur verhindern, dass Obst einfach verfault, heißt es in den Erläuterungen weiter. Es soll auch denjenigen, die keinen Garten besitzen, Freude am Ernten bringen – und nicht zuletzt soll denjenigen Menschen geholfen werden, die sich nicht um ihr Obst kümmern können.

In Weinstadt heißt die Pflückaktion „Obst für jedermann“. Das Ziel ist dasselbe wie in den anderen Kommunen. Rote Jute-Bänder sollen dort signalisieren, dass das Obst geerntet werden kann. Die Bänder gibt es im Bürgerbüro im Rathaus Beutelsbach. Die Stadt selbst geht wie Plüderhausen auch mit gutem Beispiel voran und stellt Bäume beispielsweise am Weißen Weg oder beim Käppele zum Abernten zur Verfügung.

In Schorndorf werden die Erträge der städtischen Bäume eigentlich in jedem Herbst versteigert. Allerdings, so heißt es von der Stadt, finde aufgrund der geringen Ernte in diesem Jahr keine Versteigerung des Obstertrages der städtischen Grundstücke in Weiler statt. Stattdessen können sich Kaufinteressenten an die Verwaltungsstelle (0 71 81/6 02 91 21) wenden und Besichtigungstermine vereinbaren.