Ein Wasserschaden in der Harzberghalle in Großbottwar hat Folgen: Fast alle Veranstaltungen müssen bis einschließlich Februar 2023 abgesagt werden. Die neue Stadthalle war erst 2021 in Betrieb gegangen.

Es ist eine Nachricht, die Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann gerne vermieden hätte und die zu sagen ihm extrem schwerfällt. Denn obwohl die Harzberghalle quasi neu ist – fertig wurde sie 2020, in Betrieb ging sie vergangenen Oktober –, muss sie jetzt wieder dichtgemacht werden. Das liegt an einem Wasserschaden, der folgenreicher ist als gedacht. Das kam am Montag bei einer Begehung mit der Verwaltung, der Versicherung und einem Sachverständigen heraus. Und so bleibt dem Rathauschef nur eines: „Wir müssen sämtliche Veranstaltungen in der Harzberghalle, die Umkleiden, die Toiletten oder die Küche benötigen, bis einschließlich Februar 2023 absagen“, erklärt er am Mittwoch.

Wohl seit Monaten läuft Wasser hinter der Wand aus

Schuld ist ein kleines Ventil, das große Auswirkungen hat. Wohl schon seit Monaten läuft in der Künstlergarderobe unbemerkt hinter der Wand Wasser aus. „Das war auch nicht am Wasserzähler zu erkennen“, sagt Zimmermann. Ob das Ventil an der Zuleitung eines Waschbeckens falsch montiert wurde oder ob ein Materialfehler vorliegt, muss noch untersucht werden. Klar ist jedoch: Die Bautrockner, mit denen man der Feuchtigkeit in den vergangenen Wochen versucht hat zu Leibe zu rücken, brachten nicht den gewünschten Effekt. Es ist nach wie vor feucht. Und das nicht nur rund um die besagte Wand. „Wenn sich das bewahrheitet, was wir befürchten, bedeutet das, dass wir großflächig sanieren müssen“, erklärt Ralf Zimmermann und fügt an: „Es besteht dringender Handlungsbedarf.“

Denn das Problem ist: Bei der Harzberghalle handelt es sich um eine Holzkonstruktion. „Wir müssen also aufpassen, dass diese jetzt nicht anfängt zu schimmeln.“ Um ein genaues Schadensbild zu erhalten, wird nun zeitnah der Boden im Foyer der Halle großflächig geöffnet. Bereits nächste Woche werden zudem die Böden im Umkleidetrakt und bei den Künstlergarderoben aufgemacht.

Von „Pfusch am Bau“ will der Bürgermeister bislang nicht sprechen

„Das ist wirklich Mist und ärgerlich hoch zehn. Klar ist aber auch: Herumdoktern bringt jetzt nichts. Wir müssen es sauber machen, damit wir in fünf Jahren nicht wieder ein Problem haben“, sagt der Rathauschef, der bislang nicht von „Pfusch am Bau“ sprechen will. „Ich will da jetzt nicht voreilig einen Schuldigen suchen. Was oder wer dafür verantwortlich ist, muss ein Gutachter entscheiden. Ich bin jetzt erst einmal nur froh, dass wir gut versichert sind. Das ist das einzige, was mich derzeit beruhigt“, so Zimmermann. Denn: Die Versicherung wird jetzt vorerst die Kosten für die Schäden übernehmen. Ob die Storchenstadt am Ende auf Kosten sitzen bleiben wird oder ob man aus dem Ganzen mit einer schwarzen Null herauskommt, vermag Zimmermann noch nicht zu sagen. „Klar ist natürlich, dass die Halle nicht nutzbar ist und wir somit keine Gebühren einnehmen“, sagt der Schultes. Die Versicherungen aller Beteiligten seien jedenfalls bereits eingeschaltet.

Es ist bereits der zweite Wasserschaden in der neuen Halle

Ärgerlich ist: Es ist bereits der zweite Wasserschaden in der guten Stube der Stadt im Winzerhäuser Tal. Mit der Hauptzuleitung der Heizung gab es bereits ein Problem, auch hier war ein Gutachter eingeschaltet. Ob beide Sachen irgendwie zusammenhängen, gilt es nun zu prüfen.

Den Menschen und Vereinen will man wenn möglich Alternativen anbieten

Dass er mit der Absage der Veranstaltungen, darunter auch Hochzeiten und Geburtstage, die Leute trifft, dessen ist sich der Bürgermeister bewusst. „Ich hätte es mir auch anders gewünscht. Aber wir machen lieber jetzt einen klaren Break, als dass wir von Woche zu Woche tingeln.“ Den Menschen und Vereinen versucht man Alternativen und Optionen anzubieten. „Das ist aber natürlich schwierig. Wir haben die Halle ja nicht ohne Grund gebaut.“ Der Neubürgerempfang am 15. Mai wird noch in der Halle stattfinden. „Sobald dann aber das Foyer aufgerissen wird, ist es vorbei“, sagt Ralf Zimmermann.