Ärztemangel in Baden-Württemberg So will die Regierung mehr Ärzte aufs Land locken

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer gab den neuen Gesetzentwurf bekannt. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer gab den neuen Gesetzentwurf bekannt. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt

Mit einem neuen Gesetzentwurf will die grün-schwarze Landesregierung Medizinstudenten die Arbeit als Landarzt schmackhaft machen. Der Plan: mehr Studienplätze und ein flexibleres Studium.

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Stuttgart - Mit einem reformierten Angebot für Medizinstudenten und mit zusätzlichen Studienplätzen will die Landesregierung für mehr Landärzte sorgen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das grün-schwarze Kabinett nach Angaben von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer beschlossen. Die Grünen-Ministerin bezeichnete die Pläne am Dienstag als „guten Mix, um zu begeistern und zu motivieren“; Sozialminister Manne Lucha (Grüne) nannte sie einen „Meilenstein“.

Demnach stocken die fünf medizinischen Fakultäten in Tübingen, Ulm, Freiburg, Heidelberg und Mannheim die Zahl der Plätze für Studienanfänger um insgesamt 150 auf. Davon sollen 75 Plätze an Studienanfänger in der Humanmedizin gehen, die Landarzt werden möchten, aber nach dem herkömmlichen Verfahren keinen Studienplatz bekommen haben. Diese Studenten verpflichten sich, nach ihrem Abschluss in einer Region mit Ärztemangel zu arbeiten.

600 Stellen für Hausärzte unbesetzt

Teil des neuen Angebots ist ein flexibleres Medizinstudium, mit dem das Interesse am Arztberuf auf dem Land gesteigert werden soll. Eingeführt wird das neue Neigungsprofil „Ländliche Hausarztmedizin“, für das sich jeder Student der Humanmedizin im Laufe des Studiums entscheiden kann.

Nach Schätzungen der Landesregierung haben rund 665 000 Menschen in Baden-Württemberg keinen Hausarzt an ihrem Wohnort. Die Kassenärztliche Vereinigung geht von derzeit mehr als 600 unbesetzten Stellen für Hausärzte aus.

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