Ahlen in Nordrhein-Westfalen Stadt pfändet Mops „Edda“ und verkauft ihn bei Ebay

Von pj 

Eine Familie aus Ahlen hat Schulden bei der Stadt. Die pfändet daraufhin den wertvollen Mops der Familie und verkauft ihn. Jetzt hat die Verwaltung Ärger – auch weil die neue Besitzerin die Stadt verklagen will.

Ein reinrassiger Mops kann weit über 1000 Euro kosten. (Symbolbild) Foto: dpa
Ein reinrassiger Mops kann weit über 1000 Euro kosten. (Symbolbild) Foto: dpa

Ahlen - Mopsdame „Edda“ sieht nicht glücklich aus. Zwar hat sie einen roten Teddybär und eine Wolldecke zum Schmusen, doch der Trubel der vergangenen Woche haben dem Hund sichtlich zugesetzt.

„Edda“ lebte bis vor kurzem bei einer Familie im nordrhein-westfälischen Ahlen. Weil ihre Besitzer jedoch Schulden bei der Stadt hatte, unter anderem offene Beiträge zur Hundesteuer, pfändete die Stadt Ahlen Mops Edda wegen ihren Hohen Wertes als reinrassiger Hund.

Stadt behauptet, Vorgehen sei vom Gesetz gedeckt

Wie das Ahlener Tageblatt „Die Glocke“ berichtet, wurde das Vorgehen der Stadt durch die neue Besitzerin bekannt. Die Polizistin Michaela Jordan aus Wülfrath im Rheinland, gut 100 Kilometer von Ahlen entfernt, hat Edda über Ebay Kleinanzeigen gekauft. Dort war die Hundedame von einem privaten Anbieter, einem Mitarbeiter der Stadt, inseriert worden mit Telefonnummern der Stadt Ahlen als Kontaktmöglichkeit.

Als Jordan wegen Edda anrief, landete sie bei der Stadtverwaltung. Dort fragte sie skeptisch nach, ob die Stadt Ahlen wirklich Hunde pfände und verkaufe. Es sei alles rechtens, habe man ihr gegenüber versichert. Der Vorgang sei ungewöhnlich, aber vom Gesetz gedeckt. Haustiere zu pfänden ist per Gesetz verboten, es sei denn es sind Tiere mit einem Wert von weit über 250 Euro.

Die Frau entschloss sich, den reinrassigen Mops für den relativ günstigen Preis von 750 Euro zu kaufen. „Ich habe zunächst an eine Fake-Anzeige geglaubt.“ Denn für einen Mops würden durchaus Preise von 1500 bis 2000 Euro gezahlt“, zitiert die Zeitung aus Ahlen Jordan.

Polizistin will Stadt Ahlen verklagen

Im Dezember zog die Hündin mit seiner neuen Besitzerin ins Rheinland. Bereits eine Woche nach dem Kauf stellte Jordan fest, dass Edda nicht gesund sei – anders als in der Kleinanzeige behauptet. Dort hieß es, das Tier sei geimpft, gechipt und laut Tierarzt kerngesund. Doch die Realität sah anders aus. Die Mopsdame musste viermal operiert werden, darunter eine Notoperation an Weihnachten, wegen einer massiven Augenverletzung. Jordan zahlte 1800 Euro an die Tierärzte und fühlt sich vom Verkäufer geprellt. Die Polizistin geht nun juristisch gegen die Stadt Ahlen vor und will Kaufpreis sowie Arztkosten erstattet haben. Gegenüber der „Glocke“ äußert die Stadt, dass man die Angelegenheit prüfe.

Ehemalige Besitzer sind enttäuscht

Eddas ehemalige Besitzer, eine Familie mit drei Kindern, ist indessen maßlos enttäuscht vom Vorgehen der Stadt. Die Gerichtsvollzieher hätte zunächst einen Rollstuhl des querschnittsgelähmten Vaters und dessen Handbike pfänden wollen. Da diese aber Eigentum der Berufsgenossenschaft sind, hätten sie auf „Edda“ zurückgegriffen, obwohl die Familie Alternativen zum Pfänden angeboten habe. Zu wissen, dass ihre Mopsdame bei der Polizistin in guten Händen ist, ist der einzige Trost für die Ahlener Familie.