Aidlingen schwenkt um Radweg im Würmtal wird doch asphaltiert

Der Waldweg zwischen Dätzingen und Aidlingen taugt Wanderern, aber nicht jedem Radfahrer. Um mehr Zweiräder von der Straße zu holen, wird der Würmtalradweg in diesen Streckabschnitt asphaltiert. Foto: Archiv/Bischof

Der Aidlinger Gemeinderat macht es sich mit der Entscheidung nicht leicht. Bürgermeister Ekkehard Fauth spricht sich bis zuletzt für eine wasserungebundene Lösung aus.

Aidlingen - Im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße zwischen Aidlingen und Grafenau ist auch eine Verbesserung der Radwegesituation in diesem Abschnitt vorgesehen. Da begleitend zur Kreisstraße aus Platzgründen kein separater Radweg angelegt werden kann, hat man sich auf den Ausbau des bestehenden Würmtalradwegs verständigt. Der jetzige Weg hat eine wassergebundene Decke. In vielen Abschnitten befindet sich die Strecke in schlechten Zustand. Der Bauhof hat erst jüngst die schlimmsten Schlaglöcher verfüllt.

 

Ausschussmehrheit gegen Asphaltierung

Im Mai wurde das Ausbauprojekt im Technischen Ausschuss des Gemeinderates vorgestellt und das Für und Wider der unterschiedlichen Beläge abgewogen. In seiner Juni-Sitzung sprach sich eine Ausschussmehrheit gegen die Asphaltierung aus. Zwischenzeitlich hatten sich auch der BUND Ortsverband Aidlingen und der Schwarzwaldverein gemeldet und sich ebenfalls gegen die Asphaltdecke positioniert.

Landkreis nennt Bedingungen für Förderfähigkeit

Allerdings stellten Vertreter des Landkreises im Juli in einer Videokonferenz unmissverständlich klar, dass der Landkreis die Kosten für eine Sanierung des Würmtalradwegs mit seiner sand-wassergebundenen Oberfläche weder vollständig noch anteilig tragen wird, weil dies die Regelungen im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzt nicht vorsehen. Daraufhin verständigte sich der Gemeinderat, nach der Sommerpause über den neuen Sachverhalt zu beraten und zu beschließen.

Nur asphaltierter Radweg entspricht den Förderrichtlinien

Am Ende obsiegte der schnöde Mammon. Schließlich übernimmt der Landkreis nur die Kosten für einen asphaltierten Radweg im Würmtal zwischen Grafenau und Aidlingen. Deshalb änderten Gemeinderäte wie Gisela Grammerstorff (Freie Wähler) ihre Meinung und es stimmte eine Mehrheit des Aidlinger Gemeinderates am Donnerstagabend für Asphalt. Ein selbst zu finanzierender sand-wassergebundener Ausbau hätte die Gemeinde rund 250 000 Euro gekostet. „Und das bei einer so desolaten Haushaltslage“, mahnte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Rott seine Ratskollegen. Trotzdem lehnt Bürgermeister Ekkehard Fauth weiterhin einen Asphaltbelag ab, „weil Asphalt einfach nicht in den Wald gehört.“ Und auch die Grünen-Fraktion stimmte der Asphaltierung nicht zu, obwohl Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) für die Förderregelung verantwortlich zeichnet. Frank Hagel und Siegmund Zweigart (beide Grüne) stellen insbesondere infrage, dass Radfahrer als Berufspendler auf der Straße fahren werden und der asphaltierte Waldweg deshalb ein unnötiger Eingriff in die Umwelt sei.

Gemeinderäte zweifeln an Nutzung durch Radfahrer

Bereits am vergangenen Mittwoch hatte die Grafenauer Ratsrunde ihren Beschluss für eine Asphaltdecke bekräftigt. Zumindest in dieser Frage herrscht jetzt Einigkeit, während die Trassenführung der Kreisstraße aufgrund EU-Recht noch einmal neu geplant werden muss.

Schneller Ausbau des Radweges geplant

„Wir machen Tempo mit dem Ausbau des Würmtalradweges in diesem Streckenabschnitt“, versprach Siegfried Zenger vom Landratsamt Böblingen auf Nachfrage von Gemeinderätin Gisela Grammerstorff, die den Radweg möglichst schnell ausgebaut sehen will. Laut dem Leiter der Abteilung Regionalentwicklung, die auch zuständig ist für den Radverkehr im Landkreis, wird der Zuschussantrag jetzt gestellt, damit bereits im nächsten Jahr der Radweg hergestellt werden kann. Damit könnten Radfahrer schneller als Autofahrer „von einer zeitgemäßen Verkehrsverbindung im Würmtal profitieren“, so Zenger. Er empfahl, die Breite des Radweges auf drei Meter auszulegen, damit der Begegnungsverkehr von Radlern und Fußgängern problemlos möglich ist.

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