Alaturka-Gründer Yüksel Dogan Deutschlands Döner-König dankt ab – und sagt Stuttgart danke

Vorerst in Stuttgart nur privat anzutreffen: Yüksel Dogan, hier vor dem Hans-im-Glück-Brunnen Foto: Sascha Maier/STZN

Er machte Stuttgart zur Döner-Hauptstadt, Alaturka wurde vielfach als bester Döner Deutschlands ausgezeichnet: Jetzt räumt Yüksel Dogan seinen Posten. Der Imbiss in der Olgastraße läuft aber auch ohne ihn weiter.

Digital Desk: Sascha Maier (sma)

Nach 32 Jahren legt Yüksel Dogan das Dönermesser weg. Der Gründer von Alaturka in Stuttgart, zuletzt an der Olgastraße beheimatet, tut das aber nicht nur wie ein Malocher, der er zweifelsfrei auch war, sondern auch wie ein Künstler, der den Pinsel weglegt. Denn Dogan ist nicht einfach irgendein Dönerladenbetreiber, sondern womöglich der beste in Deutschland, die Liste seiner Auszeichnungen ist lang, im November vergangenen Jahres hieß es bei VOX-Koch Sebastian Lege am Ende: Alaturka ist der beste Döner der Bundesrepublik – mal wieder.

 

Bereits seit Ende 2023 ist Dogan aber dort vor Ort nicht mehr anzutreffen, jetzt spricht er über die Gründe. „Mir fehlt gerade der Drang, es noch besser zu machen. Das erscheint mir aktuell nicht möglich“, sagt er. Die Arbeit habe ihm aber immer Spaß gemacht – trotz großer Anstrengungen. Vor allem vor 2019, noch am alten Standort, war Dogan fast täglich hinter dem Tresen. Nach dem Umzug habe er sich etwas zurückgenommen.

Jetzt hat sich der 60-Jährige ganz aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, bleibt aber stiller Teilhaber; Partner führen die Geschäfte des Unternehmens weiter, das Dogan 1992 gegründet und aufgebaut hat. Als Autodidakt. „Ich habe nie eine gastronomische Ausbildung gemacht“, sagt Dogan. Das Kochen habe er von Mama gelernt.

Vermutlich ist es eine gewisse Pedanterie, die seinen Döner von den knapp 20 000 anderen Dönerbuden abhebt, die der Verein Türkischer Dönerhersteller (ATDiD) in Deutschland zählt. Alaturka wird vom Reiseportal Big 7 Travel als Nummer Eins geführt, der SWR, Kabel 1 und ProSieben mit „Galileo“ – sie alle hatten Dogan schon vor der Kamera und wollten das Geheimnis um den besonderen Döner lüften.

Aus der Qualität seiner Zutaten machte Dogan nie ein Geheimnis: 2019 hatte er im Interview mit unserer Zeitung verraten, dass er beim Fleischlieferanten darauf bestehe, das Kühlhaus selbst zu betreten und die Fleischstücke für seinen Spieß persönlich auszusuchen. Kaum ein Wort verliert er auch Jahre später über seine geheime Gewürzmischung, nur so viel: „Wir verwenden keine Geschmacksverstärker.“

Für seinen Erfolg macht Dogan vor allem seine Nachbarschaft verantwortlich: „Die Stuttgarter haben mich damals mit offenen Armen aufgenommen. Ich habe der Stadt viel zu verdanken und will danke sagen.“ Schwäbische Omas und Opas, die zuvor in ihrem Leben noch nie einen Döner gegessen hätten, seien zu ihm gekommen.

Auch Rapper Haftbefehl ist ein Fan des Döners

Aber nicht nur die – der Offenbacher Rapper Haftbefehl, der inzwischen im Stuttgarter Speckgürtel lebt, ist ein häufig gesehener Gast und hat seinen Fans den Dönerladen auf Instagram wärmstens weiterempfohlen. Im Februar 2023 stand sogar OB Frank Nopper selbst am Dönerspieß, anlässlich einer Spendensammelaktion für die Erdbebenopfer in der Türkei und in Syrien. Während der Corona-Pandemie wählte die Stadt Stuttgart Dogan als eines der Promigesichter aus, um für eine Impfkampagne zur werben. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagt er.

Yüksel Dogan mit OB Frank Nopper Foto: dpa/Ilkay Karakurt

Aber wie geht es für ihn jetzt weiter? An den Ruhestand denkt er jedenfalls noch nicht: „Ich weiß es noch nicht genau; eventuell wieder etwas Gastronomisches, aber Döner wird es wahrscheinlich nicht.“

Bis dahin vertreibt sich Yüksel Dogan die Zeit mit Laufen. 20 Kilometer zeigt der Schrittzähler auf seinem Smartphone heute an, ungefähr so viel sei es gerade jeden Tag. Er genieße es außerdem, mehr Zeit in seinem kleinen Garten in Sillenbuch mit seinen vier Hühnern und seinen Enkelkindern verbringen zu können. Und wenn die zündende Idee für eine berufliche Neuorientierung nicht so bald kommt: „Dann will ich etwas Ehrenamtliches tun – zum Beispiel im Tierheim.“

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