Bei den nun vorliegenden Plänen für den Neubau des Albaufstiegs handle es sich bereits „um stark optimierte Unterlagen“. Das stellt Clarissa Weber fest, die Sprecherin des Landratsamts. Deshalb habe die Kreisverwaltung bei ihrer Stellungnahme zur vierten Planänderung „keine generelle Forderung nach weiteren Verbesserungen“ mehr angeführt. Als positiv bewertet die Verwaltung unter anderem die „bauliche Optimierung“ der Gostalbrücke: An den steilen, rutschgefährdeten Talflanken seien nun keine Stützen mehr notwendig, heißt es dazu in der Beratungsvorlage für die jüngste Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses.
Auch die Löschwasserversorgung für die beiden großen Tunnelbauwerke und die Baustellenlogistik seien weiter verbessert worden. Zudem werde sichergestellt, dass die Radwegeverbindungen zwischen Gosbach und Mühlhausen während der Bauzeit erhalten bleiben. Der bisherige Albabstieg wird zum Radweg, wenn der Neubau fertig ist. Ursprünglich sollte ein Teil der Fahrbahn dazu zurückgebaut und rekultiviert werden. Darauf werde nun verzichtet, damit der als Baudenkmal eingestufte Drackensteiner Hang auf Dauer weniger beschädigt wird.
Rückbau der Seitenstreifen
Als Ausgleichsmaßnahme werde an einer anderen Stelle der Seitenstreifen der heutigen Fahrbahn in Richtung München stärker zurückgebaut als geplant. Mittelfristig soll die Albhochfläche über den Drackensteiner Hang an den bereits bestehenden Radweg zwischen Mühlhausen und Aichelberg angeschlossen werden.
Die Verwaltung sehe „eine große Chance“, dass das Planfeststellungsverfahren „zeitnah“ zu Ende gebracht werden könne, heißt es in der Beratungsvorlage: Die Planänderungen würden in den Kommunen des Oberen Filstals auf „breite Zustimmung“ treffen. „Es wäre allgemein zu begrüßen, wenn die Vorteile der aktuellen Trassenplanung erkannt und einzelne Widerstände vor Ort, die eine deutliche Minderheit in der Bevölkerung repräsentieren, aufgegeben werden“, teilte die Verwaltung weiter mit.
Hoffnung auf zügige Umsetzung
Quer durch die Fraktionen drängten die Kreisräte darauf, bei der Realisierung des Neubaus Tempo zu machen. „Das Signal der Geschlossenheit aus dem Landkreis kommt in Berlin an“, versicherte Daniel Sauter vom Amt für Mobilität und Infrastruktur. Die Kreisverwaltung werde im Kontakt mit den Abgeordneten und den Planern bleiben. Auch Landrat Edgar Wolff betonte: „Der Schulterschluss zwischen Regierungspräsidium, den Geldgebern beim Bund, der Autobahn GmbH und dem Landkreis lässt auf eine zügige Umsetzung hoffen.“
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Bis die ersten Fahrzeuge auf dem neuen Albaufstieg unterwegs sind, werden aber wohl noch zehn Jahre ins Land gehen. Wie können die Ortsdurchfahrten der Gemeinden im Oberen Filstal und auf der Alb in dieser Zeit entlastet werden, wenn es auf der Autobahn Stau oder Umleitungen gibt? Für diese Interimszeit kündigt die Verwaltung sogenannte verkehrslenkende Maßnahmen an. Damit könne verhindert werden, dass Autos bei Stau von der A 8 abfahren, erläutert Clarissa Weber. So könnten Anzeigetafeln mit aktuellen Verkehrsinformationen entlang der Autobahn angebracht werden.
Sollte es dennoch zu starkem Ausweichverkehr auf den Ortsdurchfahrten kommen, müsse sichergestellt werden, dass der Alltagsverkehr trotzdem funktioniert, so Weber weiter. Dies könne zum Beispiel durch den „gezielten Einsatz von Lichtsignaltechnik“ geschehen.
Generell gelte aber: Bevor verkehrslenkende Maßnahmen zum Einsatz kommen, müsse genau überprüft werden, wie diese wirken und wie sie umgesetzt werden können. Dafür habe die Autobahngesellschaft bereits ihre Unterstützung zugesagt.