Alice Schwarzer Emma-Chefin erzählt aus ihrem Leben

Von dpa 

Alice Schwarzer gibt seit Donnerstag in ihrer Autobiografie "Lebenslauf" private Einblicke.

Emma-Herausgeberin Schwarzer 2002 in der Kölner Redaktion vor einer Wand mit aktuellen und älteren Titelbildern ihrer Zeitschrift. Die umstrittene Feministin hat jetzt ihre Autobiografie Lebenslauf vorgelegt Foto: dpa
"Emma"-Herausgeberin Schwarzer 2002 in der Kölner Redaktion vor einer Wand mit aktuellen und älteren Titelbildern ihrer Zeitschrift. Die umstrittene Feministin hat jetzt ihre Autobiografie "Lebenslauf" vorgelegt Foto: dpa

Köln - Klein-Alice wächst bei den Großeltern auf. Der fürsorgliche Opa kümmert sich um das uneheliche Mädchen, für das die sporadisch vorbeischauende Mutter kaum Interesse zeigt. Die Oma ist schwierig.

Mit vier Jahren ist Alice "Familienchef", geht früh selbstständig und unerschrocken durchs Leben, hat eine Mädchenbande. In der Schule eckt sie an, mit 16 schließt sie die Handelsschule ab. Beruflich gelingt nichts richtig, also geht es mit 19 Jahren nach Paris, als Au-Pair. Dort gehört Alice Schwarzer bald zu den Pionierinnen der Frauenbewegung. Später wird sie deren Frontfrau in Deutschland und gründet 1977 die feministische Zeitschrift "Emma".

Schwarzer liebt Männer und Frauen

Das alles schreibt die 68-Jährige in ihrer Autobiografie "Lebenslauf", die an diesem Donnerstag erschienen ist. Die umstrittene Feministin, die bisher nie Privates preisgab, schildert sich darin als energisch und unerschrocken, aber auch verletzlich. Als eine Frau, die sich oft isoliert fühlte, der häufig niemand zur Seite sprang, wenn ihr bittere öffentliche Häme entgegenschlug.

Und die Journalistin outet sich als jemand, der Männer und Frauen liebt. Der erste Kuss galt mit 14 Jahren dem rothaarigen Volker, die große Liebe war zehn Jahre lang Bruno aus Paris. Nach zwei Jahren mit Ursula folgt ihre zweite lange Liebesbeziehung: "Mit einer Frau. Mit ihr lebe ich bis heute weitgehend mein Beziehungsideal (...) Wir sind ein offenes Paar, aber kein öffentliches. Und so wird es bleiben."

Buch endet im Jahr 1977 - Fortsetzung folgt

Schwarzers Schilderungen gehen nur bis 1977, Teil zwei soll folgen. Sie zeichnet das Bild einer wissensdurstigen, aktiven Frau voller Tatendrang, die gerne feiert, viele Freunde hat. Ein Kontrast zu dem Image, das man Schwarzer heute gern verpasst - eine zeternde Besserwisserin und Einzelkämpferin, die andersdenkende Frauen öffentlich attackiert und starke Geschlechtsgenossinnen neben sich nur schwer erdulden kann.




Unsere Empfehlung für Sie