Allianz MTV Stuttgart Diese Außenangreiferin komplettiert den Kader

Luisa Keller wechselt von den Roten Raben Vilsbiburg zu Allianz MTV Stuttgart. Den kompletten Kader des Meisters und Pokalsiegers für die nächste Saison finden Sie in unserer Bildergalerie. Foto: Baumann

Von den Roten Raben Vilsbiburg wechselt Luisa Keller (20) zum Meister und Pokalsieger nach Stuttgart. Dort werden deutsche Volleyballerinnen nächste Saison eine wichtigere Rolle spielen.

Im Sport gibt es keinen Stillstand. Schon kurz nach dem Gewinn des Doubles steht bei Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart das Team, das nächste Saison erneut in Meisterschaft und Pokal angreifen will, dazu den Supercup holen und in der Champions League möglichst weit kommen soll. Was eine schwierige Aufgabe ist – aber keine unlösbare. Meint zumindest Tore Aleksandersen. „Für unser Budget“, sagt der norwegische Trainer, „haben wir wirklich gute, clevere Transfers gemacht.“ Das gilt auch für die letzte Verpflichtung.

 

Vom Ligakonkurrenten Rote Raben Vilsbiburg kommt Luisa Keller (20). Die Außenangreiferin ist nicht nur die Tochter des 194-maligen Nationalspielers Matthias Keller, sie war als Juniorin auch selbst mit diversen Nationalteams erfolgreich unterwegs. Nun will sie hinter dem Top-Trio Simone Lee, Maria Segura Pallerés und Laura Künzler die nächsten Schritte machen. „Sie ist eine junge deutsche Spielerin, die mit viel Herz agiert“, sagt MTV-Coach Aleksandersen, „sie soll sich an die erste Sechs heranarbeiten und uns in verschiedenen Situationen helfen, auch in der Annahme und beim Aufschlag. Wir glauben an ihr großes Potenzial.“

Marie Schölzel dürfte einen Stammplatz sicher haben

Und einen nicht ganz unwichtigen Nebenaspekt hat der Wechsel von Luisa Keller zudem. Im Pokalfinale gegen den Dresdner SC und in der Play-off-Serie um die Meisterschaft gegen den SC Potsdam spielten einheimische Profis bei Allianz MTV Stuttgart keinerlei Rolle. Es war ein Double ohne Deutsche, und dafür wurden die Clubverantwortlichen auch immer wieder kritisiert. Gleichzeitig forderte der neue Bundestrainer Vital Heynen eine Ausländerbegrenzung. Ob diese kommt, ist offen. Zumindest die Diskussion darüber dürfte in Stuttgart aber nun mit etwas mehr Gelassenheit verfolgt werden. „Zu wenig deutsche Spielerinnen im Kader zu haben, können unsere Konkurrenten uns jetzt nicht mehr vorwerfen“, sagt Tore Aleksandersen. Und Geschäftsführer Aurel Irion erklärt: „Es ist unheimlich schwierig, unser Team mit deutschen Spielerinnen zu verstärken. Diesmal ist es uns gelungen.“

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Das liegt zuvorderst an Mittelblockerin Marie Schölzel, die fester Bestandteil des Nationalteams ist und beim MTV Stammspielerin werden wird. Dazu kommen in Mittelblockerin Barbara Wezorke, Michelle Petter (Libera), Luisa Keller und Eigengewächs Hannah Kohn, die wie geplant zur zweiten Zuspielerin neben Neuzugang Britt Bongaerts (Niederlande) aufsteigt, vier weitere deutsche Profis. „Wir haben schon immer versucht, auch deutsche Spielerinnen zu holen“, versichert Tore Aleksandersen, „aber sie müssen eben auch zu unserer Philosophie passen.“ Und zu den finanziellen Möglichkeiten. Ob die Rechnung aufgeht? Ist offen. „Von der Qualität her bewegt sich unser Kader im Vergleich zur Mannschaft der vergangenen Saison sicher auf einem ähnlichen Niveau – schließlich sind fünf unserer wichtigsten Spielerinnen geblieben“, meint Aurel Irion, „jetzt geht es darum, ein neues Team zu formen. Da kommt auf unseren Trainerstab viel Arbeit zu.“ Doch es ist eine Aufgabe, der sich Tore Aleksandersen gerne stellt.

Die Persönlichkeit ist wichtig

Der Norweger hat gemeinsam mit Sportdirektorin Kim Renkema bei den Neuverpflichtungen nicht nur auf die individuelle Qualität geachtet. „Physisch werden wir kaum zu stoppen sein“, erklärt der Coach, „und zugleich haben wir viel Wert auf die Persönlichkeit der Spielerinnen gelegt.“ Weil im Volleyball nicht alleine die Schlagkraft entscheidet, sondern es auch viel auf den Charakter eines Teams ankommt. Erst recht, wenn schwierige Aufgaben zu lösen sind.

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